Politik

Grünen-Parteichefin Baerbock fordert Verbot von entgeltlicher Lobbyarbeit

Die Grünen wollen angesichts der Maskenaffäre in der Unions-Fraktion für Abgeordnete eine bezahlte Einflussnahme durch Lobbyarbeit verbieten. Parteichefin Annalena Baerbock prescht mit klaren Worten und Forderungen vor.
09.03.2021 15:29
Aktualisiert: 09.03.2021 15:29
Lesezeit: 1 min
Grünen-Parteichefin Baerbock fordert Verbot von entgeltlicher Lobbyarbeit
Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen, spricht bei Vorstellung des Buches «Christlich Demokratische Union. (Foto: dpa) Foto: Christoph Soeder

Die Grünen wollen angesichts der Maskenaffäre in der Unions-Fraktion für Abgeordnete eine bezahlte Einflussnahme durch Lobbyarbeit verbieten. „Die Union darf sich dagegen nicht weiter sperren“, forderte Parteichefin Annalena Baerbock am Dienstag. Eine entgeltliche Lobbytätigkeit neben dem Mandat müsse verboten werden. Zudem müssten Abgeordnete alle Nebeneinkünfte auf Euro und Cent vorlegen und nicht wie derzeit nur in Einkommensstufen. Die Grünen hätten die Generalsekretäre und Parlamentarischen Geschäftsführer von Union, SPD, FPD und Linken eingeladen, die Transparenzregeln zu erweitern und zu verschärfen.

Die Forderung von Baerbock ist offenbar ehrlich gemeint. „Statista.com“ berichtet: „Rund ein Drittel der derzeitigen Bundestagsabgeordneten der CDU haben in der aktuellen Wahlperiode meldepflichtige Nebeneinkünfte erzielt - sie kommen dabei zusammen auf die Summe von 8,7 Millionen Euro. Damit liegt die CDU vor allen anderen Parteien, wie die Statista-Grafik auf Basis von Daten von abgeordnetenwatch.de zeigt.“

Die meldepflichtigen Einkünfte der CSU-Abgeordneten liegen bei 5,8 Millionen Euro, bei der FDP bei 5,0 Millionen Euro, bei der SPD bei 2,4 Millionen Euro, bei der AfD bei 1,8 Millionen Euro, bei den Linken bei 822.000 Euro und bei den Grünen bei 122.000 Euro.

Zwei Mitglieder der Unions-Bundestagsfraktion sehen sich mit Vorwürfen konfrontiert, sie hätten für die Vermittlung von Corona-Schutzmasken oder Aufträgen zur Herstellung hohe Provisionen kassiert. Der CDU-Abgeordnete Nikolas Löbel legte nach Kritik auch von CDU-Spitzenpolitikern sein Mandat mit sofortiger Wirkung nieder. Der CSU-Abgeordnete Georg Nüßlein trat mittlerweile aus seiner Partei aus, hält an seinem Mandat bis zur Bundestagswahl aber fest. Gegen ihn laufen auch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft E-Auto kaufen oder leasen? Der Fünf-Minuten-Check
11.10.2026

Ein E-Auto kaufen klingt einfacher, als es ist. Reichweite, Laden, Leasing, Garantien und eine Fülle neuer Technik können Einsteiger...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schutzmaßnahmen wegen KI: Deutsche Firmen auf KI-Angriffe unzureichend vorbereitet
11.10.2026

Etwa jeder zweite Betrieb nutzt Künstliche Intelligenz. Spezielle Prozesse, um das eigene Unternehmen gegen KI-gestützte Cyberangriffe zu...

DWN
Technologie
Technologie Bekannter Allrounder: 80 Jahre Unimog - wichtiger denn je?
11.10.2026

Der Unimog ist ein Allrounder: Einst auf dem Acker zur Kartoffelernte, heute bei Kommunen, Feuerwehr oder dem Militär im Einsatz. Warum er...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Die Krise der deutschen Automobilindustrie: Wo geht die Reise hin?
11.10.2026

Die deutsche Automobilindustrie, das historische Rückgrat des nationalen Wohlstands, steckt in ihrer schwersten Krise seit Jahrzehnten....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Umgang mit Cookies: BGH verhandelt zu Cookie-Speicherung – darum geht's
10.10.2026

Der Bundesgerichtshof prüft, ob Unternehmen für das Speichern von Cookies auf fremden Internetseiten ohne Einwilligung haften müssen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Uber-Robotaxis in Deutschland: Erst Stellen streichen, dann Jobs versprechen
10.10.2026

Uber streicht Tausende Stellen und verspricht gleichzeitig neue Arbeitsplätze in Deutschland. Was widersprüchlich klingt, folgt einer...

DWN
Finanzen
Finanzen Revolut-Bank greift an: Dieser Fintech-Riese will Europas Banken überholen
10.10.2026

Die Revolut-Bank wächst in einem Tempo, von dem klassische Geldhäuser nur träumen können: fast 70 Millionen Kunden, Milliardenbewertung...

DWN
Technologie
Technologie KI-Prompts für Marketing und Vertrieb: 7 KI-Vorlagen für KMU und Selbstständige
10.10.2026

Fast jedes zweite kleine Unternehmen sieht noch keinen echten Nutzen in KI – dabei liegt der Unterschied oft nur im richtigen Prompt....