Finanzen

Dax rettet sich am Mittwoch mit Mühe ins Plus

Der Dax schließt am Mittwoch nach einem zähen Handelsverlauf im Plus. Der deutsche Leitindex profitierte von Rückenwind aus den USA und schloss bei knapp 13.000 Punkten. Hingegen gab der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel minimal nach.
07.10.2020 22:20
Lesezeit: 2 min
Dax rettet sich am Mittwoch mit Mühe ins Plus
Der Dax erreichte am Mittwoch fast wieder die Marke von 13.000 Punkten. (Foto: dpa) Foto: Arne Dedert

Der Dax hat sich am Mittwoch nach einem zähen Handelsverlauf ins Plus gerettet. Der deutsche Leitindex profitierte von Rückenwind aus den USA und schloss 0,17 Prozent höher bei 12.928,57 Punkten. Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel aber gab um 0,18 Prozent auf 27.617,71 Zähler nach.

Die relative Gelassenheit der Anleger angesichts der jüngsten Anweisung des US-Präsidenten Donald Trump, bis nach der Wahl im November nicht mehr mit den Demokraten über weitere Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Viruskrise zu verhandeln, begründeten Marktteilnehmer mit verschiedenen Argumenten. Nur wenige hätten noch mit einem Deal vor der Wahl gerechnet, sagte Axi-Analyst Milan Cutkovic. Analyst Jeffrey Halley vom Broker Oanda sieht in Trumps Vorgehen indes nur die "übliche Verhandlungstaktik" des US-Präsidenten: die Gegenseite verschrecken, um so bessere Bedingungen für sich zu erreichen.

Unter den Einzelwerten am deutschen Markt ragten Aktien von Logistikkonzernen positiv heraus. So erklommen die Papiere der Deutschen Post im Handelsverlauf ein Rekordhoch, nachdem das Unternehmen die Ergebnisprognose für dieses Jahr nach oben geschraubt hatte. Die Bonner gehen von einem durch den Online-Handel getriebenes sehr starkes Weihnachtsgeschäft aus. Zum Handelsschluss verzeichneten die Anteilsscheine an der Dax-Spitze ein Plus von rund vier Prozent.

Die Anteilscheine von Hapag-Lloyd sprangen nach einer positiven Studie der Deutschen Bank sogar um mehr als elf Prozent in die Höhe. Bereits kurz vor der Prognoseanhebung der Deutschen Post hatte Analyst Andy Chu für die europäische Logistikbranche mit starken Zahlen zum dritten Quartal gerechnet. Wegen weiter steigender Frachtraten dürften die Geschäfte für Container-Reedereien wie Hapag-Lloyd besonders gut gelaufen sein.

Die Papiere von Covestro zogen nach einer positiven Analystenstudie der US-Investmentbank Goldman Sachs um knapp drei Prozent an. Der Kunststoffhersteller dürfte laut der Analystin Georgina Iwamoto von steigenden Preisen, einer zyklischen Erholung und einem Auffüllen der Lager durch die Abnehmer profitieren.

Die Aktien der Rückversicherer Munich Re und Hannover Rück indes zeigten sich sehr schwach mit jeweils rund 2 Prozent Abschlag. Am Markt wurde auf den Wirbelsturm "Delta" verwiesen, der auf die Südostküste von Mexiko getroffen ist und dort nun wütet.

Für die Papiere von SMA Solar indes ging es an der Spitze des Nebenwerteindex SDax um fast 9 Prozent nach oben. Die Privatbank Berenberg hatte die Aktien des Solarausrüsters zum Kauf empfohlen. Analyst Lasse Stueben lobte das breite Produktportfolio, mit dem SMA in allen Bereichen des Wachstumsmarktes Solarindustrie profitieren könne.

Auf europäischer Bühne schloss der EuroStoxx prozentual unverändert bei 3233,43 Punkten. In Paris gab der Cac leicht nach und der Londoner FTSE 100 trat nahezu auf der Stelle. In New York allerdings legte der Dow Jones Industrial zuletzt um 1,6 Prozent zu.

Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1770 (Dienstag: 1,1795) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8496 (0,8478) Euro.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,53 Prozent am Dienstag auf minus 0,52 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,01 Prozent auf 145,73 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,27 Prozent auf 174,07 Zähler nach.

Untersuchungsausschuss zum Bilanzskandal Wirecard startet

Im Bundestag startet am Donnerstag (15.00 Uhr) der mit Spannung erwartete Untersuchungsausschuss zum spektakulären Bilanzskandal rund um den ehemaligen Dax-Konzern Wirecard. Die Abgeordneten wollen in den kommenden Monaten unter anderem herausfinden, ob das deutsche Fintech-Unternehmen als aufstrebender Börsenstar von den Aufsichtsbehörden mit Samthandschuhen angefasst wurde.

Der inzwischen insolvente Dax-Konzern hatte im Sommer Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt. Die Firma saß als Dienstleister für bargeldlose Zahlungen an Ladenkassen und im Internet an der Schnittstelle zwischen Händlern und Kreditkartenfirmen - in einem hart umkämpften Markt.

Nach bisherigem Stand der Ermittlungen machte Wirecard jahrelang Verluste. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Unternehmen seit 2015 Scheingewinne auswies. Mehr als drei Milliarden Euro könnten verloren sein. Die Finanzaufsicht Bafin und eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft stehen in dem Fall in der Kritik.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen US-Regulierungspläne lösen Turbulenzen am Kryptomarkt aus: XRP legt kräftig zu – Investoren suchen neue Anlagestrategien

Frankfurt/London, Februar 2026 – Der Kryptomarkt befindet sich erneut in einer Phase erhöhter Schwankungen. Makroökonomische...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Rente mit 70? Was die Regierung diskutiert und wer betroffen wäre
28.02.2026

Rente mit 70 – dieser Plan könnte schon bald Realität werden. Die Rentenkommission und verschiedene Experten legen seit einigen Tagen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Glasfaser-Internet: Telekom peilt bei Glasfaser-Ausbau 25 Millionen Haushalte an
28.02.2026

Die Bagger der Telekom kommen gut voran, doch die Resonanz der Kunden in puncto Glasfaser-Internet ist noch ausbaufähig. Der Konzern legt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Run aufs weiße Gold: Warum Deutschland zum Lithium-Produzenten werden kann
28.02.2026

Lithium ist einer der wichtigsten und wertvollsten Rohstoffe für die Zukunftstechnologie. Rohstoffknappheit und der anhaltende KI-Boom...

DWN
Technologie
Technologie Künstliche Intelligenz: Entscheidet KI über Aufstieg oder Abstieg Europas?
28.02.2026

Wissen explodiert, Märkte beschleunigen, Entscheidungen müssen in Sekunden fallen. Künstliche Intelligenz wird damit zur Dampfmaschine...

DWN
Immobilien
Immobilien Ifo: Schärfere Mietpreisbremse verschärft Wohnungsnot
28.02.2026

Der Wohnungsbau in Deutschland liegt am Boden. Denn die Kosten sind so hoch, dass sich der Bau für Vermieter vielerorts nicht lohnt. Ein...

DWN
Politik
Politik Moldau im Machtkampf: Russland bekämpft EU-Annäherung mit Millionen
28.02.2026

Russland versucht mit hohen Geldsummen und gezielter Desinformation, proeuropäische Mehrheiten in Beitrittsstaaten wie Moldau zu...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Milliarden: Prozess um ehemaliges Streamingportal movie2k.to
28.02.2026

Ein ehemaliges Streamingportal, Millionen Raubkopien und ein Bitcoin-Vermögen in Milliardenhöhe: Vor dem Landgericht Leipzig wird ein...

DWN
Politik
Politik 4 Jahre Ukraine-Krieg: Russland unter militärischem und finanziellem Druck
28.02.2026

Vier Jahre nach Beginn des Ukraine-Kriegs steht Russland trotz demonstrativer Stärke vor massiven militärischen Verlusten und wachsenden...