Politik

Nicht Armut und Corona-Insolvenzen: SPD rückt Ökologie ins Zentrum ihres Bundestagswahlkampfs

Die SPD will sich im Rahmen ihre Bundestagswahlkampfs vor allem den Fragen der Ökologie und des Klimaschutzes widmen. Die Themen Armut und Corona-Insolvenzen sollen nicht die Kernthemen werden.
06.02.2021 16:55
Aktualisiert: 06.02.2021 16:55
Lesezeit: 1 min
Nicht Armut und Corona-Insolvenzen: SPD rückt Ökologie ins Zentrum ihres Bundestagswahlkampfs
Saskia Esken, Bundesvorsitzende der SPD, und Norbert Walter-Borjans, Bundesvorsitzender der SPD. (Foto: dpa) Foto: Kay Nietfeld

Die SPD will den nachhaltigen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft mit ins Zentrum ihres Bundestagswahlkampfs stellen. „Vor uns türmt sich eine Jahrhundertaufgabe“, heißt es in einem Papier mit „Leitgedanken zum Regierungsprogramm“ von Kanzlerkandidat Olaf Scholz und den Parteivorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans. Es liegt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor. „Wir müssen unsere Produktion ökologisch revolutionieren, die Regeln der Globalisierung ebenso neu verhandeln wie die der digitalen Welt und dabei sichere und gut bezahle Arbeitsplätze schaffen.“

Das Papier ist eine Vorlage für die Vorstandsklausur der SPD mit Scholz an diesem Sonntag und Montag in Berlin. Angesichts des Ziels einer klimaneutralen Wirtschaft bis 2050 will die SPD dieses Jahrzehnt zu einem der Erneuerbaren Energien machen. Die Perspektive: Öffentliche Gebäude, Schulen und Supermärkte würden solarbetrieben, Gemeinden und Kommunen versorgten ihre Bürgerinnen und Bürger mit grünem Strom, klimafreundliches Unternehmertum werde finanziell belohnt. Hier steckten „riesige Potenziale für gute Arbeitsplätze“ und für die Rolle Deutschlands als Exporteur umweltfreundlicher Technologien.

Bei der Bundestagswahl im September gehe es um grundsätzliche Richtungsfragen - etwa hin zu mehr „Ordnung und Respekt im Arbeitsleben“ oder zu mehr freiem Spiel des Marktes, heißt es in dem Papier weiter.

Walter-Borjans sagte: „Die SPD hat auch in der Vergangenheit für Zukunftssicherung gesorgt: mit Mindestlohn, Grundrente, Klimapaket, Digitalpakt für Bildung. Jetzt geht es um die nächsten Jahrzehnte.“ CDU und CSU glaubten, nach der Krise werde es der Markt schon richten. „Wir sagen: Klimaneutralität und sozialer Zusammenhalt kommen nicht von selbst, wegweisende Erfindungen setzen staatliche Finanzhilfen voraus.“ Das gelte für den Einsatz von Wasserstoff ebenso wie für die Entwicklung von Medikamenten, wie der Covid-19-Impfstoff zeige.

Die deutsche Wirtschaft sei stark im Perfektionieren dessen, was vor langer Zeit oder anderswo erfunden worden sei, sagte Walter-Borjans weiter. Diese Stärken wolle die SPD erhalten. „Deutschland muss aber auch wieder mehr Erfinderland werden: in Sachen Digitalisierung, bei klimaneutraler Mobilität, Forschung und Produktion“, forderte der SPD-Vorsitzende. „Dafür braucht Deutschland einen Zukunftsplan - mit Zielen, Prioritäten und einer klaren Linie für eine breite Teilhabe und gerechte Finanzierung.“ Dies werde die SPD bei der Klausur diskutieren.

SPD-Kanzlerkandidat Scholz sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag): „Die 20er-Jahre des 21. Jahrhunderts sind für Deutschland das wichtigste Jahrzehnt seit Beginn der industriellen Revolution. Damals haben Staat, Wirtschaft und Forschung die Grundlagen für den Wohlstand von heute gelegt. An einer solchen Schwelle stehen wir jetzt wieder.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Panorama
Panorama Trügerische Sicherheit: Warum Ihr Lieblingspasswort eine Gefahr ist
16.05.2026

Die meisten Internetnutzer wiegen sich in Sicherheit, während sie Hackern die Tür sperrangelweit offen stehen lassen. Obwohl die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinesischer Ökonom Zhang mit Hinweis an Europa: Chinas Erfolg wird falsch erklärt
16.05.2026

Chinas wirtschaftlicher Aufstieg gilt vielen als Beleg für die Stärke staatlicher Steuerung. Der Ökonom Prof. Weiying Zhang widerspricht...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Materialrückverfolgbarkeit in der Produktion: Wie Unternehmen MES-Software gezielt einsetzen
16.05.2026

Die Materialrückverfolgbarkeit entwickelt sich zunehmend zum entscheidenden Faktor für Qualität, Effizienz und regulatorische Sicherheit...

DWN
Politik
Politik Iran-Konflikt: 440 Kilo Uran und das iranische Atomprogramm verschärfen den Druck auf Teheran
16.05.2026

440 Kilogramm hoch angereichertes Uran sorgen weltweit für Sorge. Israel, die USA und der Iran ringen um Kontrolle, Sicherheit und...

DWN
Technologie
Technologie Anthropic entfacht den teuersten Machtkampf der KI-Branche
16.05.2026

Fast eine Billion Dollar Bewertung für einen KI-Konzern, der erst vor wenigen Jahren zum Herausforderer wurde. Anthropic will mit frischem...

DWN
Politik
Politik US-Verzicht auf Mittelstreckenwaffen in Deutschland: EU sucht Alternativen
16.05.2026

Der US-Marschflugkörper Tomahawk wird vorerst nicht in Deutschland stationiert. Die Verlegung von US-Mittelstreckenwaffen nach Deutschland...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EIB-Vizepräsident erklärt neue Sicherheitsstrategie: Warum Europas Verteidigung zunehmend von Banken abhängt
16.05.2026

Die Europäische Investitionsbank öffnet sich zunehmend der Verteidigungsfinanzierung und rückt damit näher an Europas neue...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Dynamik des US-Marktes verlangsamt sich, während Anleiherenditen steigen
15.05.2026

Erfahren Sie, welche treibenden Kräfte aktuell die Märkte bewegen und was Anleger jetzt unbedingt beachten sollten.