Politik

Studie lobt Lockdowns, weil sie gut für das Klima sind – doch ging es eigentlich nicht um ein Virus?

Laut Experten sind über ein Jahrzehnt hinweg gleichwertige Emissionsrückgänge wie während des aktuellen Corona-Lockdowns erforderlich, um die sicheren Grenzen der globalen Erwärmung einzuhalten. Es stellt sich aber folgende kritische Frage: Sollte mit dem Lockdown nicht eigentlich nur ein Virus bekämpft werden, um Menschenleben zu retten?
03.03.2021 22:44
Aktualisiert: 03.03.2021 22:44
Lesezeit: 2 min

Der dramatische Rückgang der globalen Kohlenstoffemissionen in den frühen Tagen der Pandemie und der weltweiten Lockdowns müsste für den Rest des Jahrzehnts alle zwei Jahre durchgeführt werden, um die im Pariser Klimaabkommen festgelegten Ziele zu erreichen. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor. Allerdings sagen die Autoren auch, dass man sich nicht nur auf Lockdowns verlassen dürfe.

Der in „Nature Climate Change“ veröffentlichte Bericht ergab, dass die CO2-Emissionen im Jahr 2020 um rund 2,6 Milliarden Tonnen gesunken sind, was einem Rückgang von rund 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, was wiederum ein historischer Rückgang sein soll. Jährlich müssen die CO2-Emissionen um ein bis zwei Milliarden Tonnen zurückgehen, damit die globalen Emissionen den im Pariser Abkommen festgelegten sicheren weltweiten Temperaturbereich erfüllen, um den Auswirkungen des Klimawandels auszuweichen, so die Forscher.

Aus der Studie geht hervor: „Die weltweiten fossilen CO2-Emissionen sind im Jahr 2020 um rund 2,6 GtCO2 auf 34 GtCO2 gesunken. Dieser projizierte Rückgang, der hauptsächlich durch die Maßnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung der COVID-19-Pandemie verursacht wurde, liegt laut der Analyse des Global Carbon Project auf der Grundlage mehrerer Studien etwa 7 Prozent unter dem Niveau von 2019 und aktuelle monatliche Energiedaten. Ein Rückgang der globalen jährlichen Emissionen um 2,6 GtCO2 wurde noch nie beobachtet (…) Der Rückgang der CO2-Emissionen aufgrund der Reaktionen auf COVID-19 unterstreicht das Ausmaß der Maßnahmen und die internationale Einhaltung, die zur Bekämpfung des Klimawandels erforderlich sind (...) Weit verbreitete Störungen im Verkehrssektor hatten den größten Einfluss auf die Emissionen. Bis Ende 2020 haben COVID-19-bezogene Begrenzungsmaßnahmen immer noch dazu beigetragen, die täglichen Emissionen um rund 7 Prozent unter das Niveau von 2019 zu senken, wobei der größte Teil des Rückgangs auch auf Verkehrsemissionen zurückzuführen ist. Hier stellen wir die Änderung der Emissionen im Jahr 2020 in den Kontext der jüngsten Änderungen des fossilen CO2-Emissionen in den fünf Jahren seit der Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens im Jahr 2015 und Erörterung der Auswirkungen von COVID-19 auf die Entwicklung der globalen CO2-Emissionen. Wir konzentrieren uns auf fossile CO2-Emissionen, die den größten Beitrag zum Anstieg der anthropogenen Treibhausgase leisten. Das Pariser Abkommen baut auf dem 1997 verabschiedeten Kyoto-Protokoll auf und enthält Verpflichtungen zur Emissionsreduzierung für 36 Volkswirtschaften mit größtenteils hohem Einkommen.“

Doch Kritiker stellen nun folgende Frage: Ging es beim Lockdown nicht darum, eine Pandemie einzudämmen?

Die DWN hatten am 18. Februar 2021 geschrieben: „Es gibt mehrere deutliche Hinweise darauf, dass die Freiheitsbeschränkungen während der Corona-Krise nur ein Vorspiel gewesen sind. Die eigentlichen ,Einschränkungen der persönlichen Freiheit' im Zusammenhang mit den Klimazielen bis zum Jahr 2030 stehen uns offenbar noch bevor (HIER).“

Zuvor hatte auch Angela Merkel urplötzlich eine Verbindung zwischen der Pandemie und dem Klimaschutz hergestellt (HIER).

Merkels Koalitions-Partner Karl Lauterbach hatte im Dezember 2020 in einem Beitrag der Zeitung „Die Welt“ angekündigt: „Für mich bleibt der Eindruck, dass es uns in Deutschland und auch in Europa, geschweige denn in den Vereinigten Staaten, ohne die Entwicklung eines Impfstoffes nicht gelungen wäre, diese Pandemie zu besiegen. Eine Impfung gegen CO2 wird es allerdings niemals geben. Somit benötigen wir Maßnahmen zur Bewältigung des Klimawandels, die analog zu den Einschränkungen der persönlichen Freiheit in der Pandemie-Bekämpfung sind. Ob das erreichbar ist, wage ich zunehmend zu bezweifeln.“

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