Deutschland

Wagenknecht: „Tönnies Schweinesystem hat die ganze Region in einen Lockdown gebracht“

Tönnies will sich die Lohnkosten vom Land NRW zurückholen. Linkspolitikerin Sahra Wagenknecht findet diese Forderung dreist. Sie meint: „Tönnies Schweinesystem hat die ganze Region in einen Lockdown gebracht, Hunderttausende saßen zu Hause fest (…) Bei Tönnies haben sie wohl nicht mehr alle Tassen im Schrank!“
14.07.2020 17:27
Lesezeit: 1 min
Wagenknecht: „Tönnies Schweinesystem hat die ganze Region in einen Lockdown gebracht“
Sahra Wagenknecht am 11.06.2017 während des Bundesparteitages der Linken in Hannover (Niedersachsen). (Foto: dpa) Foto: Peter Steffen

Linkspolitikerin Sahra Wagenknecht kritisiert, dass der Schlachtbetrieb Tönnies sich seine Lohnkosten vom Land NRW erstatten lassen will. „Der Grund: Das Gesundheitsamt hatte die Belegschaft des Tönnies-Werks in Rheda Mitte Juni in Corona-Quarantäne geschickt. Rund 1400 von 7000 Beschäftigten waren infiziert“, so das Handelsblatt.

Wagenknecht teilt über ihren Facebook-Account mit: „Erst gegen das Infektionsschutzgesetz verstoßen indem man auf Abstandsregeln und Schutz der Mitarbeiter pfeift, so dass es zu tausenden Infektionen kommt – und jetzt die Lohnkosten vom Land NRW zurückfordern? Bei Tönnies haben sie wohl nicht mehr alle Tassen im Schrank!

Tönnies Schweinesystem hat die ganze Region in einen Lockdown gebracht, Hunderttausende saßen zu Hause fest. Die durch Tönnies Profitgier am Virus erkrankten Beschäftigten sowie die ihrer Bewegungsfreiheit beraubten Anwohnerinnen und Anwohner sollten eine Entschädigung von Tönnies erhalten - nicht anders herum!

Wer auf systematische Ausbeutung von Mensch und Tier setzt, mit sklaverei-ähnlichen Zuständen, Lohndumping, Massenunterkünften und den Gesundheitsschutz ignoriert, der hat jeden Anspruch auf staatliche Unterstützung verspielt. Die Landesregierung NRW muss die dreisten Forderungen ablehnen!“

Die Nürnberger Nachrichten wörtlich: „Es ist legitim, dass der Schlachtbetrieb eine Erstattung von Lohnkosten für die Zeit der Corona-Quarantäne beantragt. Legitim deshalb, weil das Gesetz schlicht diese Möglichkeit vorsieht. Ebenso ist der Schritt aber auch kaltschnäuzig und dreist. In einer Zeit, in der die Politik die Frage diskutiert, ob man Tönnies zur Verantwortung ziehen kann für den Corona-Ausbruch an seinem Stammsitz, will Clemens Tönnies allen Ernstes Geld von den Steuerzahlern. So kann nur ein Mann handeln, der sehr lange mit sehr vielem durchgekommen ist - denn die Missstände für Mensch und Tier in der Fleischbranche sind wohlbekannt. Dies hat freilich auch mit den Verbrauchern zu tun, von denen viele ein erstaunlich kurzes Gedächtnis an den Tag legten und damit Tönnies glauben lassen mussten, er fahre mit Dreistigkeit am besten.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Der neue Anleger der DWN stellt sich vor
02.10.2026

Wie können Sie ein Vermögen an der Börse aufbauen, wenn Sie weder Erfahrung bei der Aktienanalyse haben noch die Zeit für den...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Scandit stoppt Diebstahl an der Selbstbedienungskasse
02.10.2026

Selbstbedienungskassen sparen Personal, öffnen Händlern aber eine teure Schwachstelle: Kunden scannen Waren falsch oder gar nicht. Der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Maschinenbau: VDMA verlangt Importverbote für Risikoprodukte aus China
02.10.2026

Deutschlands Maschinenbauer warnen vor Wettbewerbsnachteilen durch Produkte, die europäische Sicherheitsanforderungen nicht erfüllen....

DWN
Technologie
Technologie „Völliger Mist“: So fällt die Kritik an Europas Microsoft-Teams-Alternative aus
02.10.2026

Element Pro soll die Kommunikation sicherstellen, falls Microsoft Teams ausfällt. Die Europäische Kommission betreibt die Lösung auf...

DWN
Unternehmen
Unternehmen KNDS zwischen Börse und Panzern: Investoren warten, Waffenaufträge wachsen
02.10.2026

Der Börsengang ist vorerst verschoben, die Auftragsbücher dagegen füllen sich weiter. Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bonuszahlungen: Wenn Boni aus dem Ruder laufen
02.10.2026

Bonusprogramme waren früher oft spontane Belohnungen, heute sind sie ein professionelles Steuerungsinstrument für Vorstände und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lukoil: Der russische Öl- und Gaskonzern soll Förderlizenz nahe der Kurischen Nehrung erhalten
02.10.2026

Der russische Öl- und Gaskonzern Lukoil soll bis Ende dieses Jahres eine Lizenz zur Erschließung des Ölfelds „Nadeschda“ in der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Galeria-Insolvenz: Warenhauskette stellt erneut Insolvenzantrag
02.10.2026

Die Krise bei Galeria verschärft sich erneut: Nach mehreren Insolvenzen, Filialschließungen und finanziellen Engpässen folgt der...