Politik

Anis Amri schrieb: „Ich habe mit dieser Sache nichts zu tun. Helft mir!!!“

Im Zusammenhang mit dem Anschlag am Breitscheidplatz in Berlin sind Whats-App-Messages des mutmaßlichen Attentäters Anis Amri aufgetaucht. In einer Whats-App-Gruppe schrieb er an Freunde: „Leute, ich kann mich nicht öffentlich zeigen, ich habe mit dieser Sache nichts zu tun. Ich würde so was nie im Leben machen (...) Helft mir!!!“
06.01.2021 20:57
Aktualisiert: 06.01.2021 20:57
Lesezeit: 2 min
Anis Amri schrieb: „Ich habe mit dieser Sache nichts zu tun. Helft mir!!!“
Ein zerstörter Lastwagen steht am 19.12.2016 in der Nähe der Gedächtniskirche in Berlin auf einem Gehweg. (Foto: dpa) Foto: Paul Zinken

Aus den Ermittlungsunterlagen des Bundeskriminalamtes (BKA) geht nach Angaben des investigativen Rechercheportals „Telepolis“ hervor, dass der mutmaßliche Attentäter vom Breitscheidplatz, Anis Amri, in einer Whats-App-Gruppe mit Freunden eine Mittäterschaft bestritten hat.

Er schrieb in der Whats-App-Gruppe: „Leute, ich kann mich nicht öffentlich zeigen, ich habe mit dieser Sache nichts zu tun. Ich würde so was nie im Leben machen. Alles gelogen!! Bitte teilt ALLE diesen Beitrag und glaubt nicht diesen Medien. Helft mir!!!“

„Dem BKA muss die Brisanz dieses Sachverhalts bewusst gewesen sein, denn es fasste ihn in einer extra Anmerkung zusammen. Unklar ist, wie die Ermittler damit umgegangen sind. Sie schienen jedenfalls weder bei den Zeugenvernehmungen von Mohamed A., noch von Khaled A., noch von anderen engen Kontaktpersonen Amris, wie beispielsweise Ben Ammar, der Spur nach gegangen zu sein. Entsprechende Fragen an sie gibt es nicht. Zumindest nicht in den Akten, die für die parlamentarischen Untersuchungsausschüsse und die Anwälte der Opfer zusammengestellt wurden“, so „Telepolis“.

„Berlin.de“ teilte im Dezember 2020 mit: „Um Widersprüche zwischen den Aussagen von zwei Polizisten und einem Staatsanwalt aufzuklären, hat der Untersuchungsausschuss des Bundestages zum Terroranschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz alle drei Zeugen zugleich vernommen.“

Es bleibt völlig unklar, ob Amri nun Haupttäter, Mittäter oder Mitläufer gewesen ist. Er soll im Jahr 2016 auf der Flucht in Mailand erschossen worden sein. „Im Tatfahrzeug lag ein Handy von Amri, es fand sich eine Geldbörse mit einer Duldungsbescheinigung der Ausländerbehörde von Kleve auf einen Aliasnamen von ihm, und obendrein steckte sein zweites Handy der Marke HTC außen in einem Loch der LKW-Karosserie. Die verantwortlichen Ermittlungsbehörden Bundesanwaltschaft und BKA erklären diese Funde als Zeichen der Tatbekennung“, so „Telepolis“.

Der Dokumentarfilmer Moritz Enders mahnt zu kritischer Distanz in der Beurteilung von Attentaten und Anschlägen. Es gäbe immer Interessen, die nicht im Zuge der ersten Ermittlungen ans Licht kommen.

