Deutschland

Steinmeier ist offenbar immun gegen das Corona-Virus

Bundespräsident Steinmeier hat kürzlich in seinem Sommerurlaub in Südtirol die Maskenpflicht und die Corona-Abstandsregeln missachtet. Ähnliches tat er im Mai 2020. Dafür kann es nur eine Erklärung geben: Unser Staatsoberhaupt ist immun gegen das Corona-Virus.
05.08.2020 16:27
Aktualisiert: 05.08.2020 16:27
Lesezeit: 2 min
Steinmeier ist offenbar immun gegen das Corona-Virus
03.06.2020, Berlin: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterhält sich bei seinem Besuch der Hedwig-Dohm-Oberschule in Berlin-Moabit mit der Schulleitung und einigen Schülerinnen und Schülern. (Foto: dpa)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der vor wenigen Wochen seinen traditionellen Sommerurlaub in Südtirol verbrachte, ist offenbar immun gegen das Corona-Virus. Anders ist ein Bild, auf dem Steinmeier mit Landeshauptmann Arno Kompatscher und einer vierköpfigen weiblichen Musikantengruppe Seite an Seite steht, nicht zu erklären.

Aus dem Foto geht hervor, dass weder die Abstandsregeln noch die Mundschutzpflicht umgesetzt wurden. Dafür kann es nur eine Erklärung geben: Der Bundespräsident ist immun gegen das Corona-Virus.

Ein weiterer Hinweis für seine scheinbare Immunität, gemeint ist nicht die politische, ergab sich im Mai des aktuellen Jahres, als er ein temporäres Corona-Behandlungszentrum in Berlin besucht hatte. Der erste Mann im Staat trug zu dem Anlass – wie alle anderen Anwesenden auch – eine Gesichtsmaske. Als jedoch der Termin vorbei war - und die Kameras offenbar ausgeschaltet wurden -, zog Steinmeier noch vor Ort sofort seine Maske aus. Auf im Internet veröffentlichten Videos des Vorfalls ist der Bundespräsident mit den Worten zu hören: „Kann ich das mal eben loswerden.“

Dieser Satz Steinmeiers war ein Hinweis darauf, dass es nur drei Möglichkeiten im Zusammenhang mit dem Virus gibt:

  1. Steinmeier ist – wie erwähnt – immun gegen das Corona-Virus
  2. Das Corona-Virus ist nicht so schlimm wie alle behaupten
  3. Die Masken sind weitgehend unwirksam

Doch es gibt noch ein weiteres Beispiel, das eine Corona-Immunität von Politikern beweisen könnte: Mitte April hatte ein Foto für Wirbel gesorgt, das den hessischen Ministerpräsident Volker Bouffier, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) und Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) trotz der Corona-Abstandsregeln zusammen mit weiteren Personen eng beieinander stehend in einem Aufzug des Uni-Klinikums in Gießen zeigt. Konsequenzen gab es keine.

Wie es nun mit der Corona-Immunität der Bürger stehen soll, hat die „Hohe Pforte“ in Berlin strikt festgelegt.

Dazu soll Steinmeiers Rede vom 3. August 2020 hier in Abschnitten kommentiert werden.

Steinmeier sagte: „Die Sommerlaune tut uns allen gut. Doch sie darf nicht dazu führen, dass wir nachlässig werden im Kampf gegen die Pandemie. Denn wir sehen in diesen Tagen doch, wie unsicher und wackelig die Lage weiterhin ist. Nein, die Pandemie ist nicht vorbei, sie ist nicht überstanden, wir sind vielmehr mittendrin. Die Infektionszahlen in Deutschland sind zwischendurch wieder angestiegen.“

Stimmt. Die Bürger sollten nicht nachlässig werden. Vor allem, weil sie im Gegensatz zu Steinmeier weder über eine politische noch eine gesundheitliche Immunität verfügen.

