Finanzen

Warum dieses Jahr schon 75 Bitcoin-Börsen verschwunden sind

Zuletzt haben ungewöhnlich viele Kryptowährungsbörsen geschlossen oder sind plötzlich verschwunden. Die Gründe sind vielfältig und reichen von Hacks über Betrug bis zu Verboten.
07.10.2020 22:59
Aktualisiert: 07.10.2020 22:59
Lesezeit: 1 min
Warum dieses Jahr schon 75 Bitcoin-Börsen verschwunden sind
Bitcoin-Münzen aus dem Jahr 2013. (Foto: dpa) Foto: Jens Kalaene

Bisher wurden in diesem Jahr mindestens 75 Krypto-Börsen aufgrund von Hacks oder Betrügereien geschlossen oder sind aus unbekannten Gründen einfach verschwunden. Nach Angaben des Crypto Wisser Exchange Graveyard handelte es sich bei fünf der geschlossenen Börsen um Betrug, und vier weitere Börsen wurden gehackt.

Insgesamt wurden dieses Jahr bereits 31 Börsen offiziell stillgelegt, und 34 sind ohne eine Erklärung einfach verschwunden. Nur zwei Börsen sind 2020 bisher von den Behörden abgeschaltet worden, dies waren die holländische Börse NLexch und die chilenische Börse Chilebit.

Vor allem viele kleinere Börsen sind dieses Jahr gescheitert. Ein möglicher Grund ist das Wachstum dezentralisierter Börsen. Auch die Regulierung hat zugenommen, und viele Börsen waren einfach nicht in der Lage, mit den Anforderungen Schritt zu halten. Auch Hacks und Betrügereien sind wachsende Probleme.

Derzeit drohen zwei weitere hochkarätige Börsen zu verschwinden, BitMEX und KuCoin. Nachdem in der vergangenen Woche Strafanzeige gegen Führungskräfte von BitMEX wegen Verstößen gegen die US-Bankenregulierungen erstattet wurde, hat die Kryptosicherheitsfirma Chainalysis die Börse als "hohes Risiko" eingestuft, wie Cointelegraph berichtet.

Einige Händler scheinen im Hinblick auf die Überlebensfähigkeit von BitMEX auch deshalb skeptisch zu sein, weil laut dem Datenanbieter Coin Metrics zwischen dem 30. September und dem 3. Oktober BTC im Wert von mehr als 500 Millionen Dollar von der Börse abgezogen wurde, was einen erheblichen Bank-Run darstellt.

KuCoin erlitt Ende September einen 200-Millionen-Dollar-Hack, wie Cointelegraph berichtete. Die Börse mit Sitz in Singapur hat sich bemüht, die Benutzer zu beruhigen, indem sie eine Reihe von Sicherheits-Updates herausgab. Der jüngsten Ankündigung des Unternehmens zufolge dauern die Prüfungen der verschiedenen betroffenen Kryptowährungen an.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

 

DWN
Politik
Politik Analyse: Trumps Korruption und Kleptokratie haben ihn eingeholt
03.11.2026

Kurz vor den Zwischenwahlen rückt ein Thema überraschend an die Spitze der Sorgen amerikanischer Wähler: Korruption. Donald Trumps...

DWN
Finanzen
Finanzen Nationale Reserven: Goldkäufe der Notenbanken steigen deutlich
03.11.2026

Notenbanken haben ihre Goldkäufe im dritten Quartal deutlich ausgeweitet, während Anleger weniger Barren und Münzen kauften. Welche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lebensmittelhersteller Völpel insolvent: Hohe Energiekosten belasten Familienunternehmen
03.11.2026

Die Völpel GmbH aus Königsmoos in Bayern ist auf die Herstellung von Trockenkräutern, Tees, Trockengemüse und Kräutersalz...

DWN
Politik
Politik Ehemaliger US-Diplomat: Trumps Regierung wird von persönlichen Interessen angetrieben
03.11.2026

Der frühere US-Diplomat George Kent erwartet auch nach den Zwischenwahlen keinen Kurswechsel von Donald Trump. Er wirft der Regierung vor,...

DWN
Technologie
Technologie Energiefresser Rechenzentren: KI-Boom lässt Strombedarf drastisch steigen
03.11.2026

Schon 2026 verbrauchen deutsche Rechenzentren so viel Strom wie rund 6,5 Millionen Haushalte. Bis 2035 könnte der Bedarf nochmals stark...

DWN
Finanzen
Finanzen Soll ich mein Geld in ein Auto ohne Fahrer stecken?
03.11.2026

Die Uber-Aktie ist in diesem Jahr deutlich gefallen. Das Unternehmen läuft operativ gut, doch seine Zukunft wird davon abhängen, wie es...

DWN
Politik
Politik Stromumlage ab 2031: Damit sollen neue Gaskraftwerke finanziert werden
03.11.2026

Elf Kraftwerksprojekte erhalten Geld dafür, Strom für Dunkelflauten bereitzuhalten. Die Kosten sollen auf alle Stromverbraucher umgelegt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schaeffler-Aktie rutscht ab: Autozulieferer Schaeffler streicht Tausende Jobs und schließt Werke
03.11.2026

Die Krise in der deutschen Industrie setzt sich fort: Der Autozulieferer Schaeffler will vier deutsche Standorte schließen und Tausende...