Unternehmen

Russische Bahnen setzen bei der Digitalisierung ein Ausrufezeichen - und hängen die Deutschen ab

Einer der größten Bahngesellschaften der Welt, die Russischen Bahnen, rüsten bei der Digitalisierung auf. Das Unternehmen hat gleich zwei neue wichtige Verträge unterzeichnet.
08.06.2021 16:33
Aktualisiert: 08.06.2021 16:33
Lesezeit: 1 min
Russische Bahnen setzen bei der Digitalisierung ein Ausrufezeichen - und hängen die Deutschen ab
Züge der Russischen Bahnen. (Foto: RZD)

Die Russischen Bahnen RZD, einer der größten Bahngesellschaften der Welt, setzen bei der Digitalisierung ein Ausrufe-Zeichen: Das Unternehmen hat mit dem einheimischen Mobilfunker VimpelCom (VC) einen Vertrag unterzeichnet, um digitale Dienstleistungen für beide Partner zu entwickeln. Während RZD die Verbesserung seines digitalen Angebotes für seine Kunden anstreben, will VC die Reichweite seines Service erhöhen. Dabei sollen die Data-Zentren der russischen Bahnen eine besondere Rolle übernehmen.

„Die Infrastruktur-Kapazitäten von RZD, verbunden mit dem innovativen Know-how über Digitalisierung, das VC einbringt, haben ein riesiges technologische Potenzial und bieten neue Möglichkeiten für die Entwicklung der Telekommunikations- und des Logistiksektors“, sagte Maxim Zaykov, der Vertreter von VC.

Doch das ist noch alles: So haben die Russischen Bahnen auch einen Vertrag mit der russischen Telekom Rosttelecom zur Unterschrift gebracht, um gemeinsam die Quantenkommunikation zu verbessern – extrem leistungsfähige Kommunikation. Beide Partner wollen dafür Industrieparks entwickeln.

Die beiden Kontrakte sind zwei aktuelle Initiativen, die RZD gerade umsetzt, um seine Digitalisierung vorantreiben. Wie weit die Russen dabei schon sind, wird daran deutlich, dass sie im vergangenen Jahr fast 90 Prozent ihrer Transportverträge auf der Grundlage von digitalisierten Dokumenten abgeschlossen haben. Wie der stellvertretende Generaldirektor Evgeny Charkin mitteilt, hat es auf dem elektronischen Weg über 3,8 Millionen Papiere mit mehr als 21.000 Geschäftspartnern erstellt. „Die digitalen Cargo-Dienstleistungen werden sich in der Zusammenarbeit mit den russischen Ministerien für Transport und Digitales Entwicklung sogar noch weiterentwickeln“, fügte Charkin hinzu.

„Für die Russischen Bahnen sind die Interaktionen, die online durchgeführt werden, die Grundlage für unsere digitale Transformation. In der Pandemie sind wird dank des Austausches von E-Dokumenten mit unseren Verladern in der Lage, neue Kunden zu gewinnen. Sie haben gesehen, dass unsere Dienstleistungen sicher, ohne Kontakt und bequem sind, weshalb sie uns gewählt haben“, sagte Charkin.

Auch die Deutsche Bahn Cargo (DB), der unmittelbare Konkurrent der RZD, äußert sich: „Kontinuierlich verbessert DB Cargo bei der Digitalisierung alle Prozesse mit Blick auf unsere Kunden und unsere Produktion“, sagte ein Sprecher auf Anfrage der DWN. „Über die Funktionen Link2Rail lässt sich für akkreditierte Kunden ein Güterzug oder Transportaufträge vollkommen digital ordern“, so der Sprecher, der aber keine genauen Zahlen zu Kundenbeziehungen nannte. Hier haben die Russen ihre deutschen Mitbewerber schon abgehängt, weil sie ihre digitale Entwicklung zumindest etwas quantitativ beschreiben und ihre Projekte genau benennen.

 

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinas Automarkt kollabiert: Deutsche Autobauer zahlen den Preis
21.07.2026

China war jahrzehntelang die Gewinnmaschine der deutschen Autoindustrie. Nun brechen dort die Verkäufe westlicher Marken ein, während...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Ölpreis steigt auf 91 Dollar, während Trump erklärt, der Iran werde für US-Todesopfer „um ein Vielfaches zahlen“
20.07.2026

Welche Faktoren die Wall Street heute in Atem hielten und wo Anleger jetzt genau hinschauen sollten.

DWN
Technologie
Technologie Atem-Biometrie: Wird unser Atem bald zum neuen Passwort?
20.07.2026

Passwörter lassen sich ändern, ein Atemmuster nicht. Forscher wollen Menschen künftig daran erkennen, wie sie ein- und ausatmen, und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Median-Entgelt: Einkommen steigen, doch die Lohnlücke besteht weiter
20.07.2026

Mehr Geld auf dem Gehaltszettel, sinkende Unterschiede zwischen Frauen und Männern und deutliche regionale Abweichungen: Die aktuellen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Yuan in Afrika: Wie Peking den Kontinent an sein Finanzsystem bindet
20.07.2026

Der Dollar dominiert die Weltwirtschaft, doch in Afrika baut China längst eine alternative Zahlungsroute für den Yuan auf. Was Handel und...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie stabilisiert sich nach Rückschlag: Aufträge stützen, Analysten bleiben vorsichtiger
20.07.2026

Die Rheinmetall-Aktie ist nach einem turbulenten Juni mit leichten Gewinnen in die neue Börsenwoche gestartet. Neue Aufträge und volle...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kodano: Polnischer Optikriese nimmt Deutschland ins Visier
20.07.2026

Mehr Filialen, künstliche Intelligenz und Gespräche über gleich drei mögliche Übernahmen: Der polnische Optikkonzern Kodano wächst...

DWN
Politik
Politik Analyse: Wenn Putin verzweifelt, müssen wir seine Reaktion wirklich fürchten
20.07.2026

Der Druck auf Russland wächst militärisch und wirtschaftlich. Die Verluste an der Front sind enorm, die Wirtschaft ächzt unter dem...