Deutschland

Zwei Schwerverletzte in Erfurt: Polizei nimmt flüchtigen Messer-Mann fest, islamistischer Hintergrund wird ausgeschlossen

Ein 32-Jähriger hat in Erfurt zwei Männer mit einem Messer schwere Schnittwunden zugefügt, um anschließend zu flüchten. Stundenlang sucht die Polizei nach dem Täter. Schließlich ermittelt sie einen Verdächtigen, der offenbar psychisch krank ist. Ein islamistischer oder politischer Hintergrund wird ausgeschlossen.
28.06.2021 21:12
Aktualisiert: 28.06.2021 21:12
Lesezeit: 1 min
Zwei Schwerverletzte in Erfurt: Polizei nimmt flüchtigen Messer-Mann fest, islamistischer Hintergrund wird ausgeschlossen
Die Polizei Erfurt nimmt Verdächtigen fest. (Foto: dpa) Foto: Martin Schutt

Ein Mann verletzt zwei Männer mit einem Messer schwer und flüchtet zunächst unerkannt: Nach einer großangelegten Fahndung hat die Polizei einen 32 Jahre alten Verdächtigen in seiner Wohnung in Erfurt festgenommen. Der Mann sei wegen Gewalt- und Eigentumsdelikten bekannt und in der Vergangenheit bereits psychisch auffällig gewesen, teilte die Polizei am Montag mit. Die Beamten fanden den Verdächtigen verletzt in seiner Wohnung. Die Verletzungen habe er sich vermutlich selbst zugefügt, hieß es.

Er hat am Montagmorgen im Erfurter Stadtteil Wiesenhügel zwei Männer mit einem Messer attackiert und dabei schwer verletzt. Die beiden 45 und 68 Jahre alten Männer erlitten Schnittwunden und wurden in Krankenhäusern behandelt und operiert. Lebensgefahr bestand bei beiden nicht, so die dpa.

Der mutmaßliche Täter war zunächst unerkannt geflüchtet. Die Polizei setzte unter anderem einen Polizeihubschrauber und einen Fährtenhund ein, um den Täter aufzuspüren. Am Ende war es aber Ermittlungsarbeit, die die Beamten zu einem Verdächtigen führte. Am Montagnachmittag wurde schließlich der 32-Jährige ausfindig gemacht und festgenommen. Für die Festnahme kam eine Spezialeinheit des Landeskriminalamtes zum Einsatz. Der 32-Jährige kam wegen seiner Verletzungen zunächst in ein Krankenhaus.

Die Tat erinnerte teils an ein anderes blutiges Ereignis, das sich erst am Freitag im bayerischen Würzburg abgespielt hatte: Ein 24 Jahre alter Somalier erstach dort drei Frauen mit einem Messer und verletzte sieben weitere Menschen - fünf davon lebensgefährlich. Er wurde festgenommen und ist in Untersuchungshaft. Womöglich war der Täter geistig verwirrt oder ist psychisch krank, wie Ermittler seit der Attacke immer wieder zu bedenken geben. Es wird aber auch geprüft, ob islamistische Einstellungen zur Tat beigetragen haben könnten.

In Erfurt schließt die Polizei ein politisches Tatmotiv bisher aus. Sowohl die Opfer als auch der mutmaßliche Täter seien Deutsche. Die Hintergründe der Gewalttat sind demnach noch völlig unklar. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei kannten sich Täter und Opfer nicht. Möglicherweise wählte der Mann die beiden Männer willkürlich aus. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Umgang mit Cookies: BGH verhandelt zu Cookie-Speicherung – darum geht's
10.10.2026

Der Bundesgerichtshof prüft, ob Unternehmen für das Speichern von Cookies auf fremden Internetseiten ohne Einwilligung haften müssen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Uber-Robotaxis in Deutschland: Erst Stellen streichen, dann Jobs versprechen
10.10.2026

Uber streicht Tausende Stellen und verspricht gleichzeitig neue Arbeitsplätze in Deutschland. Was widersprüchlich klingt, folgt einer...

DWN
Finanzen
Finanzen Revolut-Bank greift an: Dieser Fintech-Riese will Europas Banken überholen
10.10.2026

Die Revolut-Bank wächst in einem Tempo, von dem klassische Geldhäuser nur träumen können: fast 70 Millionen Kunden, Milliardenbewertung...

DWN
Technologie
Technologie KI-Prompts für Marketing und Vertrieb: 7 KI-Vorlagen für KMU und Selbstständige
10.10.2026

Fast jedes zweite kleine Unternehmen sieht noch keinen echten Nutzen in KI – dabei liegt der Unterschied oft nur im richtigen Prompt....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Dacia Sandero Stepway: Europas Bestseller hat ein Sicherheitsproblem
10.10.2026

Europas meistverkauftes Auto kommt nicht von Volkswagen, Toyota oder Peugeot, sondern von Dacia. Der Sandero Stepway punktet mit enormer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kingspan Group-Aktie unter Druck: EU greift nach geplatztem Deal durch
10.10.2026

Ein geplatzter Milliardendeal? Nein, ein gescheiterter Firmenkauf mit teuren Folgen. Weil der irische Baustoffkonzern Kingspan die...

DWN
Politik
Politik Marine Le Pen plant finanzpolitischen Kurs mit großen Einsparungen: Auf den Straßen wächst die Wut
10.10.2026

Frankreich steht finanziell mit dem Rücken zur Wand. Während Zehntausende junge Menschen gegen marode Schulen und fehlende Investitionen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Generation Z trifft auf Generation X: Wie ein Eiskaffee zum Karrierekiller werden kann
10.10.2026

Ein Eiskaffee beim Bewerbungsgespräch sollte eigentlich keine große Sache sein. Doch für manche Personalverantwortliche verrät der...