Finanzen

Dax am Dienstag knapp im Plus, Stimmung vor Fed-Sitzung gedämpft

Der Dax hat Dienstag knapp im Plus geschlossen. Als Stütze galten gute Wirtschaftsdaten aus China und Deutschland. Doch die Stimmung der Anleger bleibt vor der Fed-Sitzung am Mittwoch gedämpft.
15.09.2020 09:27
Aktualisiert: 15.09.2020 09:27
Lesezeit: 3 min
Dax am Dienstag knapp im Plus, Stimmung vor Fed-Sitzung gedämpft
Vor der Frankfurter Börse stehen Bulle und Bär. (Foto: dpa)

Die wichtigsten asiatischen Aktienmärkte haben sich am Dienstag in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Während die Kurse in China nach positiven Konjunkturdaten an ihre jüngsten Gewinne anknüpften, ging es in Japan etwas bergab.

Der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen legte um 0,69 Prozent auf 4683,04 Punkte zu. Für den Hang-Seng-Index der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong ging es zuletzt um 0,44 Prozent auf 24 749,59 Zähler hoch.

Aktuelle chinesische Daten deuten auf eine weitere Erholung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft vom Corona-Schock zum Jahresanfang hin: Im August entwickelten sich sowohl die Industrieproduktion als auch der Einzelhandelsumsatz sowie die Investitionen in Sachanlagen besser als zuletzt und als erwartet. Dass die USA die Einfuhr bestimmter Produkte aus Xinjiang blockieren, weil diese nach Ansicht Washingtons in der autonomen Region Chinas mit Hilfe von Zwangsarbeitern hergestellt wurden, ließ die Anleger kalt.

In Tokio schloss der japanische Leitindex Nikkei 225 um 0,44 Prozent tiefer bei 23 454,89 Punkten. Ihn bremste auch der weiter steigende Yen, der tendenziell japanische Produkte für ausländische Käufer verteuert.

Indes können die Investoren in Japan mit politischer Kontinuität unter dem designierten neuen Regierungschef rechnen: Yoshihide Suga will Schlüsselposten in seinem Kabinett unverändert lassen. So sollen Außenminister Toshimitsu Motegi und Finanzminister Taro Aso ihre Ämter behalten, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo aus informierten Kreise erfuhr.

Dax knapp im Plus - Stimmung bleibt vor Fed-Sitzung gedämpft

Die Stimmung unter den Anlegern ist am Dienstag am deutschen Aktienmarkt gedämpft geblieben. Auch gute Konjunkturdaten konnten den Dax vor dem am Mittwoch erwarteten US-Zinsentscheid nicht besonders antreiben. Der Leitindex ging mit 0,18 Prozent höher bei 13 217,67 Punkten aus dem Handel. Den Tag über hatte er sich nicht weit von 13 200 Punkten entfernt.

Am Markt hieß es, vor der Sitzung der US-Notenbank Fed hielten sich die Anleger mit weiteren Aktienkäufen eher zurück. Als Stütze galten gute Wirtschaftsdaten aus China und Deutschland. Hierzulande hatten sich die Konjunkturerwartungen der Finanzexperten aufgehellt. Laut Volkswirt Ulrich Wortberg von der Helaba legte der ZEW-Index eine kräftige Erholung der Wirtschaft im dritten Quartal nahe. Höher lag der Indikator zuletzt im Jahr 2000.

Aktien von Bayer setzten sich mit 2,7 Prozent Plus an die Dax-Spitze. Der Chemie- und Pharmakonzern hatte in der Vorwoche mitgeteilt, dass man im US-Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichter-Wirkstoffs Glyphosat auf einen erneuerten Kompromiss zusteuert. Nun stützen Gerichtsunterlagen diese Darstellung, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag berichtete. Außerdem baute der Konzern sein Portfolio an Krebsmedikamenten mit einer neuen Lizenzvereinbarung aus.

Eine Kaufempfehlung der Investmentbank Mainfirst ließ die Aktien von HeidelbergCement um 1,5 Prozent steigen. Nach Einschätzung von Analyst Tobias Wörner sollte eine längerfristig schwache Kursentwicklung bei den Papieren des Zementkonzerns unter anderem wegen dessen Restrukturierungen der Vergangenheit angehören.

Hinten im Dax standen die 2,4 Prozent schwächeren Aktien der Deutschen Bank. Vor dem Fed-Entscheid folgten sie damit der europaweit schwächeren Tendenz im Bankensektor. Auch für die Aktien der Commerzbank und der Aareal Bank ging es im MDax um bis zu 2,5 Prozent bergab.

Unter den Nebenwerten sorgte eine sogenannte Short-Attacke auf den MDax-Titel Grenke für viel Aufsehen. Ein kritischer Bericht eines Investors über den Leasing-Anbieter ließ den Kurs um bis zu 30 Prozent einbrechen. Letztlich konnten sie sich davon mit minus 18,8 Prozent etwas erholen. Viceroy ist nach eigener Aussage in den Aktien «short» positioniert und dürfte so von den fallenden Kursen selbst profitiert haben.

Im SDax gehörten die Aktien von Amadeus Fire gehörten mit einem Anstieg um 7,6 Prozent zur Spitzengruppe. Der Dienstleister für Zeitarbeit und Personalvermittlung hatte am Vorabend den Kauf des Heidelberger IT-Bildungsanbieters GFN vermeldet.

Unter den Indexkollegen des Dax war die Tendenz derweil nicht eindeutig. Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel gab im Gegensatz zum Dax um 0,27 Prozent auf 27 498,89 Punkte nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 derweil legte um etwa ein halbes Prozent zu. Der Pariser Cac legte 0,3 Prozent zu, während der Londoner FTSE sogar um 1,3 Prozent stieg. Der New Yorker Dow Jones Industrial stand mit etwa 0,4 Prozent im Plus.

Der Euro wurde am Dienstag mit zuletzt 1,1851 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatten den Referenzkurs zwischenzeitlich auf 1,1892 (Montag: 1,1876) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8409 (0,8420) Euro.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,51 Prozent am Montag auf minus 0,48 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 145,51 Punkte. Der Bund-Future gab leicht um 0,03 Prozent auf 173,95 Zähler nach.

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