Ratgeber
Anzeige

Steuerregelungen für Glücksspielgewinne

Autorenbeitrag von Paul Bettscheider: Das Glücksspiel gehört seit Jahrhunderten zur Lieblingsbeschäftigung der Menschheit, daran konnten auch strenge Gesetze und Verfolgung nichts ändern. Heute bemühen sich viele Staaten der Erde, diesen Markt zu regulieren, statt ihn zu verbannen. Wie sieht es im deutschen und US-amerikanischen Steuerrecht aus: Was zahlt der Spieler für seine Gewinne?
20.04.2021 17:23
Aktualisiert: 20.04.2021 17:23
Lesezeit: 3 min

Autorenbeitrag von Paul Bettscheider:

Das Glücksspiel gehört seit Jahrhunderten zur Lieblingsbeschäftigung der Menschheit, daran konnten auch strenge Gesetze und Verfolgung nichts ändern. Heute bemühen sich viele Staaten der Erde, diesen Markt zu regulieren, statt ihn zu verbannen. Wie sieht es im deutschen und US-amerikanischen Steuerrecht aus: Was zahlt der Spieler für seine Gewinne?

Lesen Sie in diesem Artikel:

  • Das Glücksspiel-Image im Wandel der Zeiten
  • Der Höhenflug der Online-Casinos
  • Das facettenreiche Angebot moderner Casinos
  • Steuern in Deutschland und den USA

Der Weg hinaus aus den Hinterzimmern und Spelunken

Ansehen und Prestige von Glücksspielen haben sich im Laufe der Zeit immer wieder geändert. In manchen Epochen fanden entsprechende Zusammenkünfte in versteckten Hinterzimmern statt und erwarben sich dabei ein entsprechend anrüchiges Image. Offizielle Verbote taten ihr Übriges, das Spiel im Zwielicht voranzutreiben und es mit dem kriminellen Milieu zu verknüpfen: keine sinnvolle Strategie, das wissen heute viele Regierungen. Deshalb versuchen sie, die Leidenschaft einzudämmen und zu regulieren, statt sie zu verbieten. Die Staatskasse verdient dabei oftmals mit, wenn auch nicht unbedingt aus den Steuern von erfolgreichen Spielern, dann doch wenigsten aus den Gewinnen der Spielbanken, ob sie nun analog oder digital in Erscheinung treten.

Exklusiver Zeitvertreib für die Mächtigen und Reichen?

Ein weiteres Phänomen der Glücksspielgeschichte besteht darin, dass sich oftmals Könige und Adelige um die Tische scharten, um ihrer Passion zu frönen. Das gilt auch für Zeiten des Verbots, weil die hohen Herrschaften sich oftmals selbst von der Gesetzgebung ausnahmen. Teilweise galten Roulette und Co. sogar als typischer Zeitvertreib für die High Society, zumindest, wenn dieser in glamourösem Ambiente mit edlem Anstrich stattfand. Auch das ist nun Geschichte, denn heute hat in Deutschland jeder Normalbürger Zugang zum lokalen Casino und kann daneben auch die digitalen Möglichkeiten in Anspruch nehmen.

Trend der Zeit: Online Casinos auf dem Höhenflug

In den letzten Jahren sind insbesondere die Online Casinos immer beliebter geworden. Dies scheint kaum verwunderlich, denn die virtuellen Plattformen bieten dem Casinobesucher eine Vielzahl von Vorteilen. Neben diversen Boni, wie sie beispielsweise bei Poker Stars Vegas zu finden sind, kann sich auch das Spieleangebot definitiv sehen lassen. Daneben lockt natürlich auch die Option, völlig ortsunabhängig und spontan zu spielen, ohne lange Anfahrtswege oder Dresscode.

Das Pocket-Casino ist geboren! Ein stets griffbereiter Zeitvertreib, der sich problemlos in Jogginghose auf dem Sofa oder sogar im Bett ausüben lässt. Entspannung und Spannung liegen auf diese Weise dicht beieinander, ganz zu schweigen davon, dass ein Online Casino im ansprechenden Design einen recht ähnlichen Glanz ausstrahlt wie eine Spielbank, die sich in Kronleuchterlicht hüllt. Das Live-Erlebnis unterscheidet sich natürlich trotzdem vom Zeitvertreib am Display, darum wird es immer häufiger als Ergänzung gesehen, um das schillernde Hobby noch ein wenig aufzumöbeln.

Facettenreiches Spieleangebot als Schlüssel zum Erfolg

Noch einmal kurz zurück zum Spieleangebot, bevor es zum Thema Steuern geht: Die breite Palette an klassischen Tischspielen und Slots übt gewiss eine ganz eigene Faszination aus. Was früher "nur" ein Pokerraum war, das mutiert heute zu einem überbordenden Entertainment-Center, wo jeder nach eigener Fasson Fuß fassen kann. In einer Zeit, in der das nächste Vergnügen immer nur einen Klick weit entfernt ist, erscheint diese Entwicklung angemessen. Denn der Mensch des digitalen Zeitalters nimmt monothematische Angebote schnell als langweilig und fade war, während eine breit gefächerte Auswahl viel eher die Massen anzieht. Kein Wunder also, dass moderne Spielbanken, ob analog oder virtuell, verstärkt auf facettenreiche Angebote setzen und dabei sämtliche zur Verfügung stehende Register ziehen.

