Technologie

Weniger Teile als im Verbrenner: Wie E-Autos den Umweltkiller Plastik ausbremsen

Kunststoff gilt als umweltschädlicher Werkstoff, der sehr oft in Autos verwendet wird. Durch die zunehmende Elektrifizierung wird sich dies nun stark ändern. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie.
17.06.2021 16:36
Aktualisiert: 17.06.2021 16:36
Lesezeit: 1 min
Weniger Teile als im Verbrenner: Wie E-Autos den Umweltkiller Plastik ausbremsen
Ein E-Auto beim Laden. (Foto: dpa) Foto: Socrates Baltagiannis

Das Marktforschungs­unternehmen Ceresana ist zum Schluss gekommen, dass mit der verstärkten Einführung von E-Fahrzeugen auch die Verwendung von Kunststoffen in den Autos verändert. Denn in den Strom-Wagen werden grundsätzlich weniger Teile eingebaut – und somit auch weniger Komponenten aus Kunststoff.

Hintergrund: Die rasante, von zahlreichen Staaten geförderte Elektrifizierung des Autoverkehrs ist eine Herausforderung für die Automobilindustrie, aber auch für viele andere Branchen: Fahrzeughersteller sind nicht nur Haupt­ab­nehmer für Stahl, Glas und Reifengummi, sondern zunehmend auch für Kunststoffe. Selbst kleine Veränderungen der ver­wendeten Rohstoffe und Materialien können dabei große wirt­schaftliche Aus­wirkungen haben: Im Jahr 2020 wurden in Europa ca. 14,3 Millionen Per­so­nen­kraftwagen (PKW) neu zugelassen. 2017 waren es sogar über 18 Millionen Stück.

Elektroantriebe kommen mit deutlich weniger Bau­teilen aus als Ver­brennungs­motoren – und sie verändern den Rohstoff-Bedarf: Weniger Hitze im Motorraum bedeutet zum Beispiel, dass statt Metallen und teuren technischen Kunststoffen an manchen Stellen preisgünstigere Polymere einge­setzt werden können. Um das oft noch immer problematische Gewicht der Batterien zu kompensieren, werden in Elektroautos bevorzugt leichte Kunststoff-Teile eingebaut. Das autonom fahrende und vollständig ver­netzte Auto ist zwar noch eine Zukunftsvision, die Zahl elektrischer Displays und Sensoren nimmt aber bereits heute ständig weiter zu. Sogar in den Batterien stecken viele Kunststoffe: zusammengerollte oder ge­faltete Folien.

Der meistgebrauchte Kunststoff in Autos ist Polypropylen, eingesetzt zum Beispiel für Stoßstangen und Beleuchtung. Für Polyethylen (PE) kann der Trend zum Elektroauto eine Bedrohung werden: Die Sorten HDPE, LDPE und LLDPE werden bei Verbrenner-Autos besonders im Motorraum und für Kraftstoff­systeme verwendet. Polyurethan (PUR) dagegen wird vor allem für Sitze und Polsterungen genutzt.

Anzeige
DWN
Technologie
Technologie PC-Gaming in Europa erlebt eine Phase der Zurückhaltung

Einst galt PC-Gaming in Europa als lohnende Langzeitinvestition. Man baute sich einen Rechner zusammen oder rüstete ihn auf, zahlte im...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Reisebranche im Sinkflug: Ifo-Geschäftsklima bricht wegen Iran-Krise ein
10.04.2026

Die Eskalation in Westasien belastet die Reisebranche massiv. Laut aktuellem Ifo-Index führen Umbuchungen, Stornierungen und steigende...

DWN
Politik
Politik Trump erhöht den Druck auf die NATO: Interne Konflikte verschärfen sich
10.04.2026

Donald Trump stellt die Verlässlichkeit der NATO zunehmend infrage und verschärft damit die Spannungen innerhalb des Bündnisses. Welche...

DWN
Politik
Politik Sicherheit in Europa: Warum die Stabilität auf dem Balkan jetzt entscheidend ist
10.04.2026

Heeresinspekteur Christian Freuding warnt bei seinem Besuch in Bosnien vor wachsenden Spannungen auf dem Balkan. Angesichts externer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Inflations-Schock: Iran-Krieg treibt Teuerung auf höchsten Stand seit 2024
10.04.2026

Der Konflikt im Iran belastet die deutschen Verbraucher massiv. Im März 2026 sprang die Inflationsrate sprunghaft auf 2,7 % – der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Porsche-Akte: Absatzkrise in China und USA – Ruht die Hoffnung auf dem E-Cayenne?
10.04.2026

Porsche kämpft mit Gegenwind: Im ersten Quartal 2026 sank der Absatz der VW-Tochter weltweit um 15 % auf 60.991 Fahrzeuge. Vor allem die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschlands Industrie schwächelt: Geopolitische Spannungen bremsen Erholung
10.04.2026

Deutschlands Industrie steht unter wachsendem Druck durch geopolitische Spannungen und schwache Auftragszahlen. Wie stark bremsen...

DWN
Politik
Politik Waffenruhe zwischen USA und Iran: Wer gibt künftig den Takt vor?
10.04.2026

Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran markiert einen Wendepunkt im Konflikt und verschiebt die Ausgangslage für die anstehenden...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Wall Street feiert Comeback, da Sorgen um Waffenruhe durch Israel-Libanon-Gespräche gelindert wurden
09.04.2026

Nach anfänglichen Turbulenzen drehen die Kurse plötzlich ins Plus – was hinter der Erleichterung der Anleger steckt und welche...