Deutschland

Labor liefert reihenweise falsch positive Corona-Ergebnisse

Täglich werden in den deutschen Laboratorien abertausende Corona-Tests ausgewertet. Mitunter wird den Patienten ein falsch positives Ergebnis mitgeteilt. In einem Fall ist dies sogar reihenweise passiert.
28.10.2020 16:08
Lesezeit: 1 min
Labor liefert reihenweise falsch positive Corona-Ergebnisse
Mitarbeitern des Krankenhauses kamen die vielen positiven Corona-Tests merkwürdig vor. (Foto: dpa) Foto: Georg Hochmuth

Ein Medizinlabor aus Augsburg hat nach Angaben des Bezirks Oberbayern mehrere Dutzend falsch positive Corona-Testergebnisse geliefert. Der Fehler sei im Isar-Amper-Klinikum in Taufkirchen (Vils) am Samstag aufgefallen, sagte Bezirkssprecherin Susanne Büllesbach am Mittwoch. Zuvor hatte der «Münchner Merkur» über die Panne berichtet.

In der bezirkseigenen Klinik wurden demnach nach der Analyse durch das Labor in Schwaben an einem Tag 60 positive Tests registriert. Dies kam den Mitarbeitern des Krankenhauses merkwürdig vor. «Uns ist die schiere Menge an positiven Tests aufgefallen», sagte die Sprecherin. Eine Nachuntersuchung, die ebenfalls durch den Dienstleister aus Augsburg vorgenommen wurde, ergab, dass tatsächlich nur 2 der 60 Patienten sich mit dem Coronavirus infiziert hatten. Demnach waren 58 Tests falsch. Die Klinik gehe von einem technischen Fehler in dem Labor aus, erklärte Büllesbach.

Von dem betroffenen Augsburger Labor war am Mittwoch zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Das Unternehmen zählt zu den größten Anbietern von Labordiagnostik in Deutschland. In den Laboratorien sind nach Angaben des Dienstleisters bundesweit mehr als 1500 Mitarbeiter tätig.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen erklärte, dass falsch positive Ergebnisse eine grundsätzliche Fehlermöglichkeit aller diagnostischen Verfahren im medizinischen Bereich seien. Die Behörde geht davon aus, dass bei korrekter Anwendung der derzeitigen Testverfahren bei den Coronatests eine nahezu hundertprozentige Genauigkeit vorliegt. Nach Angaben einer Sprecherin hat das LGL aber keinen vollständigen Überblick über die Verfahren, die in privaten Laboren eingesetzt werden. Eine Aussage über die Anzahl falsch positiver Tests sei daher nicht möglich.

Vor einigen Tagen war auch der FC-Bayern-Fußballer Serge Gnabry positiv auf Corona getestet worden. Nach einem halben Dutzend Kontrolluntersuchungen, die alle negativ waren, wird auch in diesem Fall von einem falsch positiven Ergebnis ausgegangen.

Die Stadt Augsburg teilte nach der Panne bei dem örtlichen Dienstleister mit, dass die Kommune die Abstriche aus ihrem Testzentrum nicht in dem privaten Augsburger Büro analysieren lasse.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Politik
Politik Regierungsbildung in Berlin: Das planen Linke, Grüne und SPD für die Hauptstadt
17.10.2026

"Mehr gemeinsam, mehr Berlin": Das Sondierungspapier von Linke, Grünen und SPD umfasst inklusive Anlagen etwa 30 Seiten. So wollen die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deal mit Nvidia: Bundesregierung plant Kooperation mit US-Chiphersteller
17.10.2026

Deutschland will die Lücke beim Einsatz künstlicher Intelligenz in der Industrie schließen. Viele deutsche KMU hinken bei der digitalen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stellenabbau in Deutschland: Angebot an Zeitarbeit schrumpft
17.10.2026

Früher war Zeitarbeit ein boomendes Geschäft: 2017 arbeiteten noch mehr als eine Million Deutsche als Zeitarbeiter. Heute kämpft...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ausweg aus russischen Rohstoffen? „Eine Alternative gibt es, aber sie könnte uns nicht gefallen“
17.10.2026

Wie Deutschland und viele weitere EU-Staaten will auch Estland seine Abhängigkeit von russischen Rohstoffen reduzieren oder sogar beenden....

DWN
Technologie
Technologie Datenleck nach Cyberangriff bei Autohaus-Software: Betrugsversuche befürchtet
17.10.2026

Autokäufer könnten sich nun Betrugsversuchen gegenübersehen, die besonders schwierig zu erkennen sind. Vor allem Häuser mit Marken...

DWN
Finanzen
Finanzen Bundesbank-Vorstand warnt: Risiko einer Schuldenkrise in Europa deutlich gestiegen
17.10.2026

Michael Theurer, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, sieht in der jüngsten Verkaufswelle an den europäischen Anleihemärkten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Konflikte im Büro: So gehen Sie mit schwierigen Kollegen um
17.10.2026

Den schwierigen Kollegen wird man selten vollständig los. Doch man kann lernen, besser mit ihm umzugehen und sich selbst viel Ärger zu...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft BYD Dolphin G DM-i im Test: Ist das der Kleinwagen der Zukunft?
17.10.2026

100 Kilometer elektrisch, mehr als 1.000 Kilometer Gesamtreichweite und 212 PS: Der BYD Dolphin G DM-i bringt Werte in die...