Soli-Abschaffung brächte vielen Familien mehr als Kinderbonus

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
20.06.2020 17:49  Aktualisiert: 20.06.2020 17:49
Eine rückwirkende Abschaffung des Solidaritätszuschlags schon für dieses Jahr hätte vielen Familien nach einer Rechnung der FDP-Fraktion mehr gebracht als der geplante Kinderbonus.
Soli-Abschaffung brächte vielen Familien mehr als Kinderbonus
Ein Steuerbescheid mit dem Posten Solidaritätszuschlag. (Foto: dpa)
Foto: Roland Weihrauch

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Eine rückwirkende Abschaffung des Solidaritätszuschlags schon für dieses Jahr hätte vielen Familien nach einer Rechnung der FDP-Fraktion mehr gebracht als der geplante Kinderbonus. Durch die Verrechnung mit dem Kinderfreibetrag bei der Steuer profitierten viele Mittelschicht-Familien nur zum Teil von dem Corona-Bonus, erklärte Fraktionsvize Christian Dürr. „Es wäre fairer und vor allen Dingen wirksamer gewesen, wenn der Soli rückwirkend zum 1. Januar 2020 für alle abgeschafft worden wäre“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

In ihrer Rechnung geht die FDP von einer Mittelschicht-Familie mit zwei Vollzeitbeschäftigten (Krankenschwester und Elektromechaniker) sowie einem Kind aus. Bei einem Brutto-Jahreseinkommen von 77.400 Euro erhalte die Familie wegen des Kinderfreibetrags normalerweise am Jahresende mehr als 100 Euro vom Finanzamt zurück. Weil der Kinderbonus damit verrechnet werde, bleibe ihr von diesem Zuschuss nur 200 Euro. Zugleich zahlten die Beispiel-Arbeitnehmer aber 270 Euro Soli im Jahr.

Bisher ist die Abschaffung des Solis für 90 Prozent der heutigen Zahler für Anfang 2021 geplant. Die FDP fordert schon lange, ihn für alle, also auch für die einkommensstärksten zehn Prozent abzuschaffen. Auch die Union befürwortet das, die SPD lehnt es jedoch ab.

Nach Angaben des Finanzministeriums werden die Familien von rund 3,1 Millionen Kindern sogar gar nicht vom geplanten Kinderbonus profitieren. Für sie sei der Kinderfreibetrag in der Steuererklärung weiterhin günstiger. In voller Höhe bleiben die 300 Euro verheirateten Eltern nur erhalten, wenn sie mit einem Kind nicht mehr als 67.800 Euro Jahreseinkommen haben. Ab etwa 85.900 Euro Einkommen haben diese Eltern vom Kinderbonus gar nichts mehr.


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektromobilität: In jedem Wandel stecken Chancen

Emissionen verringern, Kosten sparen und Imagegewinne erzielen – die Gründe für Unternehmen, in der Flotte auf Fahrzeuge mit...

DWN
Politik
Politik Wenn im Mittelmeer ein Krieg ausbricht, ist Chinas Neue Seidenstraße tot - Teil 1

Chinas Neue Seidenstraße kann nur gelingen, wenn die Anrainer-Staaten im östlichen Mittelmeer sich vertragen. Doch im Moment stehen die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Türkei will bis zum Jahresende 44 Tonnen Gold produzieren

Die Türkei hängt an ihrem Produktionsziel, bis zum Jahresende 44 Tonnen an Gold zu produzieren, fest. Zuvor hatte es Schwierigkeiten bei...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB versorgt Banken mit neuem Geldregen - zu negativen Zinsen

Bei den Krediten im Umfang von 174,5 Milliarden Euro wird ein Negativzins zugrunde gelegt. Mit anderen Worten, die Banken erhalten eine...

DWN
Deutschland
Deutschland Heckler & Koch wehrt sich gegen Sturmgewehr-Entscheidung des Verteidigungsministeriums

Im Kampf um einen 250 Millionen Euro schweren Sturmgewehr-Großauftrag der Bundeswehr will sich der unterlegene Waffenhersteller Heckler &...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Aktie keine sechs Cent mehr wert: Größter Bohranlagen-Betreiber der Welt steht vor dem Aus

Die sinkende Nachfrage nach Öl und der daraus resultierende Niedrigpreis fordern die ersten Opfer.

DWN
Politik
Politik Türkisch-griechischer Konflikt im Mittelmeer: Nato-Staaten schweigen beredt - keiner will sich positionieren

Wird es im Gas-Streit zwischen den Nato-Mitgliedern Türkei und Griechenland zum Krieg kommen? Während die beiden Kontrahenten das Feuer...

DWN
Politik
Politik Visegrad-Staaten lehnen EU-Vorschlag zur Migration ab

Der Plan zur Regelung der Aufnahme von Flüchtlingen und Migranten über ein verpflichtendes Quotensystem sei inakzeptabel, erklärten die...

DWN
Technologie
Technologie Samsung tritt mit eigenem Bezahldienst gegen Google Pay an

Das Bezahlen mit dem Smartphone wird in Deutschland populärer. Nun startet nach Google und Apple auch Samsung eine eigenen Bezahldienst -...

DWN
Panorama
Panorama Corona-Spürhunde suchen am Flughafen von Helsinki infizierte Passagiere

Am finnischen Hauptstadt-Flughafen Helsinki-Vantaa sollen Spürhunde mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Passagiere ausfindig machen....

DWN
Deutschland
Deutschland Ifo-Index steigt, Stimmung bei deutschen Firmen hellt sich weiter auf

"Die deutsche Wirtschaft stabilisiert sich trotz steigender Infektionszahlen", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Stimmung der...

DWN
Deutschland
Deutschland Stellenabbau wegen E-Autos sorgt bei Daimler für Unruhe

Der absehbare Wegfall von Arbeitsplätzen durch die Umstellung auf Elektromobilität stößt beim Autobauer Daimler auf Widerstand.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Corona: Millionen vom Hungertod bedroht, Armut nimmt dramatisch zu

Armut und Hunger werden aller Voraussicht nach durch Corona dramatisch zunehmen. Vor allem Kinder sind betroffen.

DWN
Deutschland
Deutschland Preise für Wohnimmobilien steigen trotz Corona-Rezession spürbar

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland lagen im zweiten Quartal durchschnittlich 6,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Doch es gibt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Rosneft: Wie die russische Ölmacht klammheimlich in Deutschland weiter aufrüstet

Deutschland ist stark vom russischen Gas abhängig - nicht unbedingt eine ganz neue Einsicht. Doch dass die Russen auch schon weite Teile...

celtra_fin_Interscroller