Steuerrecht in Deutschland und den USA: die Kosten des Glücks

Wer in Deutschland eine Spielbank oder ein Online Casino besucht und dort Gewinne erzielt, muss dem Finanzamt normalerweise nichts davon abgeben. Der Staat geht nicht von einem gewerblich erzielten Einkommen aus, sondern von einem Zufallsprodukt. Die Gewinnhöhe spielt dabei keine große Rolle, doch wenn jemand größere Summen anhäuft und auf seinem Konto die entsprechenden Zinsen anfallen, tritt die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent in Kraft. Dieselben Regeln gelten für Lotterie-Gewinne, zum Beispiel aus dem staatlichen Lotto.

In den USA ist es ganz anders, hier besteuert der Staat Glücksspiel- und Lotteriegewinne mit satten 30 Prozent. Allerdings muss der Gewinner sich normalerweise selbst darum kümmern, seinen Geldsegen den Behören zu melden, nur bei Ausländern wird die Steuersumme direkt bei der Auszahlung einbehalten. Die USA haben allerdings ein Abkommen mit verschiedenen Ländern geschlossen, darunter auch viele europäische Staaten wie Deutschland, Frankreich und Italien, das die Steuerpflicht annulliert. Wer als deutscher Staatsbürger in den Vereinigten Staaten viel Geld im Casino gewinnt, der beantragt entsprechend dieser Regelung eine sogenannte ITIN-Nummer und eine steuerfreie Auszahlung. Die Spielbanken in Las Vegas übernehmen die ITIN-Beantragung, wenn der Kunde vor Ort zuvor einige Formulare ausfüllt. Dafür wird der Reisepass benötigt.

Glücksspiel versus Arbeit: ein denkbar ungleiches Paar

Das Glücksspiel kostet den Spieler also "nur" seinen Einsatz, wenn er in Deutschland oder in den USA tätig wird. Den Gewinn streicht der glückliche Sieger kostenlos ein, um ihn nach eigenem Gutdünken auszugeben. Seinen Unterhalt durch Arbeit zu verdienen ist aus dieser Perspektive deutlich teurer, allerdings geht in diesem Fall der Lohn regelmäßig und zuverlässig ein, während am Poker- und Roulettetisch Königin Fortuna regiert.


DWN
Panorama
Panorama EY-Umfrage: Jobmarkt verunsichert Deutschlands Studierende
13.06.2026

Wer heute studiert, blickt offenbar weniger sorglos auf den Arbeitsmarkt als frühere Jahrgänge. Eine aktuelle Umfrage von EY zeigt...

DWN
Technologie
Technologie KI-Revolution: In einer Branche ist sie schon angekommen
13.06.2026

In der Softwarebranche ist die KI-Revolution nicht mehr Zukunftsmusik. Sie zeigt, wie schnell ein Beruf kippen kann und welche Fragen sich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Wirtschaft: Sechs Thesen zur Krisenbewältigung
13.06.2026

Deutschlands Wirtschaft steckt in einer tiefen strukturellen Krise, da das exportgetriebene Wachstumsmodell der letzten Jahrzehnte spürbar...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Billionär Musk sieht SpaceX-Debüt abheben und holt den Titel
12.06.2026

Ein historischer Handelstag an der Wall Street voller Rekorde und geopolitischer Wendepunkte.

DWN
Politik
Politik Ukraine bald EU-Mitglied? EU beginnt Beitrittsverhandlungen trotz Kriegsstatus
12.06.2026

Ein Veto aus Ungarn blockierte lange formelle EU-Gespräche mit der Ukraine. Jetzt kann es endlich losgehen, berichtet die Deutsche...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschlands Mitte ist pleite: Insolvenzen bei Verbrauchern und Firmen steigen stetig
12.06.2026

Die Welle der Insolvenzen in Deutschland endet nicht: Im ersten Quartal des Jahres verzeichneten die Amtsgerichte einen spürbaren Anstieg...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Pandora-Aktie: Die neue Chefin gibt ein ungewöhnliches Eingeständnis ab
12.06.2026

Pandora kämpft mit schwächerem Wachstum, steigenden Kosten und enttäuschenden Märkten. Die neue Chefin Berta de Pablos-Barbier sieht...

DWN
Politik
Politik EU-Stabilitätspakt: Irland erhält Flexibilität bei Energieausgaben
12.06.2026

Mehr Spielraum im Budget: Die EU erweitert die Ausnahme für Verteidigungsausgaben auf den Energiesektor. Damit reagiert Brüssel auf die...