Politik

US-Armee intensiviert Konfrontationskurs gegen China, Kampf-Flugzeug nähert sich Schanghai

Die US-Teilstreitkräfte der Marine und der Luftwaffe verstärken ihre Operationen vor der chinesischen Küste beträchtlich.
29.07.2020 15:10
Aktualisiert: 29.07.2020 15:10
Lesezeit: 1 min
US-Armee intensiviert Konfrontationskurs gegen China, Kampf-Flugzeug nähert sich Schanghai
04.07.2020, ---, Pazifik: Militärjets stehen auf dem Flugdeck des Flugzeugträgers USS Nimitz (CVN 68) im Südchinesischen Meer während eines Gewitters. (Foto: dpa) Foto: John Wagner

Die US-Armee verstärkt ihre Patrouillen und militärischen Übungen vor der chinesischen Küste seit einigen Wochen beträchtlich. Wie die South China Morning Post berichtet, waren die Anflüge zweier Maschinen der US-Luftwaffe am Sonntag auf die chinesische Küste der zwölfte Tag in Folge, an dem Einheiten der USA in der Nähe Festlandchinas operierten.

Dabei soll sich eine auf den Kampf gegen U-Boote spezialisierte Poseidon-8A der Millionenstadt Schanghai bis zu 76 Kilometer genähert haben - eine Nahdistanz, die seit vielen Jahren nicht mehr erreicht wurde. Ebenfalls am Sonntag flog zudem ein EP-3E-Aufklärungsflugzeug die südostchinesische Küste entlang der Provinzen Fujian und Zhejiang nach Norden.

Auch im Südchinesischen Meer ist eine erhöhte Aktivität zu beobachten. "Im Moment entsendet das US-Militär drei bis fünf Aufklärungsflugzeuge täglich in das Südchinesische Meer", wird die chinesische Denkfabrik South China Sea Strategic Situation Probing Initiative von der South China Morning Post zitiert. "In der ersten Jahreshälfte ist die US-Luftaufklärung im Südchinesischen Meer in eine neue Phase eingetreten - mit einer erhöhten Frequenz, geringeren Abständen zur Küste und einer größeren Vielfalt an Missionen." In den drei ersten Juliwochen wurden demnach etwa 50 Flüge von US-Flugzeugen über dem Südchinesischen Meer registriert.

"Obwohl die US-Regierung in anderen Bereichen versucht, sich von China abzukoppeln, sind beide Mächte noch immer eng verbunden. Die Möglichkeit, dass es zu einem großen Krieg kommt, ist deshalb eher schwach asugeprägt. Aber es kann jederzeit wegen der täglichen Begegnungen zu mittelgroßen oder kleineren Eskalationen kommen, also etwa zu Zusammenstößen von Kriegsschiffen oder Schusswechseln", sagt der Direktor der Denkfabrik, Hu Bo. Negativ ist in diesem Zusammenhang zu bewerten, dass es kaum noch Kontakte und Gesprächskanäle zwischen beiden Seiten im Südchinesischen Meer gibt.

Die steigende Anzahl an Vorbeiflügen und Militärübungen der USA in der Region ist kein Zufall, sondern der Militärstrategie der Regierung in Washington geschuldet, welche letztendlich auf eine Eindämmung Chinas abzielt ("Pivot to Asia"). Zu diesem Zweck bauen die amerikanischen Streitkräfte nicht nur pazifische Inseln zu Festungen aus, sondern sie haben auch eine Spezialeinheit im westlichen Pazifik stationiert, um einen möglichen konzertierten Angriff von Seestreitkräften, Raketentruppen und Lufteinheiten auf China zu koordinieren.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Sozialreformen verunsichern: 81 Prozent sorgen sich um ihre finanzielle Absicherung
28.08.2026

Die Debatte über mögliche Einschnitte bei Rente, Krankenversicherung und Pflege verunsichert viele Menschen in Deutschland. Eine neue...

DWN
Politik
Politik Atomwaffen: Bundesregierung dementiert Finanzierungspläne
28.08.2026

Die Bundesregierung weist einen Bericht über mögliche deutsche Gelder für britische und französische Atomwaffenprogramme zurück....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Online-Krankschreibung: Kündigung ohne Arztkontakt wirksam
28.08.2026

Eine Online-Krankschreibung ohne Arztgespräch kann für Arbeitnehmer ernste Folgen haben. Das Landesarbeitsgericht Hamm sieht darin einen...

DWN
Politik
Politik Thüringen unter Spannung: Höcke scheitert erneut mit Misstrauensantrag gegen Voigt
28.08.2026

AfD-Fraktionschef Björn Höcke hat Thüringens CDU-Ministerpräsidenten Mario Voigt erneut herausgefordert und ist erneut gescheitert....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeitsmarkt: Mehr als drei Millionen Menschen ohne Job
28.08.2026

Sommerpause und schwache Konjunktur belasten den Arbeitsmarkt in Deutschland weiter. Auch im August lag die Zahl der Arbeitslosen über der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VW-Stellenabbau: Volkswagen könnte 100.000 Stellen abbauen – Gewerkschaften schließen Streik nicht aus
28.08.2026

Volkswagen könnte in den kommenden Jahren mehr als 100.000 Arbeitsplätze abbauen. Der Wegfall von rund 50.000 Stellen ist bereits...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Förderprogramme: Wo deutsche Firmen jetzt Millionen bekommen können
28.08.2026

Brüssel verteilt 2026 Millionen für Technologien, die Europas Wirtschaft unabhängiger und wettbewerbsfähiger machen sollen. Besonders...

DWN
Politik
Politik DWN-Podcast Folge 40: Die Woche im Rückblick – KW 35
28.08.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...