Deutschland

Wegen Pandemie und Katastrophen: Hannover Rück rechnet mit deutlichen Preissteigerungen

Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück rechnet angesichts der Corona-Pandemie und der Häufung von Wirbelstürmen und Waldbränden mit anhaltenden Preissteigerungen.
14.09.2020 11:26
Lesezeit: 1 min
Wegen Pandemie und Katastrophen: Hannover Rück rechnet mit deutlichen Preissteigerungen
18.02.2019, Niedersachsen, Hannover: Eine Fahne der Hannover Rück weht vor dem Hauptsitz der Versicherung. (Foto: dpa) Foto: Raphael Knipping

Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück rechnet angesichts der Corona-Pandemie und der Häufung von Wirbelstürmen und Waldbränden mit anhaltenden Preissteigerungen. Auch in der Erneuerungsrunde zum Jahreswechsel, für die derzeit die Verhandlungen beginnen, seien in der Schaden-Rückversicherung deutlich höhere Preise zu erwarten, teilte die Hannover Rück am Montag mit. In den Vertrags-Erneuerungsrunden dieses Jahres seien bereits Preiserhöhungen durchgesetzt worden - bei Verträgen, die von Schäden betroffen waren, sogar um mehr als zehn Prozent. Doch das reiche nicht aus, weil die Branche angesichts sinkender Kapitalerträge verstärkt darauf angewiesen sei, dass die Verträge selbst rentabel seien.

"Die niedrigen Zinsen werden uns noch lange Zeit begleiten", argumentierte Vorstandschef Jean-Jacques Henchoz. "Deshalb sind Preiserhöhungen auf der Erst- und Rückversicherungsseite im Januar und darüber hinaus unumgänglich." Die Coronakrise hat die Rückversicherer hart getroffen. Sie müssen unter anderem für Betriebsunterbrechungen, den Ausfall von Warenkrediten und für Veranstaltungsausfälle zahlen. "Das wahre Ausmaß der durch die Pandemie entstandenen Schäden wird erst langfristig erkennbar sein", sagte der zuständige Hannover-Rück-Vorstand Sven Althoff. "Wir sehen die Covid-19-Pandemie als Katalysator für fundamentale Preis- und Konditionsanpassungen bei Erst- und Rückversicherern."

Marktführer Münchener Rück hatte sich in der vergangenen Woche ähnlich geäußert.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Wall Street stürzt wegen Inflationshoch ab
10.06.2026

Turbulenzen an den US-Börsen: Erfahren Sie, welche Faktoren die Anleger in Alarmbereitschaft versetzen und warum nicht alle Aktien dem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvente Perlon-Gruppe: Deutscher Weltmarktführer geht an China
10.06.2026

Die deutsche Chemie ist in einer schwierigen Lage, geplagt von hohen Kosten, schwachem Weltmarkt und chinesischer Konkurrenz. Ein...

DWN
Politik
Politik Bürgerkrieg in Belfast: Tödliche Messerattacken erschüttert das Vereinigte Königreich
10.06.2026

Ein sudanesischer Asylbewerber hat in Belfast einen Mann niedergestochen. Daraufhin kommt es zu schweren Ausschreitungen. Der erneute...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Personalabbau bei Chemieriese Evonik: 1.850 Arbeitsplätze fallen weg
10.06.2026

Deutschlands Industrie baut weiter ab: Der Essener Chemiekonzern Evonik streicht 1.850 Stellen bis Ende 2026. Die Krise der deutschen...

DWN
Politik
Politik Infrastruktur-Sondertopf: Investitionen laufen nur schleppend an
10.06.2026

Mit einem 500 Milliarden Euro schweren Sondertopf will die Bundesregierung den jahrelangen Investitionsstau in der deutschen Infrastruktur...

DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeldzinsen: Sparkassen und Volksbanken zahlen zu wenig Zinsen für Tagesgeld
10.06.2026

Sparer erhalten bei Sparkassen und Volksbanken oft deutlich weniger Zinsen als bei überregionalen Banken, zeigt eine Analyse des...

DWN
Politik
Politik FDP-Chef Kubicki rechnet mit Merz ab: “Erwartungsmanagement ist unterirdisch“
10.06.2026

In der ARD-Sendung Maischberger warf Kubicki dem CDU-Chef vor, "unglaublich schlecht" zu kommunizieren. Seine Kritik fällt deutlich aus...

DWN
Politik
Politik Energiewende auf der Kippe? Koalition in schwierigen Verhandlungen über Energiepaket
10.06.2026

Bei einem Energiekongress in Berlin geht es um strittige Vorhaben der Koalition. Die Fraktionschefs von SPD und Union setzen...