Deutschland

Hochschulen wünschen sich Ausnahmen von der "Bundes-Notbremse"

Die Hochschulen fordern von der Bundesregierung schnelle Klarstellungen im Zusammenhang mit der sogenannten Bundes-Notbremse, die am heutigen Freitag in Kraft getreten ist. So sei zum Beispiel "Wechselunterricht" wie in Schulen eigentlich nicht machbar.
23.04.2021 10:36
Aktualisiert: 23.04.2021 10:36
Lesezeit: 1 min

Man hoffe auf zügige Klärung durch die angekündigten Rechtsverordnungen, sagte der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Peter-André Alt. "Für Präsenz erfordernde Lehrveranstaltungen und Prüfungen sowie für die Bibliotheksleihe sollten (...) unverzüglich Ausnahmeregelungen getroffen werden."

In der Bundes-Notbremse werden Hochschulen in einem Atemzug mit Schulen genannt: Überschreitet die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen den Schwellenwert von 100, so wird Wechselunterricht ab dem übernächsten Tag Pflicht. Ab 165 ist ab dem übernächsten Tag Präsenzunterricht verboten.

"Ein "Wechselunterricht" ist an Hochschulen de facto nicht machbar; das Modell zielt auf Klassenverbände und ist für Hochschulen völlig untauglich", sagte Alt. "Komplette Schließungen bedeuteten in etlichen Fächern den Ausfall ganzer präsenzgebundener Studienteile und damit erheblichen Zeitverlust für betroffene Studierende."

Alt warnte zudem vor Bibliotheksschließungen. Dies würde auch Lernfortschritte im Rahmen virtueller Lehrveranstaltungen behindern.

Der HRK-Präsident verwies auf einen Passus im Notbremse-Gesetz. Darin wird die Bundesregierung ermächtigt, Rechtsverordnungen mit Zustimmung von Bundestag und Bundesrat zu erlassen, die "Präzisierungen, Erleichterungen oder Ausnahmen" von den Notbremse-Regeln vorsehen.

Der hochschulpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, Jens Brandenburg, sagte am Freitag: "Mit ihrem unausgegorenen Gesetz verschärft die Koalition die ohnehin schon akuten Probleme vieler Studierender zusätzlich." Ein gesamter Jahrgang habe die Hochschule bisher kaum betreten. Diese bräuchten endlich eine verlässliche Öffnungsperspektive. "Nach einem Schnelltest sollten auch kleine Blockseminare in großen Hörsälen wieder möglich sein.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Blackchainmining kann XRP-Inhabern helfen, ein stabiles Einkommen von 6.777 US-Dollar pro Tag zu erzielen.

Im volatilen Kryptowährungsmarkt ist „stabile Rentabilität“ für viele Anleger zu einem zentralen Anliegen geworden. Trotz der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Entscheidungsautonomie: Warum Führungskräfte entscheiden dürfen, aber nichts bewirken
03.02.2026

Flache Hierarchien, Vertrauen und Agilität gelten als neue Leitbilder moderner Unternehmensführung. Doch hinter der Fassade...

DWN
Politik
Politik US-russischer Atomvertrag vor dem Aus: Risiken für die globale Sicherheitsordnung
03.02.2026

Der US-russische Atomvertrag läuft aus und beendet die letzte verbindliche nukleare Rüstungskontrolle zwischen Washington und Moskau....

DWN
Panorama
Panorama Sind Aldi und Lidl wirklich billiger als Supermärkte?
03.02.2026

Discounter oder Supermarkt – welche Preise sind tatsächlich günstiger? Aldi und Lidl liefern sich einen erbitterten Wettkampf, doch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Silberpreis im Fokus: Anlegerinteresse und Industrienachfrage wachsen
03.02.2026

Der Silberpreis rückt im aktuellen geopolitischen Umfeld stärker in den Fokus der Märkte. Entwickelt sich Silber damit zu einem...

DWN
Technologie
Technologie SpaceX und xAI fusionieren: Musk schmiedet KI-Rechenzentren im All
03.02.2026

Elon Musk verschmilzt seine Raumfahrtfirma SpaceX mit dem KI-Entwickler xAI zu einem neuen Tech-Giganten. Rechenzentren sollen künftig im...

DWN
Finanzen
Finanzen Gold und Silber: Preise erholen sich nach heftigen Einbrüchen
03.02.2026

Nach heftigen Einbrüchen springen die Preise für Gold und Silber wieder nach oben. Anleger reagieren auf die rasanten Schwankungen,...

DWN
Finanzen
Finanzen Bafin warnt: Drohen Kursstürze bei Aktien, Gold und Krypto?
03.02.2026

Die Börsen wirken stark, doch unter der Oberfläche wächst die Nervosität. Rekordbewertungen, hohe Staatsschulden und politische...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiewende unter Druck: EU bleibt abhängig von kritischen Rohstoffen
03.02.2026

Die Energiewende der EU könnte ins Stocken geraten: Nach Einschätzung des Europäischen Rechnungshofs ist Europa bei zentralen Rohstoffen...