Politik

Corona hat gezeigt: Beim Kapitalismus muss auf die Reset-Taste gedrückt werden

Klaus Schwab, Gründer des Weltwirtschaftsforums, sagt, dass weltweit die sozialen und gesundheitlichen Krisen zugenommen haben, aber auch die Reichen noch reicher geworden sind. Deshalb müssen die Eliten gemeinsam auf die „Reset-Taste“ drücken, um den Kapitalismus zu transformieren.
18.06.2020 09:11
Lesezeit: 1 min
Corona hat gezeigt: Beim Kapitalismus muss auf die Reset-Taste gedrückt werden
Der Gründer des Weltwirtschaftsforums (WEF), Klaus Schwab. (Foto: dpa) Foto: Laurent Gillieron

Der Gründer des Weltwirtschaftsforums (WEF), Klaus Schwab, hat unter dem Titel „Der Kapitalismus braucht den Great Reset-Button. Corona weist den Weg“ einen Artikel veröffentlicht. „Ein starker wirtschaftlicher Abschwung hat bereits begonnen, und wir könnten mit der schlimmsten Depression seit den 1930er Jahren konfrontiert sein. Obwohl dieses Ergebnis wahrscheinlich ist, ist es nicht unvermeidlich. Um ein besseres Ergebnis zu erzielen, muss die Welt gemeinsam und schnell handeln, um alle Aspekte unserer Gesellschaften und Volkswirtschaften zu erneuern - von Bildung über Sozialverträge bis hin zu Arbeitsbedingungen. Jedes Land, von den USA bis nach China, muss teilnehmen, und jede Industrie, von Öl und Gas bis hin zu Technologie, muss transformiert werden. Kurz gesagt, wir brauchen einen Great Reset des Kapitalismus.

Es gebe viele Gründe, einen „Great Reset“ durchzuführen, aber der dringendste sei Corona. Die Pandemie, die bereits zu Hunderttausenden von Todesfällen geführt hat, sei eine der schlimmsten Krisen im Bereich der öffentlichen Gesundheit in der jüngeren Geschichte. Und da in vielen Teilen der Welt immer noch Opfer zu beklagen sind, sei es noch lange nicht vorbei.

Schwerwiegende Folgen

„Dies wird schwerwiegende langfristige Folgen für das Wirtschaftswachstum, die Staatsverschuldung, die Beschäftigung und das Wohlergehen der Menschen haben. Nach Angaben der Financial Times hat die weltweite Staatsverschuldung in Friedenszeiten bereits ihren höchsten Stand erreicht. Darüber hinaus steigt die Arbeitslosigkeit in vielen Ländern sprunghaft an: In den USA hat beispielsweise jeder vierte Arbeitnehmer seit Mitte März Arbeitslosengeld beantragt, wobei die neuen wöchentlichen Ansprüche weit über den historischen Höchstständen liegen. Der Internationale Währungsfonds geht davon aus, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr um drei Prozent schrumpfen wird - eine Herabstufung um 6,3 Prozentpunkte in nur vier Monaten“, so Schwab.

Der WEF-Gründer warnt: „All dies wird (…) die sozialen Krisen, die bereits im Gange waren, verschärfen (…) Und die Frustrationen über soziale Missstände wie die zunehmende Ungleichheit - der kombinierte Wohlstand der US-Milliardäre hat während der Krise zugenommen - nehmen zu.“

Zuvor hatten die Deutschen Wirtschaftsnachrichten über die WEF-Agenda „The Great Reset“ berichtet. Es wurden die einzelnen Ziele der Agenda aufgeführt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Energiewende: CO2-Preis soll stabil bleiben im nächsten Jahr
16.10.2026

Der CO2-Preis, der Heizen und Tanken teuer macht, soll mit dem Jahreswechsel nicht steigen. Das soll Verbraucher vor Preissprüngen...

DWN
Finanzen
Finanzen Unicredit: EZB genehmigt Übernahme von Commerzbank-Anteilen
16.10.2026

Seit zwei Jahren pirscht sich die Unicredit an die Commerzbank heran. Mit einem Übernahmeangebot im Sommer verfehlte sie eine Mehrheit nur...

DWN
Finanzen
Finanzen Reform Erbschaftsteuer: Firmenerben bevorzugt? Karlsruhe prüft Steuervorteile
16.10.2026

Die Erbschaftsteuer soll reformiert werden, zumindestens in dem Punkt ist sich die schwarz-rote Koalition einig. Das...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Dow schließt deutlich höher, während sich die Wall Street erholttitle
15.10.2026

Erfahren Sie, welche überraschenden Faktoren und Einzelwerte die jüngste Erholung an den US-Börsen angetrieben haben.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gewerbesteuer auf Rekordhoch: Warum Kommunen trotzdem Milliarden fehlen
15.10.2026

Deutschlands Gemeinden haben 2025 so viel Gewerbesteuer eingenommen wie nie zuvor. Allerdings stiegen die Einnahmen nur geringfügig, die...

DWN
Finanzen
Finanzen Bank-Aktien: US-Banken überraschen mit Zahlen, Dimon warnt vor wachsenden Risiken
15.10.2026

Während Goldman Sachs und Citigroup mit ihren jüngsten Quartalszahlen die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen haben, blieb...

DWN
Technologie
Technologie Solar-Aufschlag ab 2029: Drohen Mehrkosten für Photovoltaik-Besitzer – was hinter dem Prosumer-Aufschlag steckt
15.10.2026

Solaranlagen auf dem Dach könnten ab 2029 einen höheren Grundpreis für die Stromnetznutzung auslösen. Elf Verbände fordern, den...

DWN
Politik
Politik Berlin-Sondierungen gehen weiter: Linke, SPD und Grüne einigen sich auf zentrale Grundsätze
15.10.2026

Nach tagelangem Streit setzen Linke, SPD und Grüne in Berlin ihre Gespräche über eine mögliche Regierungsbildung fort. Beim Umgang mit...