Panorama

Messerstecherei am Nordseestrand: Holland wird von Migranten-Randalen heimgesucht

Von der deutschen Presse kaum beachtet kommt es in den Niederlanden seit Wochen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und Randalen.
18.08.2020 11:30
Aktualisiert: 18.08.2020 11:30
Lesezeit: 2 min
Messerstecherei am Nordseestrand: Holland wird von Migranten-Randalen heimgesucht
Zahlreiche Menschen genießen das heiße Wetter am Strand von Scheveningen.(Foto: dpa) Foto: Niels Wenstedt

Nach Unruhen in einem Viertel in Den Haag hat die Polizei 27 Jugendliche festgenommen, berichtet die dpa. Ihnen werde Gewalt, Aufruhr und Bedrohung vorgeworfen, teilte die Polizei am Samstag mit. Es war die dritte Nacht in Folge unruhig im Viertel Schilderswijk im Süden des Zentrums.

Am späten Freitagabend hatten sich Dutzende von Jugendlichen trotz eines zuvor verhängten Verbots in dem Viertel versammelt. Sie bewarfen die Polizisten mit Steinen und schweren Feuerwerkskörpern und legten Feuer. Ein Gebäude, in dem Spiel- und Sportgeräte gelagert wurden, brannte aus.

Einen direkten Anlass für die Ausschreitungen gibt es nicht. Das Viertel ist in der Vergangenheit häufiger Schauplatz von Unruhen gewesen.

Messerstechereien und Schlägereien am Nordseestrand

Der Nachrichtenblog Tichys Einblick berichtet, dass es an den Küsten der Niederlande und Belgiens in den vergangenen Wochen zu schweren Krawallen durch Migranten gekommen ist. Die belgische Bahn habe sogar den Zugverkehr an die Küste eingeschränkt, damit die Randalierer keine personelle Verstärkung erhalten.

Tichys Einblick berichtet:

Ab dem 1. Juni wurden die niederländischen Corona-Maßnahmen gelockert und Reisen in viele Urlaubsländer waren wieder möglich. Aber genau die Herkunftsländer, in denen viele niederländische Migrantenfamilien im Sommer oft Langzeitferien machen (Marokko, Türkei), blieben geschlossen. In den Migrantenvierteln in Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Utrecht nahmen die Spannungen zu. Auch viele Migrantenfamilien aus Deutschland, die in diesem Sommer nicht in ihr Herkunftsland reisen konnten, erhöhten den Druck im Kessel. (...) Das meist rustikale Strandleben nahm einen ganz anderen Charakter an. Der stellvertretende Bürgermeister von Den Haag stellte fest, dass es nicht nur doppelt so viele Badegäste wie an jedem anderen heißen Tag gab, sondern auch eine ganz neue Art von Touristen mit Gewalt und Schlägereien. In Blankenberge, Belgien, war es noch schlimmer: Dort provozierten Brüsseler Migrantensöhne Kämpfe um den Platz an der Sonne oder um den Sonnenschirm. Verzweifelt beschlossen die Behörden, den Zugverkehr bis zur gesamten belgischen Küste zu begrenzen um Verstärkung für die Aufständischen zu blockieren.

(...)

Aber jetzt, in den heißen Augusttagen 2020, wurde das Schilderswijk an drei Tagen hintereinander zum Schauplatz von etwas, das man früher in den USA „Rassenunruhen“ genannt hätte. Hydranten wurden geöffnet, Feuer auf den Straßen angezündet, ein Molotow-Cocktail in ein brandneues Jugendgebäude geworfen. Gruppen junger Leute hauptsächlich marokkanischer Herkunft zogen von Straße zu Straße, zerstörten Autos und entglasten Häuser und Geschäfte.

Die Polizei wurde mit Eiern und Pflastersteinen beworfen, gezielt auch von den Dächern der Häuser. Einwohner erlebten es als Krieg. An drei aufeinanderfolgenden Abenden kamen hunderte Randalierer – über Snapchat und andere soziale Medien alarmiert und oft aus anderen Stadtteilen oder Städten. Jede Nacht wurden Dutzende verhaftet.

Am Freitag breitete sich das Feuer auf Utrecht aus; per Snapchat wurde dazu aufgerufen ‘Den Haag zu übertreffen’. Hier begannen die Unruhen im Einwanderungsbezirk Kanaleneiland und breiteten sich auf Overvecht aus. Auch hier kam es zu Ausschreitungen, Zerstörungen und Steinwürfen junger Leute, begleitet von Feuerwerkskörpern. Auch hier wurden an beiden Abenden Dutzende Randalierer verhaftet. Aber das Gewitter und die Wolkenbrüche hatten größere Wirkung als der Polizeieinsatz. Insbesondere die Regengüsse haben den niederländischen Hitzewellenunruhen vorerst ein Ende gesetzt. Ein Aufstandsversuch in Rotterdam wurde von der Polizei und vom Regen im Keim erstickt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Finanzen
Finanzen Brutale Woche für Tech-Branche endet mit kurzer Verschnaufpause, doch KI-Zweifel bleiben
06.11.2026

Erfahren Sie, wie Schnäppchenjäger die Märkte kurzzeitig stabilisieren und welche unberechenbaren Risiken die Börsen weiterhin bedrohen.

DWN
Politik
Politik Schweden bestätigt Taurus-Lieferung: Marschflugkörper erreicht mehr als 500 Kilometer
06.11.2026

Schweden hat erstmals bestätigt, bereits Taurus-Marschflugkörper erhalten zu haben. Die Waffe kann Ziele in mehr als 500 Kilometern...

DWN
Politik
Politik Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier: Union und SPD für Ilse Aigner als Bundespräsidentin
06.11.2026

Ein Versorgungsposten zwischen den Unionsparteien und der SPD? Es herrscht anscheinend Einigung zwischen Union und SPD, dass Aigner...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt West Transport: Mit 22 Lastwagen gegen die Krise der Transportbranche
06.11.2026

Die Transportbranche kämpft mit steigenden Kosten, Fahrermangel und wachsendem Wettbewerbsdruck. Doch ein kleines Familienunternehmen aus...

DWN
Finanzen
Finanzen Gold vs. Bitcoin: Welcher Vermögenswert schützt in der Krise?
06.11.2026

Ende August bewegten sich Bitcoin und Gold so stark im Gleichlauf wie seit fast sechs Jahren nicht mehr. Dr. André Dragosch, Head of...

DWN
Politik
Politik Arbeitslosenversicherung: Milliardenloch steigt und immer mehr Arbeitslose: Kommen höhere Beiträge?
06.11.2026

Im Oktober gibt es knapp drei Millionen Menschen, die arbeitslos gemeldet sind. Die Finanzierung der Arbeitslosenversicherung gerät...

DWN
Technologie
Technologie Der größte Kryptowährungsdiebstahl der Geschichte begann mit einem gefälschten Vorstellungsgespräch
06.11.2026

Ein vermeintliches Vorstellungsgespräch, manipulierte Software und ein internes KI-System wurden der Kryptobörse Binance zum Verhängnis....

DWN
Finanzen
Finanzen Ausverkauf von Tech-Aktien: Südkoreas Börse bricht ein
06.11.2026

Der Ausverkauf von Tech-Aktien in den USA belastet auch die Börsen in Asien. Besonders betroffen ist der südkoreanische Aktienmarkt. In...