Unternehmen

Stehen Mikro-Firmen und kleine Unternehmen vor einem guten Börsenjahr?

Die kleinen Firmen stehen vielleicht sogar vor einem guten Börsenjahr, glauben Experten. Das hängt allerdings von einer wichtigen Tatsache ab.
29.12.2020 14:38
Lesezeit: 2 min
Stehen Mikro-Firmen und kleine Unternehmen vor einem guten Börsenjahr?
Hier Profi-Anleger an der Börse bei der Arbeit. (Foto: dpa) Foto: Courtney Crow

Das Jahr 2021 kann für kleine Unternehmen, die sich ihr Kapital an der Börse holen, durchaus positiv verlaufen - Corona zum Trotz:

So halten 80 Prozent der professionellen Anleger wie Kreditinstitute, Versicherungen und Fonds die Mikrounternehmen und kleinen Firmen für sehr attraktiv. Wie eine Umfrage der Investment-Holding MBH Corporation herausgefunden hat, ist diese Unternehmensgruppe aus der Sicht der Anleger eine gute Investitionsoption auf dem aktuellen Markt.

Drei Viertel - 76 Prozent - sind daher der Meinung, dass Anleger ihr Engagement in den nächsten sechs bis zwölf Monaten hier erhöhen sollten. Von diesen ist mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Ansicht, dass Börsianer ihre Investitionen in kleine und kleine Aktien „leicht“ erhöhen sollten, während 22 Prozent einen „signifikanten“ Wechsel befürworten. Im Vergleich dazu sind nur zwei Prozent der Befragten der Meinung, dass Anleger ihr Engagement in Small Caps und Micro Caps reduzieren sollten.

„Wir haben aus erster Hand in unserem eigenen Portfolio erlebt, wie kleinere Unternehmen erfolgreich und profitabel das stürmische Jahr 2020 meistern konnten", so Callum Laing, CEO der MBH Corporation. „Die Coronakrise hat allen Unternehmen ein hartes Jahr beschert, und auch kleine Unternehmen sind nicht ungeschoren davongekommen. Viele Small- und Micro-Caps haben jedoch eine ausgezeichnete langfristige Erfolgsgeschichte vorzuweisen, und diejenigen Anleger, die ihr Engagement hier erhöhen, werden feststellen, dass diese Aktien in der Regel agiler und widerstandsfähiger gegenüber Marktveränderungen sind", fügte der Fachmann hinzu.

Dass seine Einschätzung richtig ist, wird auch der Entwicklung deutlich, die die kleineren Werte vor dem Ausbruch der Pandemie eingeschlagen hatten. So hat der SDAX, in dem diese Titel gelistet sind, zwischen 2014 und 2019 rund 84 Prozent zugelegt. Zum Vergleich: Der MDAX erhöhte sich lediglich um 70 Prozent, während der DAX sogar nur um 39 Prozent kletterte.

SDAX steigt 2020 um ein Fünftel - Corona zum Trotz

Diese dynamische Performance hat der Index der kleinen Werte auch in den vergangenen zwölf Monaten gezeigt. So ist das Börsenbarometer bis kurz vor Weihnachten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast ein Fünftel auf Niveaus weit über 14.000 Punkte gestiegen.

Ein Unternehmen, das dabei besonders auf sich aufmerksam gemacht hat, ist der Autozulieferer ElringKlinger (EK). Die Aktie ist 2020 um fast 90 Prozent regelrecht explodiert.

Der Anbieter ist nämlich zum Jahreswechsel wieder in den Index der kleinen und mittleren Werte zurückgekehrt. Grund: Das Unternehmen hat sich restrukturiert und seinen Fokus von Brennstoffzellen gelegt. Der wasserstoffbasierte Antrieb gehört zu den Themen, für die sich die Börsianer derzeit besonders interessieren.

EK gehörte ursprünglich zu den Corona-Verlierer, weil gerade die Autoindustrie sehr stark von der Pandemie betroffen war. So wurde der Zulieferer im Frühjahr von starken Rückgängen gebeutelt. Das Ergebnis: Der Anbieter flog im September aus dem Index.

Und jetzt gibt seine Rückkehr auch anderen Firmen Hoffnung, dass sie die Krise meistern können. Ein weiteres Unternehmen, das im SDAX 2020 wichtig war, ist der Windanlagen-Bauer Nordex. Die Aktie legte um 70 Prozent auf Werte um 21 Euro zu und gehörte damit auch zu den Papieren, die stark zulegten. Die Diskussion darum, wie Deutschland am besten seine Klimaziele erreicht, wird dem Kurs auch immer wieder Unterstützung liefern.

Darüber hinaus gewann der Hersteller von Gabelstaplern, Jungheinrich, fast 75 Prozent auf Niveaus um 37 Euro. Die beiden Firmen sind wichtige Vertreter des deutschen Mittelstandes, der damit zeigt, dass er auch an der Börse erfolgreich sein kann, auch wenn diese Instrument für die Mittelbeschaffung nach wie vor nicht die wichtigste in dieser Firmengruppe ist.

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