Deutschland

Deutsche Konjunktur: Börsianer sind so optimistisch wie zuletzt im Jahr 2000

Das ZEW-Barometer, das die Erwartungen der Börsianer für die wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten sechs Monaten misst, ist im Mai auf den höchsten Wert seit mehr als 21 Jahren gestiegen.
11.05.2021 11:14
Aktualisiert: 11.05.2021 11:14
Lesezeit: 1 min
Deutsche Konjunktur: Börsianer sind so optimistisch wie zuletzt im Jahr 2000
Die Finanzleute erwarten einen starken Wirtschaftsboom, sobald die Corona-Maßnahmen gelockert werden. (Foto: dpa) Foto: Fabian Sommer

Börsianer blicken angesichts sinkender Corona-Neuinfektionen so optimistisch auf die deutsche Konjunktur wie seit über 21 Jahren nicht mehr. Das Barometer ihrer Erwartungen für die wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten sechs Monaten stieg im Mai um 13,7 auf 84,4 Zähler. Das sei der höchste Wert seit Februar 2000, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 188 Analysten und Anlegern mitteilte. Im April hatte es noch einen Rückgang nach zuvor vier Anstiegen gegeben. Von Reuters befragte Ökonomen hatten diesmal nur mit einem Anstieg auf 72,0 Zähler gerechnet. Die konjunkturelle Lage wurde ebenfalls deutlich besser bewertet.

"Das Bremsen der dritten Covid-19-Welle hat die Finanzmarktexperten noch optimistischer werden lassen", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach die Ergebnisse der Umfrage. "Die Expertinnen und Experten rechnen mit einem deutlichen Wirtschaftsaufschwung in den nächsten sechs Monaten." Auch der Konjunkturausblick für das Eurogebiet und die USA habe sich erheblich verbessert.

"Der Aufschwung wird dank zu erwartender Öffnungen des Hotel- und Gaststättengewerbes und des Freizeitsektors in den kommenden Monaten vorankommen", ist sich der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, sicher. "In Anbetracht gut gefüllter Auftragsbücher wären eigentlichen auch die Weichen für ein kräftiges Anziehen der Industriekonjunktur gestellt." Besonders die starke Nachfrage aus den USA und China sorgt für Optimismus in den Betrieben.

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt war im ersten Quartal wegen der Corona-Beschränkungen um 1,7 Prozent gefallen. Ab dem Frühjahr wird Europas größter Volkswirtschaft eine Erholung zugetraut. Im Gesamtjahr könnte es nach Prognose der Bundesregierung zu einem Wachstum von 3,5 Prozent reichen.

Mehr zum Thema: Mittelstandsbarometer: Kleine und mittlere Unternehmen schlagen sich wacker

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Der wachsende Trend zu digitalen Zusatzeinkommen im deutschen Mittelstand

Wirtschaftliche Unsicherheit und steigende Lebenshaltungskosten verändern das Verhältnis vieler Beschäftigter und Selbstständiger zu...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Rohstoffe für Russland? Irlands Regierung weicht Verstaatlichung aus
08.07.2026

Das irische Alumina-Werk Aughinish steht wegen russischer Eigentümerstrukturen und Exporten nach Russland unter Druck. Trotz Sorgen über...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvente Unternehmen: Immer mehr Firmen vorm endgültigen Aus
08.07.2026

Steigende Energiepreise, hohe Arbeitskosten, drohende Lieferkettenstörungen: Die Rettung zahlungsunfähiger Firmen in Deutschland wird...

DWN
Politik
Politik Energiewende: EnBW-Chef fordert Korrektur bei Windkraft-Ausbauzielen
08.07.2026

Die EnBW hat den Ausbau der Offshore-Windkraft als wichtigen Eckpfeiler der Energiewende in Europa vorangetrieben. Jetzt fordert der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Vom öffentlichen in den privaten Sektor: Habeck wird Berater bei Investmentgesellschaft
08.07.2026

Ex-Vizekanzler Habeck wechselt in die Privatwirtschaft: Ab August nimmt der frühere Wirtschaftsminister einen lukrativen Beraterjob bei...

DWN
Finanzen
Finanzen Besitzen Sie amerikanische Technologieaktien? Dann sollten Sie über einen Verkauf nachdenken
08.07.2026

US-Tech-Aktien haben die Märkte lange nach oben gezogen, doch die Warnungen vor überzogenen Bewertungen werden lauter. Während Jeremy...

DWN
Politik
Politik "Chatkontrolle" durch die Hintertür? Plötzliches Eilverfahren im EU-Parlament
08.07.2026

Die Bürger der EU lehnen die Chatkontrolle ab, auch das EU-Parlament. Plötzlich bringt EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola kurz vor...

DWN
Finanzen
Finanzen Übernahmepoker: Unicredit nähert sich Mehrheit bei Commerzbank
08.07.2026

Die Unicredit hat mit Ablauf ihres Übernahmeangebots ihren Anteil an der Commerzbank weiter aufgestockt. Eine Mehrheit an den Dax-Konzern...

DWN
Finanzen
Finanzen ETF und Aktien handeln mithilfe künstlicher Intelligenz? Wo Chancen und Risiken liegen
08.07.2026

Tatsächlich nutzen heute viele Privatpersonen KI-Chatbots auch als Hilfe beim Investieren. Deshalb haben wir untersucht, worin der wahre...