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Großaktionär AMS übernimmt die Macht bei Osram

Mit der außerordentlichen Hauptversammlung von Osram übersetzt AMS seine Mehrheit am Münchner Lichtkonzern in konkrete Macht. Von den Aktionären kam Kritik und eine Flut an Fragen.
03.11.2020 16:16
Aktualisiert: 03.11.2020 16:16
Lesezeit: 1 min
Großaktionär AMS übernimmt die Macht bei Osram
19.02.2019, Bayern, München: Zwei Personen unterhalten sich vor Beginn der Hauptversammlung von Osram im Kongresszentrum der Messe München vor einem über mehrere Monitore dargestellten Osram-Schriftzug. (Foto: dpa) Foto: Matthias Balk

Der Großaktionär AMS übernimmt die Macht bei Osram. Der auf der außerordentlichen Hauptversammlung am Dienstag vorgelegte Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag wird dem österreichischen Sensorikkonzern eine Weisungsbefugnis gegenüber dem Münchner Traditionsunternehmen geben. Dass er beschlossen wird, steht außer Frage: Die zu Beginn der virtuellen Hauptversammlung festgestellte Anwesenheit gibt dem Großaktionär AMS klar die dafür nötige Mehrheit von 75 Prozent der anwesenden Stimmen.

Von den Aktionärsvertretern kamen dennoch zahlreiche Fragen - laut Aufsichtsratschef Peter Bauer insgesamt 151 - und teils deutliche Kritik. „Heute ist ein trauriger Tag für die Osram-Aktionäre“, kommentierte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag sei für Osram der erste Schritt in eine vollständige Abhängigkeit von AMS, sagte sie. Das sei „ein Jammer“.

Kritik kam zudem an der Durchführung der Hauptversammlung als virtuelle Veranstaltung. Mehrere Aktionäre monierten, dass sie während der laufenden Veranstaltung keine neuen Fragen stellen konnten. Aufsichtsratschef Bauer begründete dies mit der Corona-Pandemie und der Rechtslage.

Osram-Chef Olaf Berlien warb für den Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Mit ihm breche eine „neue Zeitrechnung für Osram an. Und ich bin überzeugt, eine sehr erfolgreiche“, sagte er. Der Schritt sein kein Bruch mit der „stolzen, 113-jährigen Geschichte» von Osram. Gemeinsam könnten AMS und Osram «der Weltmarktführer für Sensorik und Photonik werden. Und so künftig in einer anderen Liga spielen.“

Der österreichische Großaktionär hatte sich Ende Oktober dazu entschlossen, am Kapitalmarkt weitere 760 Millionen Euro für die Finanzierung von Osram zu holen. Das Unternehmen aus Premstätten bei Graz platzierte eine entsprechende Wandelanleihe mit einer Laufzeit von sieben Jahren.

Am Freitag legt Osram seine Zahlen für das dritte Quartal vor. Der Fachdienst finanzen.net hat Analysten nach ihrer Einschätzung gefragt: Den Umsatz betreffend erwartet ein Analyst eine Verringerung von 23,15 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Hier liegt die Erwartung bei 710,1 Millionen EUR gegenüber 924,0 Millionen EUR im Vorjahrszeitraum.

Auf das gesamte abgelaufene Fiskaljahr blickend, rechnen vier Fachleute Analysten durchschnittlich mit einem Verlust von 1,591 EUR je Aktie. Im Fiskalvorjahr war hier ein Verlust von 2,930 EUR je Aktie vermeldet worden. Den Umsatz taxieren vier Analysten durchschnittlich auf 3,05 Milliarden EUR, gegenüber 3,46 Milliarden EUR im entsprechenden Zeitraum zuvor.

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