Steinmeier wörtlich: „Die Verantwortungslosigkeit einiger weniger ist ein Risiko für uns alle! Wenn wir jetzt nicht besonders vorsichtig sind, dann gefährden wir die Gesundheit vieler.“

Auf jeden Fall. Vor allem stellen deutsche Auslandsurlauber, die im Ausland keine Maske tragen, um anschließend nach Deutschland zurückzukehren, eine Gefahr für die „Gesundheit vieler“ dar.

Steinmeier: „Jede und jeder von uns steht jetzt in der Verantwortung, einen zweiten Lockdown zu verhindern.“

Es sei denn, man will einen zweiten Lockdown provozieren, um der deutschen Wirtschaft den Todesstoß zu versetzen.

Der Bundespräsident: „Der Weg zur Normalität, die wir uns doch alle wünschen, geht nicht über Leichtsinn, Sorglosigkeit und Ignoranz.“

Vor allem wünschen sich die Bürger Politiker, die Wasser predigen, um Wasser zu trinken.

Steinmeier meinte: „Meine Bitte gerade jetzt am Ende des Urlaubs: Gehen Sie weiterhin keine unnötigen Risiken ein! Und nutzen Sie die Möglichkeiten, sich testen zu lassen.“

Ein Bundespräsident sollte mit gutem Beispiel vorangehen.

Steinmeier wünscht sich: „Lassen Sie uns gemeinsam alles dafür tun, dass wir gut durch den Herbst und den Winter kommen. Alles Gute – und geben wir acht aufeinander!“

Kein Kommentar.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie KI und digitale Steuerberatung: Der Gamechanger für den deutschen Mittelstand

Die Digitalisierung verändert die deutsche Wirtschaft in rasantem Tempo. Während große Unternehmen bereits seit Jahren auf...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Panorama
Panorama El Niño kommt: Was das für die Welt bedeutet
03.06.2026

El Niño könnte 2027 zum heißesten Jahr aller Zeiten machen. Was das für die Preise im Supermarkt und unser Wetter in Europa bedeuten...

DWN
Politik
Politik Digitale Souveränität: Europas Alltag hängt an US-Technologie
03.06.2026

Europa will sich von Google, Microsoft und anderen US-Konzernen lösen. Doch der Alltag von Behörden, Unternehmen und Bürgern zeigt, wie...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktüberblick: Wall-Street-Rallye hält an, da Arbeitsmarktbericht Zeichen von Widerstandsfähigkeit zeigt
02.06.2026

Überraschende Entwicklungen und starke Unternehmenszahlen sorgen für Bewegung – was Anleger jetzt wissen müssen.

DWN
Finanzen
Finanzen EZB: Bedeutung des Euro an den weltweiten Finanzmärkten wächst
02.06.2026

Die Notenbank will die globale Rolle des Euro stärken, nicht zuletzt als Antwort auf Trump. Sie sieht mehr Potenzial für Europas Währung...

DWN
Politik
Politik Begeht Amerika gerade wirtschaftlichen Selbstmord?
02.06.2026

Die USA galten über Jahrzehnte als Motor der Weltwirtschaft, doch unter Trump geraten genau jene Kräfte unter Druck, die ihren Aufstieg...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Iran-Krieg treibt Inflation im Euroraum auf 3,2 Prozent
02.06.2026

Der Ölpreisschock infolge des Iran-Krieges treibt die Verbraucherpreise im Euroraum weiter nach oben. Damit wächst der Druck auf die...

DWN
Finanzen
Finanzen Trade Republic attackiert Europas Banken mit sechs Prozent Zinsen
02.06.2026

Sechs Prozent Zinsen, Brad Pitt im Werbespot und ein deutscher Anbieter, der in Polen plötzlich klassische Banken herausfordert. Trade...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unicredit schnappt sich offenbar mehr als 30 Prozent von Commerzbank
02.06.2026

Unicredit kommt ihrem Ziel bei der Commerzbank einen entscheidenden Schritt näher. Mit dem Überschreiten der 30-Prozent-Marke stärkt die...