Unternehmen

Rekord: Noch nie haben Industrieunternehmen weltweit so viele Roboter eingesetzt - Deutschland Weltspitze

Deutschland bleibt beim Einsatz von Industrie-Robotern Weltspitze. Ein deutscher Hersteller macht mit etwas ganz Besonderen auf sich aufmerksam.
15.02.2021 17:16
Lesezeit: 1 min

Die Roboter sind in der internationalen Fertigung weiter auf dem Vormarsch. So war die Roboter-Dichte noch nie höher als jetzt. Wie aus aktuellen Schätzungen der Internationalen Vereinigung IFR hervorgeht, sind global 113 Maschinen pro 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz.

Das Land, wo die meisten Maschinen in den Produktionshallen stehen, ist Singapur (918), gefolgt von Südkorea (868) und Japan (364). Die Deutschen kommen mit 346 immerhin auf den vierten Platz und nehmen damit in Europa unangefochten den ersten Platz ein. Hier werden 38 Prozent aller Roboter betrieben, die es auf dem gesamten Kontinent gibt.

Ein ganz wichtiger Treiber für den Markt ist die deutsche Autoindustrie. „Hier gehört die Roboter-Dichte zu den höchsten weltweit“, schreibt die internationale Vereinigung in ihrem Bericht.

Der große Einsatz von Robotern in der deutschen Autoindustrie ist umso interessanter, weil die größte Volkswirtschaft Europas nicht zu den Top drei der größten Automärkte der Welt zählt. Das Land liegt nach Absatzzahlen nur auf dem vierten Platz. Auf den ersten drei Plätzen liegen China, die USA und Japan. Allerdings sind die Chinesen und die US-Amerikaner bei den Roboter-Statistiken hinter Deutschland.

Ein wichtiger Protagonist für den Einsatz der Maschinen ist Volkswagen. Der Wolfsburger Autobauer hat gerade gegen Ende der zweiten Jahreshälfte neue Roboter gekauft: So hat der Wolfsburger Konzern den japanischen Giganten Fanuc mit der Lieferung von 1.400 Stück für seine Werke in Emden und in den USA beauftragt. Darüber hinaus kaufte das Unternehmen beim schweizerisch-schwedischen Konzern ABB 800 Maschinen ein, die in der Fabrik in Hannover eingesetzt werden sollen.

In Emden in Norddeutschland und in Chattanooga in den USA werden sie für den Karosseriebau und die Produktion von E-Batterien geliefert werden. Emden wird den Planungen der Wolfsburger Führungsspitze zufolge zu einem neuen Zentrum für den Bau von E-Fahrzeugen umgerüstet.

Doch das ist noch nicht alles: Auch BMW treibt den Markt voran. Der Münchener Autohersteller hat im November die Tochter IDEALworks gegründet, das Roboter und Steuerungssoftware für Logistiklösungen entwickelt und vertreibt.

Dabei richtet sich der Konzern neu aus: „Mit der IDEALworks GmbH betreten wir völlig neues Terrain. Bisher entwickelten wir aus dem Blickwinkel der Automobilproduktion und seiner Logistik,“ sagte Jimmy Nassif, CTO der neuen Firma. „Nun ändert sich unsere Perspektive. Wir werden zum Anbieter von Logistikrobotik über die Automobilbranche hinaus. Für die kommenden Monate haben wir einige Neuerungen in Vorbereitung", so der Firmenvertreter.

Anmerkung: Ein exklusives Interview mit dem COO von IDEALworks, Markus Bauer, können Sie am kommenden Wochenende lesen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen DB Cargo-Stellenabbau: 6.200 Jobs fallen bei Deutsche Bahn-Tochter weg
19.02.2026

Fast jede zweite Stelle soll weg – DB Cargo steht vor einem historischen Einschnitt. Der neue Chef setzt alles auf eine Karte, denn...

DWN
Finanzen
Finanzen Airbus-Aktie im Rückwärtsgang: 870 Jets reichen dem Markt nicht
19.02.2026

Die Airbus-Aktie bricht ein, obwohl der Konzern einen Auslieferungsrekord ankündigt. Doch Lieferprobleme, verfehlte Erwartungen und ein...

DWN
Politik
Politik Schulfach Wiederbelebung: DRK-Präsident für Training an Schulen
19.02.2026

Krisenfestigkeit wird zu eng gedacht, findet Hermann Gröhe. Der DRK-Chef und ehemalige Bundesgesundheitsminister fordert aber nicht nur...

DWN
Politik
Politik Uneinigkeit in der EU: Sanktionspaket gegen Russland gerät ins Wanken
19.02.2026

Die EU verhandelt ein neues Sanktionspaket gegen Russland, doch wirtschaftliche Eigeninteressen einzelner Mitgliedstaaten bremsen die...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Wall Street schiebt Unsicherheit beiseite und legt zu
18.02.2026

Die US-Aktienmärkte schlossen den Tag im Plus. Der S&P 500 stieg um 0,56 %, der Nasdaq Composite um 0,78 % und der Dow Jones Industrial...

DWN
Technologie
Technologie Ostsee-Stromprojekt: Baltic-German PowerLink geplant
18.02.2026

Das Ostsee-Stromprojekt zwischen Deutschland, Lettland und Litauen nimmt konkrete Formen an. Mit dem Baltic-German PowerLink entsteht ein...

DWN
Finanzen
Finanzen Dürr-Aktie springt nach Quartalszahlen deutlich an – jetzt Dürr-Aktie kaufen?
18.02.2026

Der Dürr-Aktienkurs ist nach überraschend starken Quartalszahlen nach oben geschossen. Vor allem der Nettogewinn überzeugt Investoren...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Steuerstreit: Koalition ringt um Spitzensteuersatz – Deutschland bisher im Mittelfeld
18.02.2026

Der Steuerstreit zwischen CDU und SPD spitzt sich in Zeiten schwacher Konjunktur und angespannter Haushaltslage zu. Setzt die Koalition auf...