Politik

Großbritannien entsendet Kriegsschiffe ins Schwarze Meer, Biden will Einigung mit Putin

Großbritannien wird zur Unterstützung der Ukraine zwei Kriegsschiffe ins Schwarze Meer entsenden. Währenddessen hat US-Präsident Biden die Entsendung von Kriegsschiffen ins Schwarze Meer abgesagt. Sind die USA und Russland wirklich verfeindet?
20.04.2021 12:16
Aktualisiert: 20.04.2021 12:16
Lesezeit: 1 min
Großbritannien entsendet Kriegsschiffe ins Schwarze Meer, Biden will Einigung mit Putin
Die potenziellen Konfliktgebiete am Schwarzen Meer. (Grafik: DWN/Google Maps)

Einem Bericht der „Sunday Times“ zufolge, bereitet sich Großbritannien darauf vor, ab dem nächsten Monat zwei Kriegsschiffe über den Bosporus ins Schwarze Meer zu entsenden, da weiterhin befürchtet wird, dass eine große Konfrontation zwischen Russland und der Ukraine ausbrechen könnte.

„Das Abstellen der Schiffe vor der Küste der Ukraine soll Solidarität mit den Verbündeten Kiew und der Nato in der Region zeigen, nachdem Präsident Biden letzte Woche beschlossen hatte, den Einsatz von zwei amerikanischen Kriegsschiffen am Schwarzen Meer abzusagen – aus Angst, dass die Krise wegen der Mobilisierung russischer Truppen eskalieren könnte (…) Ein mit Flugabwehrraketen bewaffneter Zerstörer vom Typ 45 und eine Anti-U-Boot-Fregatte vom Typ 23 wird sich laut hochrangigen Marinequellen von der Träger-Task-Gruppe der Royal Navy im Mittelmeer lösen und über den Bosporus ins Schwarze Meer segeln“, so das Blatt. Biden hatte den Einsatz von US-Kriegsschiffen nach einem Telefonat mit dem russischen Putin abgesagt, so „U.S. News“. Der US-Präsident erklärte auch seine Bereitschaft zu einem persönlichen Gipfeltreffen im Sommer.

Diese Entwicklung bestätigt eine Prognose der „Deutschen Wirtschaftsnachrichten“ vom 14. April 2021, wonach die USA und Russland möglicherweise offiziell als Feind in der Ukraine auftreten, aber in Wirklichkeit das gemeinsame Ziel verfolgen die Ukraine als Brückenkopf zwischen China und Europa auszuhebeln (HIER). Diesem Ansatz zufolge ist es denkbar, dass den pro-russischen Rebellen in einer späteren Phase die Einnahme von Mariupol gestattet wird, um den Zugang der Ukraine zum Asowschen Meer, das in das Schwarze Meer mündet, weiter einzudämmen (HIER). Ungeklärt bleibt auch die Zukunft und Lage in Odessa. Dass nun Großbritannien Kriegsschiffe ins Schwarze Meer entsendet, macht Sinn. Denn Großbritannien ist ein Unterstützer der Neuen Seidenstraße Chinas. Die Politikmacher in London wissen auch, dass die Ukraine als Brückenkopf zwischen China und Europa spielen soll. Sie haben offenbar auch verstanden, dass die Küstenstädte der Ukraine möglicherweise bedroht sind, weshalb sie ihre Kriegsschiffe an der Küste der Ukraine platzieren werden.

Das Montreux-Abkommen von 1936 schreibt vor, dass ausländische Mächte, die den Bosporus und die Dardanellen durchqueren, die Türkei zwei Wochen vor ihrem Übergang benachrichtigen müssen.

Das britische Verteidigungsministerium teilt mit: „Das Vereinigte Königreich und unsere internationalen Verbündeten unterstützen unermüdlich die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine (…) Unsere Streitkräfte unterstützen die Ukraine weiterhin durch unsere Ausbildungsmission Operation Orbital, bei der über 20.000 Angehörige der Streitkräfte der Ukraine ausgebildet wurden, und durch die von Großbritannien geführte Initiative für maritime Ausbildung.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: KI-Aktien im Fokus, während die Wall Street im Minus bleibt
23.10.2026

Spannung an den Finanzmärkten: Warum Technologiewerte und Rohstoffe die Anleger derzeit in Atem halten.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Erfolgreich mit Bio-Erdnüssen: Zwei Bauern sparen mit KI 90 Prozent der Arbeitskosten
23.10.2026

Trockenheit wird für Europas Landwirtschaft zum immer größeren Problem. Zwei Brüder aus Österreich reagieren darauf mit einer...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Firma gründen in 24 Stunden: Was jetzt wirklich möglich ist – und was nicht
23.10.2026

Ein eigenes Unternehmen an nur einem Tag gründen: Das neue Bundesportal G24 soll dem behördlichen Zickzackkurs ein Ende setzen. Seit Ende...

DWN
Finanzen
Finanzen Größter Verkauf russischen Goldes seit der Finanzkrise 1998: Weitere Tonnen verschwinden aus den Tresoren
23.10.2026

Die neuesten Daten der russischen Zentralbank zeigen, dass die Verkäufe aus den Goldreserven seit Jahresbeginn bereits 62 Tonnen erreicht...

DWN
Finanzen
Finanzen Warum Frankreich weniger Schulden hat als die USA, dafür aber härter bestraft wird
23.10.2026

Die neuesten Eurostat-Daten für das zweite Quartal zeigen, dass die französische Staatsverschuldung im Verhältnis zur...

DWN
Politik
Politik Bundeswehr: Wehrdienst-Fragebogen ignoriert? Dann droht ein Bußgeld
23.10.2026

Seit Januar werden in Deutschland junge Menschen ab 18 von der Bundeswehr zu ihrer Bereitschaft eines möglichen Wehrdiensts angeschrieben....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft DWN-Podcast Folge 48: Die Woche im Rückblick – KW 43
23.10.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Politik
Politik Länderfinanzausgleich: Söder will AfD- und Linke-Ländern Geld streichen
23.10.2026

Mit einer sogenannten "Extremismusklausel" will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mögliche von der AfD oder der Linken geführten...