Technologie

Russland testet neuartige Anti-Satelliten-Waffe, das Pentagon horcht auf

Russland hat eine neuartige Waffe getestet, die darauf ausgerichtet ist, feindliche Satelliten abzuschießen. Das Pentagon reagiert kritisch auf den Test.
17.12.2020 15:58
Lesezeit: 1 min
Russland testet neuartige Anti-Satelliten-Waffe, das Pentagon horcht auf
Die NOTAM-Warnungen in diversen Gebieten. (Screenshot)

Eine streng geheime russische Rakete, die Anfang dieser Woche vom Weltraumbahnhof Plesetsk in der Region Archangelsk abgefeuert wurde, besaß die Fähigkeit, die Satelliten in einer niedrigen Umlaufbahn zu zerstören.

Hinweise auf einen Start von Plesetsk kamen, als NOTAM-Warnungen für drei Gebiete in der russischen Arktis in einer geraden Linie nördlich des Kosmodroms ausgegeben wurden. Das Pentagon sieht den russischen Raketentest als eine schnell voranschreitende Bedrohung für seine eigenen Raumfahrtsysteme.

„Russland behauptet öffentlich, es arbeite daran, die Umwandlung des Weltraums in ein Schlachtfeld zu verhindern, und gleichzeitig bewaffnet Moskau weiterhin den Weltraum, indem es Fähigkeiten im Orbit und am Boden entwickelt und einsetzt“, zitiert die Moscow Times den US-Army General James Dickinson, ein Kommandeur des US Space Command. Nach Angaben des US-Weltraumkommandos entwickelt Russland verschiedene Arten von Antisatellitenwaffen. Eine weitere Waffe, die derzeit entwickelt wird, ist eine kinetische Waffe im Orbit. Das US Space Command wies auch auf die Bodenlasersysteme vor Ort hin, die derzeit von den russischen Raumstreitkräften entwickelt werden.

„Russland hat den Weltraum zu einer Domäne der Kriegsführung gemacht, indem es weltraumgestützte und bodengestützte Waffen getestet hat, mit denen Satelliten angegriffen und zerstört werden sollen“, zitiert „Spacecom.mil“ Dickinson.

Ihm zufolge hat Russland 2017 und 2020 sein kinetisches Waffensystem im Orbit demonstrativ zur Schau gestellt. Im April dieses Jahres berichtete The Barents Observer über den diesjährigen ersten Antisatelliten-Raketentest der mittlerweile in Plesetsk stattgefunden hat.

Dominic Vogel, der Gastwissenschaftler bei der „Stiftung Wissenschaft und Politik“ (SWP) und Generalstabsdienstoffizier der Luftwaffe ist, hatte den Deutschen Wirtschaftsnachrichten in einem Interview erläutert, dass sich die Weltmächte im Wettlauf um die Kontrolle des Weltraums befinden. „Einen „Krieg der Sterne“ wie im Science-Fiction-Film, bei dem bemannte Raumschiffe aufeinander feuern, wird es in absehbarer Zeit wohl nicht geben. Aber Angriffe auf Satelliten in unterschiedlichster Form sind bereits jetzt möglich, wie die Chinesen schon vor 13 Jahren bewiesen haben“, so Vogel.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Staatskrise Deutschland: Minderheitsregierung oder Neuwahlen - was wäre denkbar?
28.06.2026

Die schwarz-rote Regierung unter Kanzler Merz geht dem Ende zu - trotz aktueller Durchhalteparolen vor der Sommerpause mit möglichen...

DWN
Politik
Politik Ben Wallace war einer der wichtigsten Verbündeten der Ukraine: Nun prognostiziert er Putins nächsten Schritt
28.06.2026

Der ehemalige britische Verteidigungsminister Ben Wallace ist der Ansicht, dass sich die NATO auf einen russischen Präsidenten einstellen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Minijob 2026: Rückkehr in die Rentenversicherung möglich – was zu beachten ist
28.06.2026

Wer sich als Minijobber von der Versicherungspflicht befreien ließ und bislang keinen Eigenanteil für die Rentenversicherung zahlt, kann...

DWN
Finanzen
Finanzen Die schwankende Adobe-Aktie wird immer attraktiver
28.06.2026

Die Adobe-Aktie ist stark gefallen und wirkt im Vergleich zu vielen Tech-Werten günstig bewertet. Doch Anleger fragen sich, ob Adobe seine...

DWN
Finanzen
Finanzen Experteninterview: Welche Finanzierungsalternativen Unternehmen kennen sollten
28.06.2026

Für viele Mittelständler ist Finanzierung zunehmend eine strategische Herausforderung. Besonders kritisch wird es, wenn Investitionen gar...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Betriebsbedingte Kündigung wegen Stellenabbau: Die wichtigsten Fakten
28.06.2026

Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage erleben viele deutsche Arbeitnehmer derzeit eine Kündigungswelle. Häufig begründen...

DWN
Politik
Politik Deutschlands Ziel: Europas stärkste Armee aufbauen
28.06.2026

Nach dem Scheitern der Zusammenarbeit bei Kampfflugzeugen steht nun das nächste Prestigeprojekt für Deutschland und Frankreich vor dem...

DWN
Finanzen
Finanzen Dell, Oracle und Co.: Gewinnrausch bei alten Tech-Stars
28.06.2026

Derzeit werden Hunderte von Milliarden Dollar in die nächste Technologiewelle investiert. Server sollen installiert, Datenbanken ausgebaut...