Politik

Deeskalation: Russland genehmigt alternative Flugroute um Belarus

Russland deeskaliert im Konflikt um Belarus. EU-Fluggesellschaften, die den belarussischen Luftraum umfliegen wollen, erhalten nun doch Genehmigungen von Russland.
28.05.2021 10:08
Aktualisiert: 28.05.2021 10:08
Lesezeit: 1 min

--- UPDATE Freitag, 11:05 Uhr ---

Nach Flugabsagen vom Vortag kann die Austrian Airlines an diesem Freitag wieder von Wien nach Moskau fliegen und dabei eine Route nutzen, die den Luftraum von Belarus meidet. Eine entsprechende Genehmigung habe man von den russischen Behörden für einen Hin- und einen Rückflug erhalten, berichtete die Lufthansa-Tochter. Genehmigungen für weitere Flüge stünden noch aus. Am Donnerstag waren je ein Passagierflug der AUA nach Moskau und ein Frachtflug nach China wegen wegen fehlender Genehmigungen abgesagt worden.

Auch die Air France hatte nach Medienberichten Flüge abgesagt, weil die Russen die Alternativrouten nicht genehmigt hatten. Zahlreiche westliche Fluggesellschaften meiden derzeit auf Empfehlung der EU den Luftraum von Belarus, wo am Wochenende eine Maschine der irischen Ryanair zur Landung gezwungen worden war.

Die Lufthansa-Kerngesellschaft musste nach Angaben einer Sprecherin bislang keine Flüge absagen, weil die Alternativrouten genehmigt worden seien. Ohne eine derartige Genehmigung kann ein Flug nicht stattfinden, bestätigte die Vereinigung Cockpit.

--- ENDE UPDATE ---

Fluggesellschaften mit Sitz in der EU sollen den Luftraum über Belarus meiden - Russland scheint allerdings einigen Airlines alternative Routen nach Moskau nicht zu genehmigen. Sowohl die österreichische Gesellschaft Austrian Airlines als auch die französische Air France mussten Medienberichten vom Donnerstag zufolge deswegen Flüge in die russische Hauptstadt absagen.

Die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete, ein für Donnerstag geplanter Linienflug von Wien nach Moskau habe abgesagt werden müssen, weil die russischen Behörden keine Genehmigung erteilt hätten, Belarus zu umfliegen. Zuvor seien aus diesem Grund auch Air France-Flüge von Paris nach Moskau gecancelt worden.

Als Antwort auf die erzwungene Landung einer Passagiermaschine und die Festnahme des Regierungskritikers Roman Protassewitsch am Sonntag in Minsk hatte die Europäische Union am Dienstag ein neues Sanktionspaket gegen Belarus verhängt. Darüber hinaus wurden Fluggesellschaften mit Sitz in der EU aufgefordert, den Luftraum über Belarus zu meiden.

Laut AFP bestätigte die französische Pilotengewerkschaft SNPL, dass Änderungen der Flugpläne für Flüge zwischen Frankreich und Russland bei den russischen Behörden beantragt werden müssten. Während normalerweise die Antworten auf diese Art von Anfragen sofort akzeptiert würden, habe in den letzten zwei Tagen Funkstille geherrscht. Wegen der fehlenden Erlaubnis, den russischen Luftraum zu überfliegen, hätten Flüge abgesagt werden müssen.

Das österreichische Außenministeriums teilte der APA mit: "Die russische Reaktion ist für uns absolut nicht nachvollziehbar." In einer Stellungnahme hieß es, Russland werde dringend aufgefordert, "den freien Luftverkehr zwischen Russland und Europa nicht künstlich zu behindern".

Mehr zum Thema: "Von Luftpiraterie zu sprechen, wäre nicht übertrieben

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeld-Vergleich (09/2026): Diese Banken bieten die besten Tagesgeld-Zinsen

Ein Tagesgeld-Konto gilt als sichere und flexible Geldanlage. Doch hinter manchem Spitzenangebot verbergen sich nicht selten Bedingungen,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Förderprogramm für Azubi-Vermittlung vor dem Aus – trotz offener Ausbildungsplätze
29.09.2026

Viele offene Lehrstellen, viele Jugendliche ohne Perspektive – und trotzdem soll ein bewährtes Förderprogramm für die Azubivermittlung...

DWN
Finanzen
Finanzen Geldvermögen: Haushalte so reich wie nie - Rekordsumme ungleich verteilt
29.09.2026

Das weltweite Geldvermögen erreicht laut Allianz ein Rekordhoch. Doch der Zuwachs kommt bei Milliarden Menschen nicht an. Die Unterschiede...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Funflation: Warum selbst der Spaß immer teurer wird
29.09.2026

Urlaub, Restaurant oder Hobby: Wer seine Freizeit genießen will, muss immer tiefer in die Tasche greifen. Eine Analyse der Bank of America...

DWN
Politik
Politik Kippt der Länderfinanzausgleich? Union droht bei Linksregierung mit Geldentzug
29.09.2026

Nach dem Wahlsieg der Linkspartei in Berlin könnte diese bald die Regierung anführen. Die CDU- und CSU-geführten Bundesländer drohen...

DWN
Finanzen
Finanzen Reicher Westen, armer Osten: Enorme Vermögensungleichheit verschärft sich 2025
29.09.2026

Am 36. Jahrestag der Wiedervereinigung herrschen enorme Unterschiede bei der Vermögensverteilung: Alleine im Jahr 2025 entfielen 95...

DWN
Politik
Politik Deutschland vergreist: Kinderwunsch sinkt – das sind die Folgen
29.09.2026

In Deutschland sinkt nicht nur kontinuierlich die Geburtenrate, sondern erstmals seit vielen Jahren sogar auch der Wunsch nach eigenen...

DWN
Finanzen
Finanzen Lateinamerika-Aktien: Das Comeback, das kaum jemand auf dem Radar hat
29.09.2026

Jahrelang mieden Anleger Lateinamerika, nun schlägt die Region sogar den S&P 500. Rohstoffe, Banken und überraschend niedrige Bewertungen...

DWN
Politik
Politik Personalie Jens Spahn: Doch kein Comeback im Haushaltausschuss
29.09.2026

Der Skandal um die Leihmutterschaft kostete Jens Spahn seinen Posten an der Spitze der CDU‑Fraktion. Im Haushaltsausschuss wollte er...