Finanzen

Alternative zum Dollar: Der Yuan wird stärker und attraktiver

Ray Dalio, Gründer der weltgrößten Hedgefonds-Firma Bridgewater Associates, sagt der chinesischen Währung eine blühende Zukunft voraus. Für den Dollar wird der Yuan ein immer härterer Konkurrent.
07.06.2021 11:00
Lesezeit: 2 min
Alternative zum Dollar: Der Yuan wird stärker und attraktiver
Der Yuan rüttelt zunehmend an der Vorherrschaft des Dollars. (Foto: dpa) Foto: How Hwee Young

Seit vielen Jahren ist der kommende Untergang des Dollars ein zentrales Thema. Zwar ist die US-Währung weiterhin die Weltleitwährung. Doch es reifen Alternativen heran. Selbst der Internationale Währungsfonds (IWF) hat kürzlich die Ansicht vertreten, dass eine Welt mit mehr als nur einer Reservewährung stabiler sei. Zudem arbeitet er an der Einführung einer eigenen digitalen IWF-Weltwährung.

Eine bereits existierende Alternative zum Dollar ist der chinesische Yuan, dem Ray Dalio eine blühende Zukunft voraussagt. Der Gründer von Bridgewater Associates, der weltgrößten Hedgefonds-Firma prognostiziert, dass der Yuan in fünf bis zehn Jahren einen Anteil von 5 bis 10 Prozent an den weltweiten Devisenreserven erreichen wird, gegenüber 2 Prozent heute. Der Dollar hat laut Daten des IWF einen Anteil von 60 Prozent.

Zwar sagt Dalio nicht, dass der Yuan den Dollar als Weltreservewährung ablösen könnte. Doch seiner Ansicht nach wird der Yuan "eine bedeutendere, eine starke Währung, eine stabile Währung, eine attraktivere Renditewährung und auch eine weiter verbreitete Währung werden." Der Aufstieg des Yuan werde "wahrscheinlich schneller geschehen, als die meisten Leute erwarten".

Chinas Wirtschaft wächst auch in Zeiten von Corona relativ schnell und wird voraussichtlich im Jahr 2030 oder 2035 größer sein als die US-Wirtschaft. Infolgedessen wird sich Chinas Einfluss auf den globalen Handel und die Finanztransaktionen im Laufe der Jahre erhöhen, was wiederum den Yuan stärken wird, so der Hedgefonds-Guru zu CNBC

Ein weiterer Faktor, der die zunehmende Bedeutung des Yuan begünstigt, sind die Bemühungen Pekings, seine Währung zu digitalisieren und damit ihre internationale Nutzung zu fördern. Dalio zufolge wäre der digitale Yuan "eine sehr brauchbare Alternative" für Investoren. Um erfolgreich zu sein, müsse der digitale Yuan weltweit akzeptiert und durch verlockende chinesische Zinssätze gestützt werden.

Hohe Zinssätze bietet China schon heute. Zehnjährige chinesische Staatsanleihen haben mit 3,1 Prozent eine fast doppelt so hohe Rendite wie die entsprechenden US-Papiere. Zwar werden Chinas Staatsanleihen derzeit kaum im Ausland gehandelt. Doch das könnte sich ändern, wie die Investmentbank Goldman Sachs kürzlich in einer Analyse sagte.

Auch die Rahmenbedingungen haben sich allmählich zugunsten Chinas verändert. So nahm der IWF den Yuan bereits 2016 in seinen Korb der wichtigsten Reservewährungen auf, auch bekannt als Sonderziehungsrechte (SZR). Seit Anfang letzten Jahres ist der Dollar gegenüber dem Yuan rund 7 Prozent gefallen. Das heißt der Yuan hat entsprechend aufgewertet.

Der starke Yuan belastet die chinesische Exportwirtschaft. Daher hat China, um seine Währung zu schwächen, am 31. Mai erstmals seit der Großen Finanzkrise die Reserveanforderungen für Fremdwährungen angehoben. Auf diese Weise soll die Nachfrage nach Yuan geschwächt werden, was den Yuan gegenüber dem Dollar abschwächen sollte.

Doch der starke Yuan hat für China den Vorteil, dass er seine massiven Rohstoffimporte erschwinglicher macht. Zudem erhöht ein starker Yuan die Kaufkraft der chinesischen Bürger und den Konsum im eigenen Land. Es ist also durchaus denkbar, dass die chinesische Regierung der Yuan künftig weiter aufwerten lässt, auch um das Land weniger abhängig von Exporten zu machen.

Der Analyst Peter Schiff teilt die Einschätzung von Ray Dalio, dass China und seine Währung auf dem Weg nach oben sind, und ist sogar noch optimistischer: "Der Yuan wird weiter und schneller steigen als Ray Dalio erwartet, sodass China noch vor Ende dieses Jahrzehnts die größte und mächtigste Volkswirtschaft der Welt werden kann."

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

 

DWN
Unternehmen
Unternehmen Umgang mit Cookies: BGH verhandelt zu Cookie-Speicherung – darum geht's
10.10.2026

Der Bundesgerichtshof prüft, ob Unternehmen für das Speichern von Cookies auf fremden Internetseiten ohne Einwilligung haften müssen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Uber-Robotaxis in Deutschland: Erst Stellen streichen, dann Jobs versprechen
10.10.2026

Uber streicht Tausende Stellen und verspricht gleichzeitig neue Arbeitsplätze in Deutschland. Was widersprüchlich klingt, folgt einer...

DWN
Finanzen
Finanzen Revolut-Bank greift an: Dieser Fintech-Riese will Europas Banken überholen
10.10.2026

Die Revolut-Bank wächst in einem Tempo, von dem klassische Geldhäuser nur träumen können: fast 70 Millionen Kunden, Milliardenbewertung...

DWN
Technologie
Technologie KI-Prompts für Marketing und Vertrieb: 7 KI-Vorlagen für KMU und Selbstständige
10.10.2026

Fast jedes zweite kleine Unternehmen sieht noch keinen echten Nutzen in KI – dabei liegt der Unterschied oft nur im richtigen Prompt....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Dacia Sandero Stepway: Europas Bestseller hat ein Sicherheitsproblem
10.10.2026

Europas meistverkauftes Auto kommt nicht von Volkswagen, Toyota oder Peugeot, sondern von Dacia. Der Sandero Stepway punktet mit enormer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kingspan Group-Aktie unter Druck: EU greift nach geplatztem Deal durch
10.10.2026

Ein geplatzter Milliardendeal? Nein, ein gescheiterter Firmenkauf mit teuren Folgen. Weil der irische Baustoffkonzern Kingspan die...

DWN
Politik
Politik Marine Le Pen plant finanzpolitischen Kurs mit großen Einsparungen: Auf den Straßen wächst die Wut
10.10.2026

Frankreich steht finanziell mit dem Rücken zur Wand. Während Zehntausende junge Menschen gegen marode Schulen und fehlende Investitionen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Generation Z trifft auf Generation X: Wie ein Eiskaffee zum Karrierekiller werden kann
10.10.2026

Ein Eiskaffee beim Bewerbungsgespräch sollte eigentlich keine große Sache sein. Doch für manche Personalverantwortliche verrät der...