Finanzen

Bridgewater-Chef: Wer Dollar-Bargeld hortet, wird viel Geld verlieren

Bridgewater-Chef Ray Dalio meint, dass das Horten von Bargeld in der US-Währung gefährlich sei. Dollar-Bargeld werde sich im Gegensatz zu anderen Anlageklassen schlechter entwickeln.
16.10.2020 17:04
Aktualisiert: 16.10.2020 17:04
Lesezeit: 1 min

Ray Dalio hat die Anleger vor den Gefahren des Haltens von Dollar-Bargeld gewarnt. Der Gründer von Bridgewater Associates sagte in einem Interview, dass die hohen Ausgaben in den USA bedeuten, dass der Dollar keine sichere Investition mehr sei. Dalio ist nicht der einzige Händler, der glaubt, dass sich Bargeld im Vergleich zu anderen Anlageklassen schlecht entwickelt wird.

Der Anstieg von Gold auf 2.000 Dollar zeigt auch, dass der Markt nicht mehr an Bargeld glaubt. Ebenso wie der Anstieg des Euro und anderer wichtiger Währungen gegenüber dem Dollar. Da die US-Notenbank Fed mittlerweile lockerer auf die Inflation schaut, könnte dies wohl der schlechteste Zeitpunkt sein, um Dollar-Scheine zu horten. Laut Dalio hat der Kaufrausch der Federal Reserve seit März 2020 den Wert von Bargeld ernsthaft geschwächt.

„Ich denke, es gibt einen Instinkt zu glauben, dass Bargeld das Aktiva mit dem geringsten Risiko ist, weil es weniger volatil ist (…) auch weil wir alles durch die Linse von Bargeld betrachten“, so Dalio. Die meisten Leute würden nicht wissen, dass bei einer so hohen Schuldenproduktion und einer so hohen Bargeldproduktion die Leistung im Vergleich zu anderen Anlageklassen schlecht ist.

Dalio ist der Ansicht, dass das Halten von Bargeld der Prognose einer jährlichen „versteckten Steuer“ von zwei Prozent aufgrund der Inflation entspricht. Und dies dürfte sich ab diesem Jahr noch verschlimmern, da die Fed nun eine „durchschnittliche“ Inflationsrate von zwei Prozent anstrebt. Das bedeutet, dass eine tatsächliche Rate über einen längeren Zeitraum hinweg deutlich über zwei Prozent toleriert wird, so das Portal CCN.

Die diesjährige Börsen-Rallye ist auch ein klares Signal dafür, dass der Markt nicht viel Vertrauen in Dollar-Bargeld hat. Die meisten Anleger würden auf Aktien setzen. Es ist strittig, ob sich das Blatt wenden wird. Die meisten Hauptwährungen sind im vergangenen Monat gegenüber dem Dollar gefallen, wobei nur der chinesische Renminbi einen bescheidenen Anstieg von 0,8 Prozent verzeichnete.

Zudem haben der S&P 500 und der Nasdaq Kursverluste von 1,9 und 1,4 Prozent erlitten. Aufgrund der anhaltenden Coronavirus-Pandemie könnte auch eine Börsenkorrektur geplant sein. Erwähnenswert ist aber auch, dass Ray Dalio ein großes finanzielles Interesse daran hat, das Bargeld schlecht zu reden. Als Gründer von Bridgewater Associates möchte er, dass Anleger ihre wachsenden Barreserven in seinen Fonds „pumpen“.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Ist die Ära der Niedrigzinsen vorbei? Wie Bull DeFi ungenutzte Ersparnisse in aktive Renditen verwandelt – bis zu 3.700 US-Dollar pro Tag.

Wir beleuchten die unterschiedlichen Mechanismen von Bull Market DeFi im Vergleich zu traditionellen Anlagen – und warum es sich lohnt,...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Koreanischer Aktienmarkt: Der KI-Rausch endet in der Hölle
04.08.2026

Erst explodierten die Kurse, dann verbrannten Milliarden: Der koreanische Aktienmarkt ist innerhalb weniger Wochen vom KI-Wunderland zur...

DWN
Finanzen
Finanzen Krypto-Anleger zittern: Neue Steuerpläne sorgen für Unruhe
04.08.2026

Knapp neun Millionen Deutsche besitzen Kryptowährungen – doch ausgerechnet jetzt könnte die Politik einen der größten Steuervorteile...

DWN
Finanzen
Finanzen Lufthansa-Aktie: Unternehmen schneidet schlechter ab, als befürchtet
04.08.2026

Der Iran-Krieg, hohe Kerosinpreise und Streiks setzen der Lufthansa schwer zu. Die Lufthansa-Aktie gerät unter Druck, während der Konzern...

DWN
Finanzen
Finanzen Bayer-Aktie springt an: Quartalszahlen überraschen
04.08.2026

Die Bayer-Aktie legt nach starken Quartalszahlen deutlich zu, denn der Konzern übertrifft mit seinem Agrargeschäft die Erwartungen der...

DWN
Finanzen
Finanzen Zalando-Aktie gerät kräftig unter Druck
04.08.2026

Die Zalando-Aktie gerät nach Quartalszahlen und einer angepassten Jahresprognose kräftig unter Druck. Schwächere Ergebnisse und...

DWN
Politik
Politik So will Finnland die Russen aufhalten
04.08.2026

Sümpfe, die Panzer verschlingen, und zugewachsene Forstwege. Weltweit wächst die Erkenntnis, dass unberührte Natur als nationale...

DWN
Politik
Politik Wahlen in Deutschland: Soll die Fünf-Prozent-Hürde fallen?
04.08.2026

Die Parteienlandschaft in Deutschland ist im Umbruch: Alte Volksparteien verlieren, kleine Parteien legen zu, doch die sind nicht im...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Analyse: China stößt auf eine wirtschaftliche Mauer
04.08.2026

Während Chinas Fortschritte bei der Herstellung hochentwickelter Computerchips die Börsenmärkte erschüttern, gibt es in China eine...