Finanzen

Italien: Draghi macht 40 Milliarden an Konjunkturhilfen locker – und treibt damit das Staatsdefizit in die Höhe

Die italienische Regierung macht Insidern zufolge weitere Milliarden für die wirtschaftliche Erholung von der Corona-Krise locker.
20.05.2021 15:49
Aktualisiert: 20.05.2021 15:49
Lesezeit: 1 min
Italien: Draghi macht 40 Milliarden an Konjunkturhilfen locker – und treibt damit das Staatsdefizit in die Höhe
Italiens Premier Mario Draghi. (Foto: dpa) Foto: Arne Dedert

Die italienische Regierung macht Insidern zufolge weitere Milliarden für die wirtschaftliche Erholung von der Corona-Krise locker. Rund 40 Milliarden Euro an Konjunkturhilfen wurden für die Wirtschaft bewilligt, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Damit sollen Steuererleichterungen und Zuschüsse für Unternehmen finanziert werden, die wegen der Pandemie zur Schließung gezwungen wurden.

Die zusätzlichen Ausgaben wurden bereits im April in die Haushaltsplanung eingestellt. Sie werden das Staatsdefizit in diesem Jahr auf 11,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes hochtreiben. 2020 lag die Neuverschuldung noch bei 9,5 Prozent. Die gesamten Verbindlichkeiten werden nach Prognose des Finanzministeriums in diesem Jahr auf den Rekordwert von 159,8 Prozent der Wirtschaftsleistung hochschnellen. Von den Euro-Staaten hat nur Griechenland eine höhere Schuldenstandsquote. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone ist so hoch verschuldet wie kein anderes Mitglieder der Währungsunion.

Die Schulden der 19 Euro-Länder sind infolge der Corona-Krise stark angeschwollen. Sie legten 2020 wegen der hohen Kosten für die Bewältigung der Pandemie um 1,24 Billionen auf 11,1 Billionen Euro zu, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Das entspricht 98 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der Währungsunion. Die Neuverschuldung lag bei 7,2 Prozent.

Besonders hoch verschuldet ist Griechenland, das schon vor der Pandemie finanziell angeschlagen war und während der jahrelangen Staatsschuldenkrise mit internationalen Hilfsgeldern vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt wurde. Die Verbindlichkeiten stiegen auf 341 Milliarden Euro, was 205,6 Prozent des griechischen Bruttoinlandsproduktes (BIP) entspricht.

Vergleichsweise solide steht Deutschland da. Hier wuchs der Schuldenstand um zehn Punkte auf 69,8 Prozent. Allerdings sehen die EU-Regeln eine Obergrenze von 60 Prozent vor, die wegen der Pandemie ausgesetzt wurden. Frankreichs Schuldenstand liegt mit 115,7 Prozent deutlich darüber.

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