Unternehmen

Technologieunternehmen aus Nürnberg will COVID19 mit Bestrahlung bekämpfen

Die Gesundheitsindustrie läuft weiter auf Hochtouren, weil Deutschland auf den zweiten harten Lockdown zusteuert. Ein Unternehmen aus Nürnberg versucht mit einer eher ungewöhnlichen Methode, sich beim Kampf gegen die Pandemie einzubringen.
14.12.2020 17:22
Aktualisiert: 14.12.2020 17:22
Lesezeit: 2 min
Technologieunternehmen aus Nürnberg will COVID19 mit Bestrahlung bekämpfen
Die Pandemie fordert die gesamte Gesundheitsindustrie heraus. Hier eine Fußgänger-Zone in Hamburg. (Foto: dpa) Foto: Daniel Bockwoldt

Das Medizintechnik-Unternehmen Vi-At plasmawave UG, das in Nürnberg registriert ist, hat eine Technologie entwickelt, die in der Lage ist, alle möglichen Viren, Pilze und Bakterien mit Hilfe von eigenen physischen Wellen zu zerstören. Es geht darum, Krankheitserreger mit gezielten elektromagnetischen Wellen ohne physischen Kontakt sofort abzutöten.

Das teilte ein Vertreter des Herstellers den Deutschen Wirtschaftsnachrichten (DWN) mit.

„Dafür liegen entsprechende Untersuchungsergebnisse vor. Dadurch könnte das Gerät beispielsweise in der Lebensmittelindustrie oder bei industriellen Desinfektionen eingesetzt werden“, so der Vertreter, der darauf hinweist, dass die Technologie vom Unternehmensgründer Viktor Mate entwickelt worden sei, der sie zunächst in Ungarn und schließlich im laufenden Jahr in der EU habe patentieren lassen. „Mate sagt, dass seine Erfindung ohne Nebenwirkungen auch im menschlichen Organismus bei Krankheiten eingesetzt werden kann“, fügte der Firmenvertreter hinzu.

Somit könnte die Technologie auch bei der Bekämpfung des Corona-Virus eingesetzt werden. Studien der Universität Szechenyi István aus Nordwest-Ungarn zufolge hat sie 99,99 Prozent besonderer Erreger eliminiert. Dazu gehörte der Candida albicans-Pilzstamm.

„Grundsätzlich ist Plasma - also ein Teilchengemisch aus Ionen, freien Elektronen und meist auch neutralen Atomen oder Molekülen - in der Lage, Viren und Bakterien und Pilze abzutöten“, erklärte ein Experte den DWN.

Hintergrund: Der Einsatz von Bestrahlung beim Kampf gegen Viren und Bakterien ist nichts Unbekanntes. So setzen Anbieter schon seit geraumer Zeit UV-C-Strahlung ein, um Luft, Wasser und Oberflächen zu desinfizieren. Hier wird auf den Einsatz von chemischen Mitteln verzichtet.

Diese Technik ist schon lange am Markt und wurde schon öfter in Spitälern und unterschiedlichen medizinischen Einrichtungen eingesetzt. „Der Einsatz von UV-C-Strahlung funktioniert bei der Desinfektion auch ganz gut, nicht aber, wenn es um die Therapie geht“, sagte ein anderer Fachmann unserer Publikation.

Bern: Künstliche Intelligenz diagnostiert Röntgenbilder nach COVID besser als Ärzte

Die Gesundheitsindustrie läuft derzeit überall auf Hochtouren, weil Deutschland und andere Länder auf den zweiten harten Lockdown nach dem Frühjahr zusteuern. So gab es auch neue Informationen aus anderen Bereichen – und zwar aus der Diagnostik.

Die Universitätsklinik in der Schweizer Hauptstadt Bern hat herausgefunden, dass künstliche Intelligenz Röntgenbilder zuverlässiger auf Lungenkrankheiten hin analysiert als erfahrene Radiologen. Verglichen wurde die korrekte Unterteilung in drei Kategorien: Das heißt in „normale Lunge“, „andere Lungenentzündung“ und „COVID-19-Erkrankung“.

