Deutschland

Autozulieferer ZF mit dickem Umsatzminus und deutlichem Nettoverlust

Die Krise in der Autoindustrie und hohe Kosten für Investitionen und Abfindungen drücken den Zulieferer ZF in die Verlustzone. Auch der Umsatz ging im Vorjahr deutlich zurück.
15.02.2021 11:53
Lesezeit: 1 min
Autozulieferer ZF mit dickem Umsatzminus und deutlichem Nettoverlust
Monteur Marcel arbeitet im Werk zwei des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen an ein Getriebe für Lastwagen, das ZF Traxon nennt. (Foto: dpa) Foto: Felix Kästle

Angesichts der Turbulenzen in der Autobranche und gestiegener Kosten für Investitionen und Abfindungen hat der Autozulieferer ZF das vergangene Jahr mit einem dicken Umsatzminus und einem Nettoverlust abgeschlossen. Wie das Friedrichshafener Unternehmen am Montag auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte, sanken die Erlöse im Jahresvergleich um rund elf Prozent auf 32,6 Milliarden Euro. Zum Nettoergebnis machte der Konzern noch keine konkreten Angaben, kündigte jedoch an, dass es deutlich negativ ausfallen werde. Detaillierte Angaben will das Unternehmen am 18. März bei seiner Bilanz-Pressekonferenz machen. Im Jahr 2019 hatte ZF noch einen kleinen Gewinn von 350 Millionen Euro erwirtschaftet.

ZF hat zu Beginn der Corona-Pandemie erheblich gelitten, als in der Autoindustrie zeitweise die Lieferketten gerissen waren und die Produktion stillstand. Allein bis Ende Juni belief sich das Umsatzminus im Jahresvergleich auf 27 Prozent. Vom Frühsommer an liefen die Geschäfte wieder besser, auch dank eines spürbaren Aufschwungs im Auto-Wachstumsmarkt China.

Das deutliche Minus beim Jahresergebnis führt der Konzern auch auf hohe Vorleistungen für Zukunftsaufgaben zurück, ohne darauf im Detail näher einzugehen. Damit dürften neben Abfindungen für ein laufendes Stellenabbauprogramm vor allem Investitionskosten in neue Technologien gemeint sein. Der Konzern hatte im Herbst 2018 angekündigt, innerhalb der folgenden fünf Jahre mehr als 12 Milliarden Euro in die E-Mobilität und das autonome Fahren zu stecken. Im Gegenzug sollen etliche Jobs in anderen Bereichen abgebaut werden - weltweit in den nächsten Jahren bis zu 15 000, wie der Konzern Mitte des vergangenen Jahres bekanntgegeben hatte.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Handwerk wird teurer: Steigende Kosten treffen bald auch die Kunden
05.11.2026

Energie, Baustoffe, Löhne – die Kostenbelastung im Handwerk wächst und treibt die Preise nach oben. Warum der Aufschwung in der...

DWN
Politik
Politik Schweden bestätigt Taurus-Lieferung: Marschflugkörper erreicht mehr als 500 Kilometer
05.11.2026

Schweden hat erstmals bestätigt, bereits Taurus-Marschflugkörper erhalten zu haben. Die Waffe kann Ziele in mehr als 500 Kilometern...

DWN
Panorama
Panorama Schuljahr 2025/2026: Weniger Erstklässler in Deutschland
05.11.2026

Rund 811.200 Kinder wurden im vergangenen Jahr eingeschult – etwa zwei Prozent weniger als Jahr zuvor. Was die Statistik außerdem über...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Luxusyachten im Stau: Liegeplätze werden zum Milliardenmarkt
05.11.2026

Luxus auf hoher See, Parkplatznot im Hafen: Immer mehr Millionäre kaufen sich eine Yacht, doch die Zahl der Liegeplätze wächst kaum. Im...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: „Blaue Welle“ lässt Aktienmärkte steigen – Ölpreise auf Talfahrt
04.11.2026

Erfahren Sie, wie die neuesten politischen Entwicklungen in den USA die Finanzmärkte bewegen und welche Branchen jetzt im Fokus stehen.

DWN
Politik
Politik Stromumlage ab 2031 geplant: Stromverbraucher sollen neue Gaskraftwerke finanzieren
04.11.2026

Elf Kraftwerksprojekte erhalten Geld dafür, Strom für Dunkelflauten bereitzuhalten. Die Kosten sollen auf alle Stromverbraucher umgelegt...

DWN
Technologie
Technologie Digitale Souveränität: Wie Trump Europas Cloud-Abhängigkeit offenlegt
04.11.2026

Europäische Unternehmen speichern ihre Daten in heimischen Rechenzentren und verlassen sich auf deren Sicherheit. Doch der...

DWN
Technologie
Technologie Dacia Duster im Test: Wenn die Reichweite an der Grenze zur Unwahrscheinlichkeit liegt
04.11.2026

1.410 Kilometer Reichweite, Allradantrieb und drei Antriebstechnologien in einem Auto: Der Dacia Duster Hybrid 4x4 verspricht erstaunlich...