Politik

Paukenschlag: China bereitet sich auf einen Krieg gegen die USA vor

Erstmals hat ein mediales Sprachrohr der Kommunistischen Partei Chinas angekündigt, dass ein Krieg gegen die USA und seine Verbündeten in der Asien-Pazifik-Region unausweichlich sei.
14.09.2020 16:31
Aktualisiert: 14.09.2020 16:31
Lesezeit: 2 min
Paukenschlag: China bereitet sich auf einen Krieg gegen die USA vor
US-Militärstützpunkte rund um China. (Grafik: Buch - Base Nation: How U.S. Military Bases Abroad Harm America and the World)

„Die Chinesen wollen keinen Krieg, aber wir haben territoriale Streitigkeiten mit mehreren Nachbarländern, die von den USA angestiftet wurden, um gegen China vorzugehen. Einige dieser Länder glauben, dass die Unterstützung der USA ihnen eine strategische Chance bietet. Sie versuchen, China auf eine unverschämte Art und Weise zu behandeln. Sie glauben, dass China unter dem strategischen Druck der USA Angst hat, nicht bereit oder nicht in der Lage ist, mit ihnen militärische Konflikte zu führen (…) In Anbetracht der Taiwan-Frage ist das Risiko, dass das chinesische Festland in einen Krieg gezwungen wird“, so die Zeitung Global Times, die das mediale Organ der Kommunistischen Partei Chinas ist.

Die chinesische Gesellschaft müsse daher den Mut haben, sich auf einen Krieg einzulassen, der darauf abziele, die Kerninteressen zu schützen, und bereit sein, die Kosten zu tragen. Auf diese Weise könne Chinas umfassende Stärke effektiv in eine strategische Abschreckung gegen alle Arten von Provokateuren umgewandelt werden. China müsse ein Land sein, das sich auf einen Kampf einlässt.

Das Blatt wörtlich: „China ist eine aufstrebende Macht, die von den USA und dem Westen ideologisch abgelehnt wurde. Die Länder, die territoriale Streitigkeiten mit China haben, sympathisieren auch miteinander. Wenn China beschließt, mit einer benachbarten Streitmacht in den Krieg zu ziehen, wird die internationale Gemeinschaft tendenziell die schwächere Seite bevorzugen. Unabhängig davon, ob unsere Schritte gerechtfertigt sind oder nicht, sind die moralischen Risiken hoch. Außerdem werden die USA ihre öffentliche Meinungsmaschine vollständig gegen China wenden. Daher sollten wir die Komplexität eines Krieges nicht unterschätzen.

Bevor China mit einer benachbarten Streitmacht Krieg führt, muss es Folgendes tun:

Zunächst müssen wir klarstellen, dass die andere Seite, und nicht China, den Status Quo verletzt.

Zweitens müssen wir klarstellen, dass die andere Seite der Provokateur in einer komplexen Situation ist.

Drittens müssen wir der internationalen Gemeinschaft klar machen, dass China auf diplomatischem oder politischem Wege hart daran gearbeitet hat, vor dem Krieg die Spannungen zu lösen.

Viertens wurde der erste Schuss von der anderen Seite abgefeuert, nicht von China. Die internationale Gemeinschaft sollte sich dessen voll bewusst sein.

Fünftens müssen wir nur in extremen Situationen, wenn wir den ersten Schuss abfeuern müssen, im Voraus ein Ultimatum stellen, damit ein gerechter Krieg aufrecht beginnen kann.“

Auf diese Weise werde China, unabhängig davon, ob es in einen Krieg verwickelt wird oder nicht, den Respekt der Welt gewinnen.

