Politik

Nach „Sputnik V“: Russland beginnt mit Tests für zweiten Corona-Impfstoff

Nach dem erfolgreichen Test und der Freigabe des Corona-Impfstoffs „Sputnik V“, testet Russland nun einen zweiten potenziellen Impfstoff.
07.09.2020 17:15
Aktualisiert: 07.09.2020 17:15
Lesezeit: 1 min
Nach „Sputnik V“: Russland beginnt mit Tests für zweiten Corona-Impfstoff
06.08.2020, Russland, Moskau: Die vom russischen Investmentfonds Russian Direct Investment Fund zur Verfügung gestellte Aufnahme zeigt Ampullen mit einem neuen Impfstoff gegen das Coronavirus im Nikolai Gamaleya Nationalzentrum für Epidemiologie und Mikrobiologie auf einem Tisch. (Foto: dpa) Foto: Alexander Zemlianichenko Jr

Russland wird am 30. September Frühphasenversuche mit einem zweiten potenziellen Corona-Impfstoff abschließen, der vom Vector Institute hergestellt wurde. Das Land gab letzten Monat bekannt, dass sein erster Impfstoff mit dem Namen „Sputnik V“ bereits die Zulassung erhalten hat, so The Daily Sabah.

Nach der frühen Freigabe von „Sputnik V“ gegen das Coronavirus zur breiten Verwendung in der Bevölkerung hatte Russland Details zu seinem Wirkstoff veröffentlicht. Die vorläufigen Ergebnisse wurden im medizinischen Fachblatt „The Lancet“ publiziert. Sie decken sich mit früheren Angaben russischer Wissenschaftler und Politiker. Demnach regt der Impfstoff eine Immunantwort an. So seien bei Teilnehmern - insgesamt waren es 76 - in der Testphase I/II Antikörper gegen das Virus nachgewiesen worden. Zugleich habe es keine schwerwiegenden Nebenwirkungen gegeben, schrieben die russischen Forscher.

Bei dem Vakzin handelt sich um einen sogenannten Vektorimpfstoff, der aus zwei Injektionen besteht. Er wurde vom staatlichen Gamaleja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau entwickelt. Eine Zulassung vor dem Vorliegen der Ergebnisse großer klinischer Studien widerspricht dem international üblichen Vorgehen.

Die Tests in Phase III haben mittlerweile begonnen. Dem Institut zufolge sollen sie mindestens sechs Monate dauern. Die ersten Freiwilligen in der Hauptstadt Moskau sollen ab nächster Woche geimpft werden, wie Bürgermeister Sergej Sobjanin der Agentur Interfax zufolge sagte. Er selbst habe sich impfen lassen - "sonst wäre es schwer, für einen russischen Impfstoff zu werben", sagte er.

Auch eine Tochter von Kremlchef Wladimir Putins hat sich nach dessen Angaben bereits impfen lassen, so auch Verteidigungsmister Sergej Schoigu. Sein Ministerium veröffentlichte dazu ein Video. Parallel zu den Tests sollen Ärzte und Lehrer eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten - auf freiwilliger Basis, wie es hieß.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Private Krankversicherung: PKV-Beiträge 2027 steigen für mehr als die Hälfte der Privatversicherten
02.11.2026

Zum Jahreswechsel 2026/2027 drohen vielen Privatversicherten deutliche Mehrkosten. Der PKV-Verband erwartet für rund 53 Prozent der...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilienkauf: Für viele junge Deutsche nur mit Hilfe der Familie finanzierbar
02.11.2026

Der Kauf des eigenen Hauses oder einer Wohnung ist vor allem in den Ballungsräumen nach wie vor sehr teuer. Wer keine finanzstarke Familie...

DWN
Politik
Politik Russland-Expertin: Die Wirtschaft wird Putin nicht stoppen
02.11.2026

Die russische Wirtschaft ist ein Instrument für die politische Richtung des Kremls, kein Kompass. Der Kurs bleibt auch unter...

DWN
Politik
Politik Robert Habeck warnt vor Putins nächster Falle: „Wir dürfen nicht wieder wegsehen“
01.11.2026

Europa hat die Gefahr durch Putin lange unterschätzt. Der frühere Wirtschaftsminister Robert Habeck fürchtet, dass sich dieser Fehler in...

DWN
Politik
Politik Bahn, Kredite, Weihnachtsmarkt – was sich im November ändert
01.11.2026

Für Familien wird eine ICE-Fahrt mit der Bahn zum Pauschalpreis dauerhaft angeboten. Was sich im neuen Monat außerdem bei kleinen...

DWN
Finanzen
Finanzen Wölfe der Wall Street: Halten Sie in Europa Ausschau nach Finanz-, Infrastruktur- und Industrietiteln
01.11.2026

Der Gewinner der letzten Monate ist nicht die Technologiebranche, sondern das Gesundheitswesen. US-Gesundheitsaktien haben den S&P 500 in...

DWN
Finanzen
Finanzen Jetzt juckt es mich beim Anthropics-IPO in den Fingern
01.11.2026

Als ich vor einem Monat darüber schrieb, warum ich derzeit nicht in Anthropic investieren möchte, waren meine wichtigsten Argumente der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen US-Logistikkonzern C.H. Robinson verblüfft mit KI-gestütztem Gewinnsprung: So ist das gelungen!
01.11.2026

28 Prozent weniger Mitarbeiter, über 60 Prozent mehr Produktivität und Frachtangebote in nur 31 Sekunden: Der US-Logistikkonzern C.H....