Finanzen

Mehr als jeder dritte institutionelle Investor hält Kryptowährungen

Mehr als ein Drittel der institutionellen Investoren in den USA und Europa halten Krpytowährungen. Dies ist eine mögliche Erklärung für den hohen Bitcoin-Preis.
25.06.2020 08:41
Lesezeit: 1 min
Mehr als jeder dritte institutionelle Investor hält Kryptowährungen
Mehr Anleger wagen Investitionen in Kryptowährungen. (Foto: dpa) Foto: Ina Fassbender

Laut einer Umfrage von Fidelity Investments besitzt mehr als ein Drittel der großen institutionellen Anleger in den USA und Europa digitale Vermögenswerte wie Bitcoin. Demnach gaben 36 Prozent der insgesamt 774 befragten Institutionen an, darunter Pensionsfonds, Family-Offices, Anlageberater sowie digitale und traditionelle Hedgefonds, dass sie Kryptowährungen oder Derivate von Kryptowährungen besitzen.

Die Umfrage wurde von Greenwich Associates zwischen November 2019 und Anfang März durchgeführt, kurz bevor der Krypto-Markt im Rahmen des allgemeinen Corona-Crashs abstürzte, sich dann aber schnell wieder erholte. Fidelity betreibt einen Dienst für den Handel und die Sicherung digitaler Vermögenswerte.

In den USA sagen 27 Prozent der befragten Institutionen, dass sie digitale Vermögenswerte besitzen. Noch vor einem Jahr, als Fidelity 441 Institutionen allein in den USA befragte, waren es nur 22 Prozent. In Europa haben derzeit 45 Prozent der befragten institutionelle Investoren in digitale Vermögenswerte investiert.

Über ein Viertel der Befragten besitzt Bitcoin, während 11 Prozent die zweitgrößte Kryptowährung Ether besitzen, wie die Umfrage ergab. Der Bitcoin-Kurs ist seit Anfang des Jahres um mehr als ein Drittel angestiegen und hat somit deutlich besser abgeschnitten als viele traditionelle Vermögenswerte, die wegen der anhaltenden Corona-Krise eingebrochen sind.

"Europa ist vielleicht eher unterstützend und entgegenkommend", zitiert Bloomberg Tom Jessop, Präsident von Fidelity Digital Assets. Das könnte "einfach daran liegen, dass in Europa jetzt negative Zinssätze in vielen Ländern herrschen. Bitcoin sieht vielleicht attraktiver aus, weil es andere Vermögenswerte gibt, die keinen Ertrag abwerfen", so Jessop.

"Diese Ergebnisse bestätigen einen Trend, den wir auf dem Markt beobachten, nämlich ein größeres Interesse an und eine größere Akzeptanz von digitalen Vermögenswerten als neue investierbare Anlageklasse", sagte Jessop. Fidelity lehnte es ab, die Höhe des Kundenvermögens oder der Bestände nach institutionellen Gruppen zu kommentieren.

Angesichts des gestiegenen Interesses haben eine Reihe von Unternehmen, von BitGo bis Genesis, neue Dienstleistungen für institutionelle Anleger eingeführt. Der Umfrage zufolge ist die Preisvolatilität weiterhin die größte Sorge, die einem stärkeren Einstieg institutioneller Investoren in Kryptowährungen entgegensteht.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Die Firmen hinter den Casino-Webseiten: Wie groß ist das Netzwerk wirklich?

Wer ein Online Casino besucht, sieht zunächst eine eigenständige Marke. Eigener Name, eigene Webseite, andere Bonusangebote und teilweise...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Panorama
Panorama Deutsche schlafen zu wenig: Vier von zehn Menschen betroffen
22.08.2026

Weniger als sieben Stunden Schlaf pro Nacht? Experten zufolge ist das zu kurz. In Deutschland trifft das aber auf viele Menschen zu. Vor...

DWN
Politik
Politik Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: SPD kämpft ums Überleben – und rüttelt an der Wahlhürde
22.08.2026

Drei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt dümpelt die SPD bei mageren 5 bis 7 Prozent und kämpft um ihr politisches Überleben....

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Indizes legen bei geringem Handelsvolumen leicht zu und Krypto feiert Comeback
21.08.2026

Ein scheinbar ruhiger Handelstag bringt überraschende Dynamik an die Finanzmärkte.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Preiskrieg bei chinesischen Autos wird zur Milliardenfalle
21.08.2026

China verkauft immer bessere Elektroautos zu immer niedrigeren Preisen. Was Käufer freut, frisst die Margen der Hersteller, drückt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Gasspeicher unter Druck: Wann steuert Deutschland gegen?
21.08.2026

Europas Gasspeicher sind deutlich leerer als in den vergangenen Jahren. Dahinter steckt kein bloßes Versäumnis, sondern ein Gasmarkt, der...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Velico Medical: Trockenplasma für die NATO – was hinter dem Erfolg steckt
21.08.2026

Velico Medical stellt Trockenplasma in mobilen Containern her, die weltweit eingesetzt werden können. Nach einem Millionenvertrag mit dem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Toyota RAV4 im Test: Weniger PS, mehr Argumente
21.08.2026

Der Toyota RAV4 bleibt ein äußerst vernünftiger Familien-SUV mit sparsamem Hybridantrieb, viel Platz und guter Alltagstauglichkeit. Die...

DWN
Technologie
Technologie Fußball mit KI: Roboter erzielt Tore gegen Menschen
21.08.2026

Ein humanoider Roboter aus China lernt Fußball nicht auf dem Rasen, sondern zunächst in einer Simulation. Anschließend tritt er gegen...