Politik

Allianz-Bericht: „Unternehmen müssen sich auf weitere politische Unruhen und Gewalt vorbereiten“

Einem Bericht der Allianz zufolge werden schwere Unruhen in den kommenden Monaten voraussichtlich zunehmen. Unternehmen sollten sich dem Bericht zufolge darauf vorbereiten. Die Versicherung empfiehlt den Unternehmen, ihre Business-Continuity-Planung zu überprüfen.
06.04.2021 15:20
Aktualisiert: 06.04.2021 15:20
Lesezeit: 2 min
Allianz-Bericht: „Unternehmen müssen sich auf weitere politische Unruhen und Gewalt vorbereiten“
Mögliche Unruhen in Europa müssen verhindert werden. (Foto: dpa) Foto: Etienne Laurent

Nun berichtet auch die Allianz über jene Gefahren, vor denen die Deutschen Wirtschaftsnachrichten als einziges Medium in Deutschland bereits zu Beginn der Pandemie und darüber hinaus gewarnt hatten (HIER – HIER – HIER – HIER).

Aus der aktuellen Ausgabe des „Global Risk Dialogue“ von „Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS)“ geht hervor: „Demonstrationen gegen die Corona-Schutzbestimmungen in Deutschland und Europa, „Black Lives Matter“-Proteste in den USA oder Brandanschläge auf Mobilfunktürme in Großbritannien: Betriebsstörungen, Beschädigungen und Umsatzeinbußen durch Krawalle, Proteste, Vandalismus oder andere Formen von zivilen Unruhen gehören heute zu den wichtigsten politischen Risiken für Unternehmen. Die anhaltenden Auswirkungen der Covid-19-Pandemie werden solche Aktivitäten wahrscheinlich weiter vorantreiben.“

Björn Reusswig, Leiter der Abteilung Global Political Violence and Hostile Environment Solutions bei AGCS wörtlich: „Glücklicherweise sind terroristische Großereignisse in den letzten fünf Jahren drastisch zurückgegangen. Die Anzahl, das Ausmaß und die Dauer von zivilen Unruhen und Protesten in den letzten zwei Jahren sind jedoch erschütternd, und wir haben gesehen, dass Unternehmen erhebliche Verluste dadurch erlitten haben. Zivile Unruhen haben stark zugenommen, angetrieben durch Proteste zu Themen, die von wirtschaftlicher Not bis hin zu Polizeibrutalität reichen und die Bürger auf der ganzen Welt betroffen haben. Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie verschlimmern die Situation – da kein Ende des wirtschaftlichen Abschwungs in Sicht ist, wird die Zahl der Proteste wahrscheinlich weiter steigen.“

Die Covid-19-Pandemie ist AGCS zufolge eine der Hauptursachen für den Anstieg der zivilen Unruhen, da sie sowohl die zugrunde liegenden, seit langem bestehenden Missstände vergrößern als auch in den Mittelpunkt rücken würde. Die Pandemie habe sich negativ auf die politische Stabilität ausgewirkt, die Polarisierung verstärkt und Fragen der Gleichberechtigung, der Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und der Bürgerrechte in den Vordergrund gerückt.

„Leider wird sich das Risiko von Unruhen und Gewalt aufgrund von Covid-19 wahrscheinlich verschärfen. Die Maßnahmen, die die Regierungen zur Bekämpfung des Coronavirus ergriffen haben, hatten erhebliche sozioökonomische Auswirkungen, und die Frustration wächst in großen Teilen der Bevölkerung. Besonders deutlich sind die Verwerfungen in den USA, wo das soziale Sicherheitsnetz nicht so umfassend ist wie anderswo. Die Menschen sind besorgt. Arbeitsplatz, Gesundheit und Einkommenssicherheit sind gefährdet. In der Folge sind die Menschen eher bereit zu demonstrieren, daher ist es nicht verwunderlich, dass Demonstrationen gegen den Lockdown schnell gewalttätig werden können“, so Reussig.

Für Unternehmen sei die Vorbereitung auf politische Gewaltrisiken entscheidend – insbesondere für exponierte Branchen wie den Einzelhandel. Während der zweitägigen „Black Lives Matter“-Demonstrationen Ende Mai in Chicago wurden AGCS zufolge fast alle Schaufenster auf der Michigan Avenue, zu der auch das Einkaufsviertel „Magnificent Mile“ gehört, beschädigt. „Aber auch in Deutschland führten die Ausschreitungen während des G20-Gipfels in Hamburg im Juli 2017 laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zu Schäden von rund zwölf Millionen Euro. Etwa ein Drittel der Summe – rund vier Millionen Euro – entfiel auf beschädigte Autos, der Rest auf Schäden an Wohngebäuden und Geschäften“, so AGCS.

Deshalb sei es wichtig, dass die Business-Continuity-Planung (BCP) von den Unternehmen überprüft werde.

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