Deutschland

Corona-Krise schließt die Fachkräftelücke bei Ingenieuren

Laut einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft ist der Bedarf nach Fachkräften in der Corona-Krise extrem eingebrochen. Die lange beklagte Fachkräftelücke schließt sich.
20.11.2020 11:22
Lesezeit: 1 min

Die Corona-Krise schlägt auch auf die Nachfrage nach den besonders gefragten Fachkräften der Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik (MINT) durch. Die Fachkräftelücke habe im Oktober um 54 Prozent auf 108.700 abgenommen, geht aus dem am Freitag veröffentlichten MINT-Report hervor, den das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) zweimal jährlich erstellt.

Besonders stark nachgelassen hat der Bedarf in den Maschinen- und Fahrzeugbauberufen mit minus 89 Prozent und in den Metallberufen mit minus 95 Prozent. In den Elektro- und Energieberufen, den Bau-Berufen und den IT-Berufen sei die Lücke dagegen trotz Corona nahezu unverändert groß geblieben.

"Langfristig wird der Bedarf aufgrund der Demografie, der Digitalisierung und der Dekarbonisierung steigen", sagte IW-Experte Axel Plünnecke. Das Angebot hingegen drohe ohne Gegenmaßnahmen durch die negativen Effekte der Schulschließungen auf die MINT-Kompetenzen der Schüler langfristig zu sinken.

Kompetenzen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik würden auch weiter hervorragende Chancen bieten, sagte der Vorstandsvorsitzender der Initiative "MINT Zukunft", Thomas Sattelberger. Erste internationale Erkenntnisse zu den Effekten der Schulschließungen zeigten jedoch, dass diese zu hohen Einbrüchen bei den MINT-Kompetenzen geführt hätten.

"In Deutschland dürfte die Lage noch schlechter sein, da die Voraussetzungen für digitalen Fernunterricht noch einmal deutlich schlechter als in anderen Ländern waren." Notwendig sei ein digitaler Aufbruch an den Schulen mit zusätzlich 20.000 IT-Fachkräften, flächendeckendem Wlan und Fortbildung für Lehrkräfte. Auch intelligente Lernsoftware müsse verfügbar sein, um notfalls auf hochwertigen digitalen Fernunterricht umsteigen zu können.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Cartier Tank oder Santos – welche ist zeitloser?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht: Design-Kenner sehen in der klar reduzierten Tank das zeitlosere Statement, während die vielseitigere...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: US-Indizes schließen uneinheitlich, da Trump ein Iran-Abkommen nach den Zwischenwahlen für möglich hält
22.09.2026

Politische Signale und starke Einzelwerte bewegen die Märkte im späten Handel.

DWN
Politik
Politik Mehrheit fordert Rücktritt von Kanzler Merz
22.09.2026

Mehr als die Hälfte der Befragten spricht sich für einen Rücktritt des Kanzlers aus. Unter den Anhängern einer Partei ist der Anteil...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Planet Labs: Berlin bekommt eine neue Satellitenfabrik
22.09.2026

In der Hauptstadt soll ein neuer Produktionsstandort für Satelliten entstehen. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in den USA, will aber...

DWN
Politik
Politik Ehemaliger Topberater des Weißen Hauses: Trump gibt Tech-Milliardären beängstigend viel Macht
22.09.2026

Künstliche Intelligenz könnte die Welt ähnlich tiefgreifend verändern wie einst das Manhattan-Projekt. Doch diesmal liegt die...

DWN
Finanzen
Finanzen Heizkosten steigen 2026: So teuer wird das Heizen
22.09.2026

Für viele Haushalte wird das Heizen 2026 teurer – besonders bei Öl und Holzpellets. Eine neue Prognose zeigt, welche Heizarten stärker...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs springt über 85.000 Dollar. Was hat die Erholung ausgelöst?
22.09.2026

Der Bitcoin-Kurs ist wieder deutlich gestiegen und kletterte über 85.000 Dollar. Bemerkenswert ist der Rebound, da kurz zuvor zwei...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvenz: So schützen Unternehmer ihr Privatvermögen
22.09.2026

Gerät die Firma ins Wanken, kann es schnell um mehr gehen als das Unternehmen. Plötzlich stehen auch Haus, Depot und Ersparnisse auf dem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mercedes-Benz-Aktie: Arbeitszeit in der Diskussion – Konzern setzt deutsche Werke unter Druck
22.09.2026

Mercedes hält seine deutschen Werke für zu teuer und fordert mehr Arbeit für das gleiche Geld. Um den Druck zu erhöhen, legt der...