Unternehmen

Swiss Re verdient massiv an Unfallversicherungen und an Finanzmärkten

Swiss Re ist zum Jahresauftakt in die Gewinnzone zurückgekehrt.
30.04.2021 11:04
Lesezeit: 1 min
Swiss Re verdient massiv an Unfallversicherungen und an Finanzmärkten
23.02.2018, Schweiz, Zürich: Christian Mumenthaler (l), Vorsitzender der Geschäftsführung von Swiss Re (CEO), spricht neben David Cole, Finanzchef der Rückversicherungs-Gesellschaft Swiss Re. (Foto: dpa) Foto: Ennio Leanza

Swiss Re ist zum Jahresauftakt in die Gewinnzone zurückgekehrt. Doch erneut hohe Zahlungen für Schäden durch die Corona-Krise und Naturkatastrophen bremsten den Rückversicherer merklich. Nach dem ersten Quartal belief sich der Gewinn auf 333 Millionen Dollar, wie der Konzern aus Zürich am Freitag mitteilte. Vor einem Jahr stand nach drei Monaten ein Verlust von 225 Millionen Dollar zu Buche und im gesamten Jahr belief sich der Fehlbetrag auf 878 Millionen Dollar.

Swiss Re zeigte sich für den weiteren Jahresverlauf zuversichtlich. „Wir sind solide ins Jahr 2021 gestartet und gehen davon aus, dass alle unsere Geschäftsbereiche weiterhin eine starke zugrundeliegende Performance erzielen und sich die Covid-19-Schäden rückläufig entwickeln werden“, sagte Konzernchef Christian Mumenthaler.

Im Zeitraum Januar bis März hat Swiss Re vor allem in der Schaden- und Unfallversicherung gut verdient, aber auch an den Finanzmärkten. Doch Zahlungen etwa für Todesfälle infolge der Virus-Pandemie und Winterstürme in den USA summierten sich auf gut eine Milliarde Dollar. Ohne Corona-Schäden und -Rückstellungen hätte der Quartalsgewinn 843 Millionen Dollar betragen, sagte Finanzchef John Dacey. „Tatsächlich haben wir auf zugrundeliegender Basis, also ohne die Covid-bedingten Einflüsse, das stärkste Ergebnis in einem ersten Quartal seit 2016 erzielt.“

Teuer zu stehen kamen den Münchener-Rück-Rivalen in den ersten drei Monaten Todesfälle im Zusammenhang mit der Virus-Pandemie. In vielen Ländern, allen voran den USA, habe die Sterblichkeit aufgrund der Virus-Pandemie zu Jahresanfang Höchststände erreicht, sagte Dacey. Das Unternehmen verbuchte dafür in den ersten drei Monaten 585 Millionen Dollar Schäden und Rückstellungen. Die Lebens-Rückversicherungssparte schloss mit einem Verlust von 184 Millionen Dollar ab. Finanzchef Dacey geht allerdings davon aus, dass das erste Quartal den Höhepunkt der Pandemie-Todesfälle markiert hat, weil die Impfkampagnen in Hauptmärkten von Swiss Re, den westlichen Industrienationen, rasch voranschreiten. In Indien, das aktuell mit einer neuen Infektionswelle mit Tausenden Toten kämpft, habe der Konzern nur ein kleines Geschäft.

In der Schaden- und Unfall-Rückversicherung schlugen in erster Linie die Winterstürme in den USA zu Buche. Schwere Naturkatastrophen kosteten Swiss Re im Auftaktquartal 426 Millionen Dollar. Bei den Vertragserneuerungen im April, die vor allem Japan betreffen, steigerte Swiss Re das Prämienvolumen um ein Fünftel und erzielte einen Preisanstieg um vier Prozent.

An der Börse kam das Quartalsergebnis gut an. Mit einem Kurssprung von 3,9 Prozent setzte sich Swiss Re an die Spitze sowohl der europäischen Versicherungswerte als auch des Schweizer Leitindex. „Starke Ergebnissteigerungen in den Bereichen P&C Re und Corporate Solutions sind die Höhepunkte“, erklärten die Analysten der Citigroup.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Euribor auf höchstem Stand seit fast zwei Jahren, der Markt erwartet weiteren Anstieg
18.08.2026

Der sechsmonatige Euribor ist auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren gestiegen. Für Kreditnehmer mit variabler Verzinsung und neue...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ferrari Luce: Erst verspottet, jetzt reißen sich Käufer um den Elektro-Ferrari
18.08.2026

Der Ferrari Luce provozierte Fans, verunsicherte Anleger und ließ Zweifel an Ferraris Elektrostrategie wachsen. Nun ist das Verkaufsziel...

DWN
Immobilien
Immobilien Wohnungsbau legt zu: Stärkster Halbjahresanstieg seit 2016
18.08.2026

Die Baugenehmigungen steigen so stark wie seit Jahren nicht mehr – doch vom Ende der Wohnungsnot kann keine Rede sein. Warum der...

DWN
Finanzen
Finanzen Echtzeit-Bezahldienst Wero: Gelingt Europas Angriff auf PayPal & Co.?
18.08.2026

Jahrelang haben US-Konzerne den digitalen Zahlungsverkehr in Europa geprägt – jetzt wollen Europas Banken die Kontrolle zurückgewinnen,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Dürre ohne Panik: Warum Trockenheit kein Freibrief für allgemeine Preissteigerungen ist
18.08.2026

Fünf Gründe, warum niedrige Flüsse und trockene Felder nicht zu einem neuen Inflationsschock werden dürfen.

DWN
Technologie
Technologie "Operation Blue Skies": Mit KI Kondensstreifen verhindern
18.08.2026

Google und Forschungspartner testen erstmals, wie Künstliche Intelligenz die Bildung klimaschädlicher Kondensstreifen im Luftverkehr...

DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeld-Vergleich (08/2026): Diese Banken bieten die besten Tagesgeld-Zinsen
18.08.2026

Ein Tagesgeld-Konto gilt als sichere und flexible Geldanlage. Doch hinter manchem Spitzenangebot verbergen sich nicht selten Bedingungen,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Firmensterben so ausgeprägt wie seit fast 20 Jahren nicht
18.08.2026

Deutschlands Wirtschaft verliert immer mehr Unternehmen: 187.744 Firmen gaben im vergangenen Jahr auf, so viele wie seit fast 20 Jahren...