Unternehmen

Studie: 40 Milliarden Euro mehr für Deutschland durch 5G-Netz

In Deutschland wird oft kritisiert, der Bau des 5-G-Netzes sei zu teuer. Jetzt haben Experten in einer neuen Studie errechnet, wie hoch der Nutzen für das Land ist.
07.12.2020 16:39
Lesezeit: 1 min
Studie: 40 Milliarden Euro mehr für Deutschland durch 5G-Netz
Ist die Technlogie wirklich zu teuer, wie manche Kritiker sagen? (Foto: dpa) Foto: Sina Schuldt

Der wirtschaftliche Nutzen des Ausbaus des 5-G-Netzes liegt in Deutschland pro Jahr bei 39 Milliarden Euro. Das ist das Ergebnis der Studie „5G Action Plan Review for Europe“. Die größte europäische Volkswirtschaft gewinnt dadurch 45 Milliarden Euro, muss allerdings sechs Milliarden Euro in die Errichtung der Infrastruktur stecken, so die Experten, die ihre Daten für die Untersuchung im zweiten Quartal des laufenden Jahres erhoben haben.

„Der Kosten-Nutzen-Faktor von 7,5 ist in Deutschland besonders hoch“, schreiben die Fachleute, die darauf hinweisen, dass der Durchschnittswert in den europäischen Ländern bei 4,5 gelegen habe. Sie berücksichtigten dabei insbesondere den ökonomischen, sozialen und umweltpolitischen Nutzen für den jeweiligen Markt. In ganz Europa betragen ihren Aussagen zufolge die Kosten 200 Milliarden Euro, während der Ausbau des Netzes bei 50 Milliarden Euro kostet.

Die Fachleute glauben, dass die größten Chancen für 5G in den Bereichen Smart Production liegen, wozu Fabriken, Häfen, Flughäfen oder der Bergbau gehören. Dazu zählen besondere Lösungen wie intelligentes Energiemanagement und der Einsatz von Drohnen und autonomen Fahrzeugen im Bergbau, an Häfen oder in Airports.

Hintergrund: Die Autoren der Studie, die Ericsson und Qualcomm in Auftrag gegeben haben, wählten 15 europäische Länder aus, die mit dem Ausbau der 5-G-Netzes bereits begonnen haben. Sie haben damit versucht, den Kritikern der Technologie den Wind aus den Segeln zu nehmen, die immer wieder darauf hinweisen, dass der finanzielle Aufwand dafür viel zu hoch sei.

„Erste 5G-Netze stehen seit Juli 2019 an einigen Standorten in Deutschland bereit. Aktuell ist der schnellere Mobilfunk aber noch längst nicht großflächig ausgebaut, denn die Kosten für die Basisstationen sind äußerst hoch. Zudem hat Deutschland in Europa laut der Telekom die längsten Genehmigungsverfahren für Antennenstandorte“, schreibt beispielsweise das Fachportal „Netzwelt“ Ende September.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

 

DWN
Technologie
Technologie Enthüllt: Diese US-Techkonzerne wollten den Stromverbrauch ihrer Rechenzentren geheim halten
22.10.2026

Google und Microsoft wollten zentrale Angaben zum Stromverbrauch ihrer irischen Rechenzentren unter Verschluss halten. Die Umweltbehörde...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: KI-Aktien erhalten Auftrieb nach positivem Auftakt der Berichtssaison
21.10.2026

Neue Rekordhochs und überraschende Bilanzen: Erfahren Sie, welche Entwicklungen die US-Märkte aktuell beflügeln.

DWN
Finanzen
Finanzen Die Schuldenbombe unter der Motorhaube der KI tickt immer lauter. Wo könnte es zuerst krachen?
21.10.2026

Investoren zahlen immer höhere Preise für Schutz vor Zahlungsausfällen. Entscheidend wird sein, wer die Verluste trägt, falls die...

DWN
Finanzen
Finanzen Analyse: Bei der Luxusaktie zeichnet sich eine Wende ab
21.10.2026

Nach mehreren Jahren schwacher Verkäufe und sinkender Gewinne sind die Erwartungen an den Luxuskonzern deutlich zurückgegangen. Die...

DWN
Politik
Politik Europa wird zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt von einem politischen Sturm erschüttert
21.10.2026

Europa müsste gleichzeitig seinen größten Haushalt beschließen, die Ukraine stützen und dem wachsenden Druck aus den USA, Russland und...

DWN
Technologie
Technologie In Lettland wurde ein neues Gerät zum Bitcoin-Mining für zu Hause entwickelt – Bitcube
21.10.2026

Das Technologieunternehmen Power Mining hat Bitcube auf den Markt gebracht, ein in Lettland entwickeltes Gerät zum Bitcoin-Mining für den...

DWN
Immobilien
Immobilien Blaupause oder teures Experiment? Berlins historischer Anlauf zur Vergesellschaftung
21.10.2026

Linke, Grüne und SPD in Berlin haben ihre Sondierungen beendet und wollen Koalitionsverhandlungen aufnehmen. Der entscheidende Knackpunkt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Handelskrieg mit China vermeiden: Merz fordert Fairness statt Eskalation
21.10.2026

Die EU will sich stärker gegen unfaire Handelspraktiken schützen. Bundeskanzler Friedrich Merz betont jedoch, dass es dabei nicht um...