Deutschland

Seuchen-Experten: Risiko für Vogelgrippe in Deutschland „hoch“

Deutsche Seuchenexperten schätzen das Risiko für einen Ausbruch der Vogelgrippe bei Nutzgeflügel und bei Vögeln in Tierparks in Deutschland als „hoch“ ein. Sollte es zu einem Ausbruch kommen, würden Geflügelbetriebe massive wirtschaftliche Schäden erleiden.
02.11.2020 15:43
Lesezeit: 1 min
Seuchen-Experten: Risiko für Vogelgrippe in Deutschland „hoch“
Ein Gänsebraten liegt am 25.12.2013 auf einem Teller vor einem geschmückten Christbaum in Kaufbeuren (Bayern). (Foto: dpa) Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) schätzt das Risiko für einen Ausbruch der Vogelgrippe bei Nutzgeflügel und bei Vögeln in Tierparks in Deutschland als „hoch“ ein. Kontakte zwischen diesen Geflügelbeständen und Wildvögeln sollten unbedingt verhindert werden, teilte das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit auf der Insel Riems bei Greifswald am Montag in seiner Lageeinschätzung mit. Zugleich solle intensiv überwacht werden, wo es tote oder kranke Wildvögel gibt. Zudem sollten alle Sicherheitsmaßnahmen in Geflügelbetrieben und -haltungen nochmals überprüft und „gegebenenfalls optimiert werden“.

Hintergrund seien nahezu zeitgleiche Funde toter und infizierter Wildvögel an Nord- und Ostseeküste sowie in Hamburg Ende Oktober. Laut Bundeslandwirtschaftsministerium war die Geflügelkrankheit bei einer Wildente in Hamburg, einem Mäusebussard auf der Insel Rügen und verschiedenen Wildvögeln in Schleswig-Holstein nachgewiesen worden. Tausende Geflügelbetriebe und private Halter in den Regionen - vor allem in der Nähe von Rastgebieten der Wildvögel - müssen ihre Vögel in Ställen unterbringen oder anderweitig verhindern, dass es zu Kontakten mit Wildvögeln kommen kann.

Nachgewiesen wurden laut Ministerium die Virustypen H5N8 und H5N5. Bisher sei keine Übertragung dieser Typen auf Menschen bekannt. Das FLI wies darauf hin, dass das Virus auch indirekt in die Bestände gelangen kann - durch kontaminierte Gegenstände wie Schuhwerk, Schubkarren oder Fahrzeuge. Bläss- und Saatgänse, Sing- und Zwergschwäne sowie mehrere Entenarten wie Pfeifenten kommen abhängig von der geografischer Herkunft zwischen Mitte Oktober und Mitte November nach Deutschland.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Online-Broker-Vergleich: Die besten Aktiendepots für Anleger – Tipps zur Anbieterauswahl

Ein Online-Broker-Vergleich beginnt beim Wertpapierdepot: Ein Depot ist die Eintrittskarte zur Börse, nur mit einem Depot können Anleger...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Tankerfracht auf Rekordhoch: Anleger verdienen am Öl-Chaos
29.09.2026

Supertanker kosten inzwischen mehr als eine Million Dollar pro Tag, Raffinerien kämpfen mit explodierenden Transportkosten. Während...

DWN
Politik
Politik Steht der Länderfinanzausgleich auf der Kippe? Union droht bei Linksregierung mit Geldentzug
29.09.2026

Nach dem Wahlsieg der Linkspartei in Berlin könnte diese bald die Regierung anführen. Die CDU- und CSU-geführten Bundesländer drohen...

DWN
Politik
Politik Winterzeit, Tankrabatt, Bahnhöfe: Was sich im Oktober ändert
29.09.2026

Die Sommerzeit endet schon wieder und das Alkoholverbot an Bahnhöfen kommt - ein Blick auf die Neuerungen im Oktober.

DWN
Finanzen
Finanzen Medios-Aktie: Konzern peilt bis 2031 Umsatz von 3,1 Milliarden Euro an
29.09.2026

Medios-Aktie gefragt: Medios will Umsatz und Ergebnis bis 2031 deutlich steigern. Die Berliner wollen sich mit der Strategie „Medios Next...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mercedes GLC im Test: Elektrisch ist er endlich so, wie er sein muss
29.09.2026

Der elektrische Mercedes GLC 400 4Matic bringt fast 500 PS, viel Komfort, hohe Ladeleistung und einen überraschend moderaten Verbrauch. Im...

DWN
Politik
Politik Klima-Transformation: Das steckt hinter dem Umbau der Stahlindustrie
29.09.2026

Weg von Kohle, hin zu Wasserstoff: Die deutsche Stahlindustrie steckt Milliarden in die Produktion von grünen Stahl. Doch die...

DWN
Politik
Politik Fachkräftemangel: Einwanderer 2025 in vielen Berufen unverzichtbar
29.09.2026

Mehr als ein Viertel aller Beschäftigten in Deutschland hat Wurzeln im Ausland. Besonders in Berufen, in denen händeringend Fachkräfte...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Frankreich Staatsverschuldung: Die nächste Gefahr für die Eurozone
29.09.2026

Frankreich galt lange als einer der politischen und wirtschaftlichen Pfeiler der Eurozone. Doch an den Anleihemärkten wächst die...