Politik

Frankreichs Wirtschaftsminister droht Gastronomen mit Streichung von Corona-Hilfen

Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire hat Gastronomen die Streichung finanzieller Mittel angedroht, sollten diese sich nicht an die Corona-Regeln halten.
01.02.2021 12:18
Aktualisiert: 01.02.2021 12:18
Lesezeit: 1 min
Frankreichs Wirtschaftsminister droht Gastronomen mit Streichung von Corona-Hilfen
Bruno Le Maire, Wirtschaftsminister von Frankreich. (Foto: dpa) Foto: Francois Mori

In Frankreich wächst in der Gastronomie der Ärger über die seit Monaten anhaltenden Schließungen von Bars und Restaurants. Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire hat Betreiber daher die Streichung finanzieller Mittel angedroht, sollten diese sich nicht an die Regeln halten. Ein Gastronom, der seinen Laden öffne, bekomme einen Monat lang kein Geld aus dem Solidaritätsfond, sagte Le Maire am Montag dem Sender RTL. Wenn er es wieder tue, gebe es überhaupt keine Unterstützung aus dem Fonds mehr. Es sei eine «extrem schwierige Situation» für die Gastronomie, aber das rechtfertige nichts.

Zuvor hatte es vereinzelt Aufrufe von Gastronomen gegeben, am Montag trotz Corona zum Mittagstisch Restaurants zu öffnen. «Zeigen wir unsere Solidarität mit unserer französischen Gastrokultur», heißt es in einer Facebook-Gruppe. «Wir tun es, um gehört und gesehen zu werden», sagte ein Gastronom aus Villeurbanne dem Sender BFM TV. «Unser Verband wird von verantwortungsbewussten Vertretern geführt. Daher werden wir nicht zum Öffnen aufrufen», erklärte hingegen der Hotel- und Gaststättenverband Umih Île de France.

Im November hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eine Öffnung der Restaurants für den 20. Januar in Aussicht gestellt, sollte die Gesundheitssituation es zulassen. Die Wiedereröffnung wurde schließlich auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben. Die Corona-Situation ist angespannt, im Schnitt zählt das Land mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern rund 20 000 Neuinfektionen pro Tag. Derzeit gelten eine abendliche Ausgangssperre und verschärfte Einreiseregeln. Einen erneuten Lockdown hatte die Regierung recht überraschend doch nicht verhängt.

In der vergangenen Woche hatte ein Restaurantbetreiber in Nizza medienwirksam sein Restaurant für den Mittagstisch geöffnet. Einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ifop zufolge befürworten 32 Prozent der befragten Menschen in Frankreich die derartige Öffnungsaktionen. 52 Prozent haben Verständnis, billigen die Aktionen aber nicht.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Festkörperbatterien lassen auf sich warten – könnte die Halbfestkörper-Technologie zur Brückentechnologie der Energiespeicherung werden?

Die Batteriewirtschaft befindet sich derzeit in einer bemerkenswerten Übergangsphase. Während nahezu alle großen Hersteller langfristig...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Bargeld bedroht? Bundesfinanzministerium kündigt Gesetze gegen Steuerbetrug an
26.06.2026

Das Bundesfinanzministerium geht gegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche vor. Wie Staatssekretär Michael Schrodi (SPD) nach einem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mercedes-Aktie: Unternehmen auf Sparkurs - 90.000 Mitarbeiter müssen auf Sonderzahlung warten
26.06.2026

Harte Einschnitte für die Belegschaft des Stuttgarter Autobauers: Mercedes-Benz verschärft angesichts des anhaltenden wirtschaftlichen...

DWN
Politik
Politik Milliarden-Deal im Rüstungssektor: Bund steigt beim Panzerbauer KNDS ein
26.06.2026

Der Bund übernimmt eine aktive Rolle in der deutschen Rüstungsindustrie. Nach intensiven Debatten hat der Haushaltsausschuss des...

DWN
Politik
Politik In Sekunden zum Finanzamt: Steuererklärung per „One Click“ startet am 1. Juli
26.06.2026

Der lästige Papierkram hat bald ein Ende: Ab dem 1. Juli lässt sich die Steuererklärung in Deutschland mit nur wenigen Berührungen auf...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Amazon-Aktie unter Druck: Bafin-Prüfung bei Zalando belastet E-Commerce-Sektor
26.06.2026

Die Amazon Aktie bleibt für viele Anleger der wichtigste Maßstab im globalen Onlinehandel. Doch auch europäische E-Commerce-Werte wie...

DWN
Finanzen
Finanzen Humanoide Roboter-Aktien: Investoren suchen nach dem besten menschlichen Roboter
26.06.2026

Nach dem KI-Boom richtet sich der Blick der Anleger auf humanoide Roboter. Die Erwartungen sind gewaltig, doch zwischen Zukunftsvision,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Job-Kahlschlag droht: Deutsche Unternehmen planen massiven Stellenabbau
26.06.2026

Die Aussichten für Beschäftigte in Deutschland verdüstern sich drastisch. Wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte, planen die...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Podcast Folge 31: Die Woche im Rückblick – KW 26
26.06.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in sieben Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...