Politik

Bundesjustizministerin kündigt verstärkte Zensur und Kontrolle im Internet an

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht nimmt die Ausschreitungen in den USA zum Anlass und kündigt eine verstärkte Zensur von Internetmedien an. Es gelte, "Hetze" zu löschen und gegen "Verschwörungsmythen" vorzugehen.
07.01.2021 13:52
Lesezeit: 1 min
Bundesjustizministerin kündigt verstärkte Zensur und Kontrolle im Internet an
Bundesjustizministerin Christine Lambrecht. (Foto: dpa) Foto: Kay Nietfeld

Nach dem Sturm von Anhängern des scheidenden US-Präsidenten Donald Trumps auf das Kapitol will Bundesjustizministerin Christine Lambrecht Internetplattformen stärker kontrollieren. "Wir werden in Europa verbindliche Pflichten für die Internetplattformen schaffen, um Wahlen zu schützen, Hetze zu löschen und gegen Lügen und Verschwörungsmythen konsequent vorzugehen. Das ist drängender denn je", sagte die SPD-Politikerin dem Handelsblatt am Donnerstag. Ziel sei es, die "Demokratien vor Hetzern" zu schützen", die im Internet zu Hass und Gewalt aufstachelten.

"Die Bilder des erstürmten Kapitols sind ein Weckruf", sagte Lambrecht. "Demokratien leben von Demokraten, die sich Lügen und Hetze entgegenstellen. Und von Rechtsstaaten, die demokratische Institutionen konsequent schützen", betonte sie und zeigte sich entsetzt über die Vorkommnisse in Washington. "Wir sehen in aller Deutlichkeit, wozu ungehemmter Populismus, Hass und Hetze führen können."

Lambrecht machte den US-Präsidenten für die Eskalation verantwortlich. "Präsident Trump hat durch seine Lügen und seine Verachtung für die demokratischen Institutionen hierzu wesentlich beigetragen", sagte sie. "Dass Twitter und Co. Trumps Flut der Lügen jetzt unterbrechen, ist eine viel zu späte Einsicht", fügte die SPD-Politikerin hinzu. Twitter, Facebook und Snap hatten am Mittwoch die Konten von Trump vorübergehend gesperrt, nachdem der US-Präsident seine Behauptungen über Fehler beim Wahlausgang über seine sozialen Kanäle weiterverbreitete. So bezeichnete der Republikaner in einem später von Twitter gelöschten Tweet, dass der Sturm auf das Kapitol "eine natürliche Antwort" ist.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Leadership in der Dauerkrise: Wie Führungskräfte neue Stabilität schaffen
24.01.2026

Ob Handelskonflikte, Regulierung oder Digitalisierung: Unsicherheit ist im Mittelstand zur Konstante geworden. Wie Führungskräfte dennoch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Löhne in Deutschland steigen: Wird nun alles teurer? Ein Warnsignal aus Südosteuropa
24.01.2026

Laut Stepstone-Gehaltsreport 2026 steigen in Deutschland aktuell die Löhne. Was auf den ersten Blick sehr gut klingt, kann sich auf den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Consultingbranche: Warum Wachstum Berater immer teurer macht
24.01.2026

Berater sind gefragter denn je, doch der Boom hat seinen Preis. Während Unternehmen immer stärker auf externe Expertise setzen, drücken...

DWN
Technologie
Technologie Wie viel Fortschritt braucht das Elektroauto? 3 E-Auto-Trends im Check
24.01.2026

Das Elektroauto steht an der nächsten Schwelle: Nicht mehr nur Reichweite zählt, sondern Komfort, Tempo und cleverer Energieeinsatz....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europa im KI-Wettbewerb: Microsoft-CEO sieht Energiekosten als Schlüsselfaktor
24.01.2026

Der globale Wettbewerb um Künstliche Intelligenz verschiebt sich zunehmend auf grundlegende Kosten- und Standortfaktoren. Welche Bedeutung...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Wall Streets wechselhafte Woche: Trumps Entscheidung beruhigte, Intel verschreckte und Gold lockte
23.01.2026

Eine turbulente Woche an der Wall Street endete in einer Stimmung, in der geopolitische Fragen auf die Abkühlung im Technologiesektor und...

DWN
Politik
Politik Drei Mächte, ein Krisengebiet: Neue Verhandlungen über den Donbass
23.01.2026

Nach langer Funkstille nehmen die Ukraine und Russland erstmals wieder direkte Gespräche auf – unter Beteiligung der USA. Im Zentrum...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt United Manufacturing Hub: Wie ein Kölner Startup den Datenschatz der Industrie hebt
23.01.2026

Daten gelten als Treibstoff der Industrie 4.0 – doch in vielen Fabriken bleiben sie ungenutzt. Das Start-up United Manufacturing Hub will...