Politik

Rund 150 Festnahmen bei erneuten Krawallen in den Niederlanden

In den Niederlanden ist es den dritten Abend in Folge in mehreren Städten zu Krawallen gekommen. "So viel Gewalt haben wir seit 40 Jahren nicht mehr erlebt", sagte Koen Simmers von der Polizeigewerkschaft NPB.
26.01.2021 11:23
Lesezeit: 1 min
Rund 150 Festnahmen bei erneuten Krawallen in den Niederlanden
Ein Feuerwehrmann löscht einen Container, der bei Protesten gegen eine landesweite Ausgangssperre in Brand gesetzt wurde. (Foto: dpa) Foto: Peter Dejong

In den Niederlanden hat die Polizei bei erneuten Ausschreitungen im Zusammenhang mit Protesten gegen verschärfte Corona-Auflagen mehr als 150 Personen festgenommen. Randalierer hatten zuvor Brände gelegt, Steine geworfen und Geschäfte geplündert. In der Hauptstadt Amsterdam wurde nach Angaben von Augenzeugen ein Polizeiwagen angegriffen. Die Polizei setzte unter anderem Wasserwerfer und Tränengas ein. Bei den Krawallen in Amsterdam, Rotterdam und Haarlem wurden Medienberichten zufolge mindestens zehn Polizisten und zwei Fotografen verletzt.

Erste Krawalle hatte es am Wochenende bei Protesten gegen die nächtliche Ausgangssperre gegeben, die die Regierung zur Eindämmung des Coronavirus angeordnet hat. Mittlerweile ist die Motivation der überwiegend jugendlichen Randalierer aber nicht mehr klar. "So viel Gewalt haben wir seit 40 Jahren nicht mehr erlebt", sagte Koen Simmers von der Polizeigewerkschaft NPB in einer TV-Sendung

Schon am Wochenende war es zu schweren Ausschreitungen gekommen, die Ministerpräsident Mark Rutte am Montag scharf verurteilte.

In den Niederlanden ist es den dritten Abend in Folge in mehreren Städten zu Krawallen gekommen. In Rotterdam ging die Polizei am Montag mit Wasserwerfern gegen Plünderer vor, in Haarlem setzte sie Tränengas ein. Auch aus anderen Städten, darunter Amsterdam, wurden Ausschreitungen gemeldet. Bis 22.00 Uhr wurden nach Angaben der Polizei 70 Menschen festgenommen. Die ersten Krawalle hatte es am Wochenende bei Protesten gegen die nächtliche Ausgangssperre gegeben, die die Regierung zur Eindämmung des Coronavirus angeordnet hat. Mittlerweile ist die Motivation der überwiegend jugendlichen Randalierer aber nicht mehr klar. "So viel Gewalt haben wir seit 40 Jahren nicht mehr erlebt", sagte Koen Simmers von der Polizeigewerkschaft NPB in einer TV-Sendung.

Weiterlesen: In Europas Metropolen beginnen Corona-Unruhen

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik US-Politikwissenschaftler: Der Schwerpunkt der NATO verlagert sich nach Osten, nur Europa hat das noch nicht begriffen
24.05.2026

Die NATO verändert ihre innere Geografie und Polen rückt ins Zentrum der europäischen Sicherheit. Dahinter steht das Ende eines...

DWN
Panorama
Panorama Elon Musk als Technokönig: Warum Muskismus mehr ist als Tesla und SpaceX
24.05.2026

Elon Musk ist längst mehr als ein Unternehmer. Eine neue Analyse beschreibt Muskismus als Projekt, das Technologie, Macht und...

DWN
Technologie
Technologie Handynutzung: Prepaid-Handys kommen in Deutschland aus der Mode
24.05.2026

Wie viele Minuten waren das? Wer früher bei der Handynutzung sparsam sein wollte, der hielt Telefonate kurz. Prepaid-Karten konnten...

DWN
Politik
Politik Kann Europa Weltmacht werden? Eine Analyse
24.05.2026

Die alte Weltordnung bricht weg, und Europa steht plötzlich allein zwischen den streitenden Machtblöcken. Jetzt entscheidet sich, ob der...

DWN
Technologie
Technologie Rekordabsatz bei Wärmepumpen: Fast jede zweite neue Heizung läuft elektrisch
24.05.2026

Der Markt für neue Heizgeräte erholt sich schneller als erwartet: Im ersten Quartal 2026 stieg der Gesamtabsatz um 16 Prozent....

DWN
Politik
Politik EU-USA-Abkommen: Brüssel bekommt nicht, was es wollte, aber was es braucht
24.05.2026

Bernd Lange, Chef des Ausschusses für den Außenhandel des Europäischen Parlaments, glaubt, dass die EU ein Sicherheitsnetz gegen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Neuer EQT-Vorsitzender Salata: „Mit Geld kommt Verantwortung“
24.05.2026

Der chilenische Milliardär Jean Eric Salata hat nun den Vorsitz bei der schwedischen Private-Equity-Gesellschaft EQT übernommen....

DWN
Politik
Politik Russischer Topökonom: „Putin wird bald begreifen, dass die Zeit nicht auf seiner Seite ist“
24.05.2026

Sergej Guriev, russischer Ökonom im Exil, gilt als einer der weltweit führenden Experten für Russlands Wirtschaft. Im Interview schätzt...