Politik

Krisenprofiteur Brüssel: Corona soll aus der EU einen Superstaat machen

Seit ihrer Gründung schlittert Brüssel von einer Krise zur nächsten - und wird dabei immer mächtiger. Nun steht die EU kurz davor, ihr Endziel zu erreichen: den europäischen Superstaat.
11.03.2021 10:09
Lesezeit: 2 min

Am 17. Februar 2021 hat eine Koalition aus verschiedenen linken und grünen Politikern, Denkfabriken und Gewerkschaften einen gemeinsamen offenen Brief an die EU veröffentlicht. Mit dabei sind unter anderem die Präsidentin der Heinrich-Böll-Stiftung Barbara Unmüßig und der Starinvestor und politische Aktivist George Soros. Gefordert wird ein dauerhafter gemeinsamer EU-Haushalt mit der Möglichkeit der Kreditaufnahme, wodurch Investitionen in Projekte wie den Green Deal unterstützt werden sollen.

Zudem fordern die Unterzeichner des offenen Briefs die Abschaffung der geltenden EU-Regeln zu Defizit- und Schuldenquoten sowie weitere geldpolitische Maßnahmen der Europäischen Zentralbank, um die geforderte lockere Fiskalpolitik möglich zu machen. Wenn die EU einen eigenen permanenten Haushalt und die Kompetenz erhält, Schulden zu machen, so ist der damit einhergehende Machtgewinn ein entscheidender nächster Schritt auf dem Weg zum europäischen Zentralstaat.

Europas Krisen der letzten Jahrzehnte sind wiederholt ausgenutzt worden. Immer wenn Probleme auftraten, so wurden die Probleme angegangen, indem immer neue europäische Institutionen geschaffen wurden oder indem die Macht der bereits existierenden Institutionen ausgeweitet wurde. Das Ziel eines europäischen Zentralstaats ist stetig näher gerückt. Und seit dem vergangenen Jahr ist nun die Corona-Krise der Vorwand für weitere Schritte, um mehr Macht nach Brüssel zu verlagern.

Die Unterzeichner des offenen Briefs sagen, dass Probleme wie die Corona-Krise führen kann und der Klimawandel nur von einer Zentralgewalt bewältigt werden können. Dazu soll nach ihrer Vorstellung nicht nur der EU-Haushalt beitragen, sondern es sollen dafür auch fiskalische Regeln außer Kraft gesetzt werden, insbesondere der Stabilitäts- und Wachstumspakt und der Europäische Fiskalpakt. Diese wurden vor allem auf deutschen Druck hin eingeführt, um die Defizite und Schulden der Euro-Staaten zu begrenzen.

Die EU-Fiskalregeln sind den Unterzeichnern und Regierungen ein Dorn im Auge. Denn sie brauchen viel Geld, um ihre teuren Projekte zu finanzieren. Und dazu bedarf es nicht nur einer lockeren Fiskalpolitik, sondern auch einer lockeren Geldpolitik. Denn die nötigen Defizite und Schulden der Euro-Staaten müssen von einer Zentralbank ermöglicht werden. Letztlich läuft der Vorschlag darauf hinaus, dass die EZB möglichst viel neues Geld druckt und dass dann die EU und die Mitgliedsstaaten das Geld sinnvoll ausgeben.

Die Unterzeichner ignorieren jedoch die Tatsache, dass man man keinen Wohlstand schaffen kann, indem man Geld druckt und es ausgibt. Vielmehr entzieht man der Wirtschaft genau jene Wirtschaftskraft, die man mit dem gedruckten Geld erwirbt. Im besten Falle läuft der Vorschlag von George Soros und Co. also auf eine Umverteilung hinaus. Genommen wird es der Gesellschaft insgesamt und gegeben wird es jenen, welche die politisch gewünschten Projekte ausführen, mit denen erfahrungsgemäß ein großes Maß an Verschwendung einhergeht.

Der offene Brief fordert tatsächlich, dass die EU-Kommission im Zusammenspiel mit der EZB gut bezahlte "grüne Arbeitsplätze" schafft, die Ungleichheit verringert und Millionen Menschen von der Armut befreit. Wenn man zur Aufhebung der Armut einfach die fiskalischen Regeln über Bord werfen und Geld drucken müsste, wäre dies sicherlich schon geschehen. Doch Wohlstand schaffen ist tatsächlich zu schwierig für Politiker. Denn dabei müssen Ressourcen möglichst schonend eingesetzt werden, um möglichst viele menschliche Bedürfnisse zu befriedigen.

Dies gilt im Übrigen auch für die Bewältigung der Corona-Krise. Nicht Brüssel und auch nicht Berlin, sondern nur der Ideenreichtum und die Tatkraft der Bürger können die Wirtschaft aus der Rezession wieder herausführen. Dazu brauchen die Bürger Regulierungen und Steuern, die für sie machbar sind, sowie eine stabile Währung, die nicht durch extremes Gelddrucken verwässert wird. Mit anderen Worten: Um aus der Corona-Rezession wieder herauszukommen, braucht die EU das genaue Gegenteil dessen, was die Unterzeichner des offenen Briefes fordern.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Der wachsende Trend zu flexiblen Konsumausgaben bei deutschen Verbrauchern

Deutsche Haushalte verändern ihr Ausgabeverhalten grundlegend. Wo früher feste Sparpläne und monatliche Budgets den Alltag bestimmten,...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Wirtschaft vor der Wende: Warum ausgerechnet Saab neue Hoffnung macht
13.08.2026

Deutschlands Autobauer bauen Stellen ab, doch gleichzeitig wächst die Wirtschaft stärker als erwartet. Neue Startups, mehr Kapitalmarkt...

DWN
Technologie
Technologie Elon Musk und die KI: Wer regiert bald die Welt?
13.08.2026

Elon Musk warnt vor KI, Bürgerkrieg und dem Aufstieg neuer Supermächte – doch zugleich verkörpert er selbst die beispiellose Macht der...

DWN
Politik
Politik NATO-Reform: Saluschnyj erklärt das mächtigste Militärbündnis der Welt für überholt
13.08.2026

Die Ukraine wollte jahrelang von der NATO lernen. Nun erklärt ihr früherer Oberbefehlshaber das Bündnis für militärisch überholt und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Trockenheit kostet Landwirte 600 Millionen Euro
13.08.2026

Die Dürre hinterlässt auf deutschen Feldern deutliche Spuren: Millionen Tonnen Getreide und Raps sind bereits verloren. Für Verbraucher...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Aktien unter Druck: Milliardenverlust zeigt die verborgene Gefahr
13.08.2026

Ein gefeierter Tech-Investor setzte mit gewaltigem Hebel auf KI-Aktien und verlor innerhalb weniger Wochen rund 35 Milliarden US-Dollar....

DWN
Politik
Politik Rentensplitting statt Witwenrente: Steht die Hinterbliebenenrente vor dem Aus?
13.08.2026

Im Rahmen der Rentenreform steht plötzlich auch die Witwenrente zur Diskussion. Ein Expertenvorschlag: Ein verpflichtendes Rentensplitting...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Volvo ES90 im Test: Ein guter Grund, den Deutschen Lebewohl zu sagen?
13.08.2026

Der Volvo ES90 ist kein Elektroauto für Käufer, die möglichst günstig in die Premiumklasse einsteigen wollen. Doch wer Komfort,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Experten warnen: Pleitewelle hält bis mindestens 2027 an
13.08.2026

Seit Monaten steigt die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland. Daran dürfte sich so schnell nichts ändern, obwohl jüngste...