Reuters meldete damals: „Der mutmaßliche Berliner Attentäter Anis Amri ist in Mailand erschossen worden. Der italienische Innenminister Marco Minniti bestätigte am Freitag in Rom entsprechende Informationen der Nachrichtenagentur Reuters. Der Tunesier habe anhand von Fingerabdrücken zweifelsfrei identifiziert werden können. Der 24-Jährige sei um 03.00 Uhr in der Nacht zum Freitag in Mailand routinemäßig von einer Polizeistreife kontrolliert worden. Auf die Aufforderung, sich auszuweisen, habe Amri sofort auf einen Polizisten geschossen. Die Streife habe das Feuer erwidert. Ein Beamter sei getroffen worden, sei aber nicht lebensgefährlich verletzt. Es seien keine Unbeteiligten zu Schaden gekommen, sagte der Minister weiter.“

Die dpa berichtet: „Der europaweit gesuchte mutmaßliche Attentäter von Berlin ist nach Informationen der italienischen Nachrichtenagentur Ansa in Mailand erschossen worden. Er sei bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet worden. Nach ersten Informationen ging der mit Haftbefehl europaweit gesuchte Tunesier Anis Amri der Polizei bei einer normalen Kontrolle ins Netz. Dabei habe er eine Schusswaffe gezogen und auf die Polizisten geschossen. Diese hätten das Feuer erwidert und ihn erschossen. Amri sei zu Fuß unterwegs gewesen und aufgefordert worden, seine Ausweispapiere zu zeigen. Dann habe er die Waffe gezogen und geschossen. „Die Abklärungen laufen, wir sind in Kontakt mit den italienischen Sicherheitsbehörden“, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft auf dpa-Anfrage. Das Innenministerium in Rom kündigte laut Ansa eine Pressekonferenz an.“

Danach wurde es aber noch interessanter. Ein früherer leitender Angestellter des britischen Geheimdienstes MI6 sagte, es gäbe 7.000 Terrorverdächtige in Deutschland. Belege für diese These legte er nicht vor.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen US-Rüstungsfirma Covenant: Protest gegen Marschflugkörper-Produktion ab 2027 in Leipzig
24.10.2026

Die US-Rüstungsfirma Covenant will in Leipzig Marschflugkörper herstellen. Der Standort soll weltweit die größte Basis für Europas...

DWN
Politik
Politik China macht seine Grenzen dicht: Ein neuer Eiserner Vorhang
24.10.2026

China macht seine Grenzen dicht, und längst trifft es nicht mehr nur politisch unbequeme Bürger. Lehrer, Ärzte und KI-Ingenieure dürfen...

DWN
Technologie
Technologie Enthüllt: Diese US-Techkonzerne wollten den Stromverbrauch ihrer Rechenzentren geheim halten
24.10.2026

Google und Microsoft wollten zentrale Angaben zum Stromverbrauch ihrer irischen Rechenzentren unter Verschluss halten. Die Umweltbehörde...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wachstum in Europa: EIB-Ökonom rät Unternehmen, stärker nach Süden zu blicken
24.10.2026

Deutschland erholt sich, doch Europas Wirtschaft kämpft weiter mit Bürokratie, Investitionsschwäche und einem fragmentierten...

DWN
Finanzen
Finanzen Steuervergleich 2026: Was von 50.000 Euro Gehalt, Gewinn und Kapital wirklich übrig bleibt
24.10.2026

50.000 Euro verdienen und trotzdem völlig unterschiedlich viel Geld behalten? In Deutschland entscheidet nicht nur die Höhe des...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Online-Handel: Amazon plant Investitionen von rund 16 Milliarden Euro
24.10.2026

16 Milliarden Euro will Amazon 2027 in Deutschland investieren – ein großer Teil soll in Cloud und KI rund um Frankfurt fließen. Was...

DWN
Finanzen
Finanzen Flucht in die Endlichkeit: Wie ein überforderter Anleihemarkt den Bitcoin-Kurs treibt
24.10.2026

Das US-Finanzministerium kauft seine eigenen Schulden zurück, damit sie überhaupt noch jemand haben mag, und der Bitcoin hat das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft BMW X5 im Test: Warum die fünfte Generation alles anders macht
24.10.2026

Fast 100.000 Euro Einstiegspreis, bis zu 845 Kilometer elektrische Reichweite und ein Auftritt, der kaum zu übersehen ist: Mit dem neuen...