Ein renommierter türkischer Generalmajor hatte im vergangenen Jahr ein Buch veröffentlicht, in dem geschildert wird, warum ein Dritter Weltkrieg des Westens unter Führung der USA gegen China und Indien unausweichlich sei. Dem Generalmajor zufolge werden Russland und die Türkei im Lager des Westens stehen. “Wenn sie als Land nicht imstande sind, die Seewege zu kontrollieren, können sie weder eine Kontrolle über die weltweiten Rohstoffe erringen, noch eine Weltmacht werden. Diese Kontrolle führte in früheren Zeiten England aus und jetzt sind es die USA. Die Chinesen bauen einen Flugzeugträger. Warum? Denn wenn du keine Kontrolle über die Ozeane hast, kannst du nicht zum weltgrößten Akteur aufsteigen. Der Dritte Weltkrieg wird ausbrechen. Neutralität ist lediglich eine Utopie. Wie neutral kann man bleiben, wenn alles beginnt zu knattern. Auch die Türkei wird beim Dritten Weltkrieg nicht neutral bleiben können. Die Türkei wird auf jeden Fall Partei für den westlichen Block ergreifen“, so Generalmajor a.D. Osman Pamukoğlu.

Der Dritte Weltkrieg werde nicht in Europa, Lateinamerika oder in Afrika, sondern in der Asien-Pazifikregion ausgetragen werden. Dazu sagt Pamukoğlu: “Das Himalaya-Gebirge und Kaschmir sind enorm wichtig für die Wasserversorgung in der Region. Insbesondere China benötigt das Wasser aus dem Himalaya-Gebirge. Wenn ein atomarer Schlag auf die Wasserressourcen im Himalaya-Gebirge ausgeführt werden sollte, würde dies dazu führen, dass Milliarden von Menschen ohne Wasser bleiben und flüchten müssten”, so Pamukoğlu.

Allerdings könne die letzte Vorbereitungsphase gegen China erst dann beginnen, wenn die USA das iranische Problem gelöst haben.

Das Buch des Ex-Militärs wurde in verschiedene Sprachen übersetzt. Es verkaufte sich vor allem in Russland und in China und wurde zum Gesprächsgegenstand bei Militärs und Politikern.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Cartier Tank oder Santos – welche ist zeitloser?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht: Design-Kenner sehen in der klar reduzierten Tank das zeitlosere Statement, während die vielseitigere...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: US-Aktien schließen nach Tech-Rücksetzer im Minus
23.09.2026

Welche geopolitischen und wirtschaftlichen Faktoren die Wall Street zur Wochenmitte aus der Bahn warfen.

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell unter Druck: Starker Dollar und Zinssorgen belasten Goldkurs
23.09.2026

Der Goldpreis fällt am Mittwoch deutlich. Ein stärkerer US-Dollar und die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed...

DWN
Politik
Politik Spritpreise: Deutschland plant den Deckel, Kroatien begrenzt schon heute
23.09.2026

Die Spritpreise steigen, und Europas Regierungen greifen immer stärker in den Markt ein. Deutschland senkt die Energiesteuer und plant...

DWN
Politik
Politik Protest gegen EU-Bürokratie: 13 EU-Staaten wollen Brüssel einbremsen
23.09.2026

Österreich macht gemeinsam mit zwölf weiteren EU-Staaten Druck auf Brüssel: Ein Jahr lang soll bei neuen EU-Gesetzen weitgehend auf die...

DWN
Politik
Politik Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt – BSW als Zünglein an der Waage?
23.09.2026

Die Atmosphäre sei gut, die Gespräche konstruktiv: In Sachsen-Anhalt tasten sich AfD und BSW langsam heran. Ein Patt im Landtag könnte...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Henkel-Aktie unbeeindruckt: Grünes Licht für Stahl Parent-Übernahme
23.09.2026

Der Konsumgüterkonzern Henkel darf den niederländischen Spezialbeschichtungshersteller Stahl Parent für 2,1 Milliarden Euro übernehmen....

DWN
Politik
Politik Drohnenhersteller Stark Defence: Bundeswehr erhält bald Virtus-Kamikazedrohnen
23.09.2026

Der Drohnenhersteller Stark Defence steht bei einer Bundeswehr-Großbestellung von Kampfdrohnen in den Startlöchern: Die an...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mercedes GLC im Test: Elektrisch ist er endlich so, wie er sein muss
23.09.2026

Der elektrische Mercedes GLC 400 4Matic bringt fast 500 PS, viel Komfort, hohe Ladeleistung und einen überraschend moderaten Verbrauch. Im...