Unternehmen

Volkswagen entschuldigt sich für verfrühten April-Scherz

Die Ankündigung des Konzerns vom Dienstag, seine US-Tochter in "Voltswagen of America" umzubenennen, war nicht ernst gemeint. Einige Journalisten fühlen sich von VW hinters Licht geführt.
31.03.2021 17:26
Aktualisiert: 31.03.2021 17:26
Lesezeit: 1 min

Volkswagen ist nach einem missglückten PR-Gag zur vermeintlichen Umbenennung in "Voltswagen" in den USA um Schadensbegrenzung bemüht. Um den nach dem Dieselskandal ohnehin noch angekratzen Ruf zu retten, entschuldigte sich der Autobauer am Mittwoch.

Die Tochter "Volkswagen of America" habe eine nationale Marketingkampagne - "auch mit einem Augenzwinkern" - entwickelt, um auf die Offensive in der Elektromobilität und den Marktstart des Elektro-SUV ID.4 aufmerksam zu machen, erklärte der Konzern. Volt ist die Maßeinheit für Stromspannung. Positive Rückmeldungen in den sozialen Medien zeigten, dass dieses Ziel auch erreicht worden sei. "Gleichzeitig bedauern wir, sollten wir in der Wahrnehmung Einzelner über das Kampagnenziel hinausgeschossen sein", erklärte Volkswagen.

In den USA hatte die zu Wochenanfang angeblich versehentlich verfrüht bekanntgegebene Umbenennung dafür gesorgt, dass viele Medien darüber berichteten, darunter auch der US-Nachrichtensender CNBC. Für eine solche Werbung müssen Unternehmen sonst tief in die Tasche greifen.

VW bestätigte die ab Mai geplante Namensänderung zunächst, äußerte sich aber vorsichtig: "Wir tauschen vielleicht unser K gegen ein T aus, aber was wir nicht ändern, ist das Engagement dieser Marke, erstklassige Fahrzeuge für Fahrer und Menschen auf der ganzen Welt zu bauen", erklärte Scott Keogh, Präsident und CEO von Volkswagen of America in einer Mitteilung.

Darin wurden auch Details der geplanten Veränderungen genannt: "Ab heute wird das neue Branding auf allen Werbemitteln, der Website und den Social-Media-Kanälen des Unternehmens eingeführt." Der Schriftzug "Voltswagen" werde außerdem auf allen Elektromodellen angebracht. Die Mitteilung wurde später aus dem Netz genommen und VW trat den Rückzug an. Die US-Tochter erklärte, die Ankündigung sei "im Geiste des Aprilscherzes gedacht" gewesen, man werde den Namen nicht ändern.

US-Medien reagierten verärgert. Journalisten fühlten sich von VW hinters Licht geführt, einige gar belogen. Mindestens ein Analyst hatte die Namensänderung zudem in einer Research Note gelobt. "Anscheinend hat niemand im Genehmigungsprozess bei @VW gesagt, hey, vielleicht sollten wir die Presse nicht anlügen, angesichts der ganzen, Sie wissen schon, Emissions-Lügen-Sache", schrieb Dawn Kopecki, Senior Editor von CNBC.com, auf Twitter.

Der Vorfall ist die jüngste Kommunikationspanne des Konzerns. Der Wolfsburger Autobauer sorgte im vergangenen Jahr für Schlagzeilen, als er ein als rassistisch empfundenes Werbe-Video für den neuen Golf auf Instagram zurückzog und sich dafür entschuldigte.

Mehr zum Thema: Volkswagen überholt mit Kursrally SAP als teuersten Dax-Wert

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

DWN
Panorama
Panorama Trump verdiente im vergangenen Jahr mehr als eine Milliarde, den größten Teil davon mit Kryptowährungen
11.07.2026

Der Vermögensbericht des US-Präsidenten und des Vizepräsidenten wurde veröffentlicht.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Was passiert, wenn eine Kuh eine Smartwatch bekommt?
11.07.2026

HeroLabs, das slowenische Start-up des Jahres, hat fast sechstausend Kühe mit den MooHero-Smart-Halsbändern ausgestattet; nun...

DWN
Finanzen
Finanzen Schuldenweltmeister Deutschland: Regierung plant noch mehr Schulden - wird die Defizitgrenze gekillt?
10.07.2026

Die Staatsverschuldung wächst unter Bundesfinanzminister Klingbeil rasant und die Regierung hat bisher keinen Plan gegen steigende...

DWN
Politik
Politik Mammutsitzung vor der Sommerpause: Bundesrat beschließt zahlreiche Gesetze nach turbulenten Debatten
10.07.2026

Die Länderkammer hat sich mit einer außergewöhnlich dynamischen und dicht gedrängten Sitzung in die parlamentarische Sommerpause...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt 22 Euro pro Kasten: Wie eine Allgäuer Familienbrauerei die Branche aufmischt
10.07.2026

Der Bierabsatz in Deutschland stürzt auf ein historisches Rekordtief. Doch statt die Preise zu senken, verlangt die Meckatzer Löwenbräu...

DWN
Panorama
Panorama USA-Dynastien: Amerikas heimliche Herrscher
10.07.2026

Amerika feiert sich als Republik ohne Könige und ererbte Macht. Doch ein Blick in die Geschichte zeigt: Familien wie Adams, Rockefeller,...

DWN
Politik
Politik Die russische Kraftstoffkrise greift auf die Nachbarländer über
10.07.2026

Der Kreml warnt, dass er den Export von Kraftstoffen verbieten könnte. Einige Nachbarländer haben jedoch keine andere Alternative als...

DWN
Politik
Politik Ein Donnerschlag im Paradies: Trumps „Vertrauensfrau“ Giorgia Meloni macht Platz für einen Anderen
10.07.2026

Trouble in paradise. So könnte man das Verhältnis zwischen der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und US-Präsident Donald...