Den Aussagen der Klinik zufolge sind die Fachärzte erfahrungsgemäß gut im Erkennen darin, ob eine Lunge krank ist oder normal. Die künstliche Intelligenz war in diesem Fall den Ärzten aber „weit überlegen“, als es darum ging, die Fälle in COVID oder in andere Krankheiten zu unterscheiden.

Grundsätzlich bleiben aber die Impfstoffe immer noch die wichtigsten Mittel, wenn es um die Bekämpfung der Pandemie geht. Am Montag hat das Biotech-Unternehmen Curevac den Beginn der klinischen Phase-III-Studie für seinen Impfstoff bekannt gegeben. Die Untersuchung hat Firmenangabe zufolge mehr als 35.000 Teilnehmer umfasst. Curevac rechnet mit den ersten Ergebnissen Ende des ersten Quartals 2021. Ganz vorne im Rennen liegen der Mainzer Hersteller Biontech mit seinem US-Partner Pfizner, dessen Stoff bereits in Großbritannien die Zulassung erhalten hat.

Fazit: Derzeit beteiligen sich folglich alle Akteure aus der Gesundheitsindustrie, um das Virus aufzuhalten: die Impfstoff-Hersteller und die Medizintechniker. Immerhin gibt es jetzt schon ein paar positive Ergebnisse, dass sich vielleicht einmal ein Ende der Pandemie abzeichnet.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Bruttosparquote: Nur die Schweizer sparen mehr als die Deutschen
28.10.2026

Beim Sparen kann den Deutschen fast keiner etwas vormachen. Doch in anderen Ländern machen die Menschen oft mehr aus ihrem Geld. Das soll...

DWN
Politik
Politik Klimawandel: EU-Kommission will Europa besser gegen Klimaschäden wappnen
28.10.2026

Geschmolzene Gleise, Zehntausende Hitzetote, Hunderttausende verbrannte Hektar: Nach dem heißesten Sommer aller Zeiten in Westeuropa will...

DWN
Finanzen
Finanzen Alternative Investments: Pokémon-Karte für 330.000 Euro verkauft, doch der Verkäufer hofft trotzdem auf 30 Prozent Marktrückgang
28.10.2026

Das dänische Unternehmen Rogerz hat mit dem Verkauf einer Pokémon-Karte für rund 330.000 Euro einen neuen Verkaufsrekord aufgestellt....

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Wall Street steigt, da KI-Optimismus Tech-Aktien beflügelt
27.10.2026

Technologie-Schwergewichte und wichtige Quartalszahlen bringen Bewegung in die US-Märkte – erfahren Sie, welche Entwicklungen die...

DWN
Finanzen
Finanzen Anthropic-IPO: Claude-Entwickler lockt mit Wachstum und warnt zugleich vor enormen Kosten
27.10.2026

Das Anthropic-IPO könnte zu einem der wichtigsten Börsengänge des Jahres werden. Der Claude-Entwickler meldet explosives Umsatzwachstum,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ingenieurmangel trotz Rekordarbeitslosigkeit: Warum Deutschlands Technikarbeitsmarkt gespalten ist
27.10.2026

Mehr offene Stellen, aber gleichzeitig ein neuer Höchststand bei der Arbeitslosigkeit: Deutschlands Ingenieur- und IT-Arbeitsmarkt sendet...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Temu und Shein werden teurer: EU kassiert ab November zusätzlich
27.10.2026

Ein paar günstige Produkte aus China bestellen und dabei kräftig sparen? Das könnte sich für deutsche Verbraucher bald weniger lohnen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Firma gründen in 24 Stunden: Was jetzt wirklich möglich ist – und was nicht
27.10.2026

Ein eigenes Unternehmen an nur einem Tag gründen: Das neue Bundesportal G24 soll dem behördlichen Zickzackkurs ein Ende setzen. Seit Ende...