Wirtschaft

Finnischer Forstindustrie-Gigant schließt Produktionsstandorte

Das größte finnische Forstunternehmen schließt zwei Papier- und Zellstofffabriken in Kemi, Finnland und Kvarnsveden, Schweden.
06.07.2021 11:43
Lesezeit: 1 min
Finnischer Forstindustrie-Gigant schließt Produktionsstandorte
Stora Enso gibt die offizielle Stilllegung von zwei Papier- und Zellstofffabriken in Kemi, Finnland und Kvarnsveden, Schweden bekannt. (Foto: dpa) Foto: Heikki Saukkomaa

Am 17. Juni kündigte Stora Enso an , zwei Papier- und Zellstofffabriken dauerhaft stillzulegen: das Werk Kvarnsveden in Schweden (in Kvarnsveden, Schweden) und das Werk Veitsiluoto in Finnland (in Kemi, Finnland). Stora Enso ist ein finnischer Zellstoff- und Papierhersteller. Der Großteil des Unternehmensumsatzes findet in Europa statt, einige Exporte gehen aber auch nach Asien, Südamerika und in die USA. Nach der Stilllegung der beiden Papier- und Zellstofffabriken wird die einzige übrig gebliebene Papierfabrik in Inkeroinen, Finnland, ansässig sein und sowohl gestrichenes als auch ungestrichenes Papier herstellen. Helsingin Sanomat berichtet, dass die Schließung dieser beiden Papierfabriken die bisher größte in der finnischen Geschichte ist.

Das Unternehmen berichtet, dass sie bei dieser Entscheidung nach erfolglosen Beratungsgesprächen in Kemi und Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern gekommen waren. Die gemeldeten Schließungen führten dazu, dass Stora Enso seine Papierproduktionskapazität um 35 Prozent auf 2,6 Millionen Tonnen pro Jahr reduzieren muss und der jährliche Papierumsatz des Unternehmens um 600 Millionen Euro sinken würde.

Damit reduziert sich der Papieranteil des Unternehmens am Jahresumsatz durch den Shutdown um rund 10 Prozent. Die Papierproduktion wird nun etwas mehr als 10 Prozent des Gesamtumsatzes von Stora Enso ausmachen.

Im Werk in Kemi werden 550 Mitarbeiter entlassen, davon 80 Prozent in der Papierabteilung und die restlichen 20 Prozent bei Efora, einem Wartungsunternehmen, das die Produktionsprozesse überwacht. Ungefähr 28 Prozent der Entlassungen können über Rentenregelungen durchgeführt werden, was die Auswirkungen des Beschäftigungsverlusts für die Beteiligten minimiert.

Kemi liegt in Lappland im Norden Finnlands. Das Gebiet umfasst 25 Prozent der gesamten Wälder Finnlands, was das Holzgeschäft für die Region lukrativ macht. Der jüngste Rückgang der Papiernachfrage hat jedoch die Produktionsvorteile von Holzprodukten gebremst.

Die Geschäftsführerin von Stora Enso, Annica Bresky, erklärte, dass die Schließung der Werke sowohl für das Unternehmen als auch für seine Arbeitgeber äußerst bedauerlich sei, ihnen aber aufgrund der rapide sinkenden Papiernachfrage keine andere Wahl gelassen werde. Sie wies darauf hin, dass die Pandemie den Nachfragerückgang weiter beschleunigt habe und die beiden Papierfabriken mit einer ungünstigen und verlustbringenden Überkapazität produzieren.

Dies geschah nach der Entscheidung des Unternehmens, im vergangenen Jahr aus demselben Grund des Nachfragerückgangs eine weitere Papier- und Zellstofffabrik in Oulu, Finnland, in eine Verpackungsproduktionsstätte umzuwandeln. 350 Millionen Euro wurden für den Umbau des Werks Oulu bereitgestellt , wodurch 365 Mitarbeiter dauerhaft entlassen und weitere 180 direkt eingestellt wurden.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Politik
Politik Urteile für alle? Nur ein Bruchteil der Gerichtsurteile ist öffentlich zugänglich
05.01.2026

„Im Namen des Volkes“ – doch das Volk bekommt davon nur wenig zu sehen. Hunderttausende Gerichtsurteile verschwinden jedes Jahr in...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX auf Rekordkurs: Konjunkturhoffnungen und Rüstungswerte treiben die Börse
05.01.2026

Zum Jahresauftakt zeigt der DAX Stärke: Anleger setzen auf eine konjunkturelle Erholung, während vor allem Rüstungsaktien kräftig...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kommunalverband fordert faire Verteilung der Sozialkosten
05.01.2026

Um die kommunalen Aufgaben trotz knapper Kassen langfristig zu sichern, schlägt der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) eine neue...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Flughäfen rechnen mit starkem Passagierplus im neuen Jahr
05.01.2026

Die deutschen Flughäfen blicken optimistisch auf das neue Jahr: Nach Berechnungen des Branchenverbands ADV könnte die Zahl der Fluggäste...

DWN
Finanzen
Finanzen Bargeld auf dem Abstellgleis: Verbraucher zwischen Komfort und Kontrollverlust
05.01.2026

Ob für zwei Brötchen oder den Wocheneinkauf – viele greifen gerne zur Karte oder zum Smartphone. Doch immer mehr Kassen akzeptieren...

DWN
Finanzen
Finanzen Finanz-Aktien: Welche Investitionen sich lohnen und wo Banken, Fintechs oder Krypto Chancen bieten
05.01.2026

Der Finanzsektor wirkt auf den ersten Blick stabil und vertraut, steht jedoch zugleich vor tiefgreifenden technologischen und strukturellen...

DWN
Politik
Politik Abhörskandal: Recherchen werfen BND Überwachung von Obama vor
05.01.2026

Die Abhöraffäre zwischen Deutschland und den USA sorgt weiter für Aufsehen. Während Kanzlerin Merkel den NSA-Einsatz gegen ihr Handy...

DWN
Politik
Politik Experte: US-Angriff auf Venezuela ist ein „gigantischer Erfolg“ für Trump
05.01.2026

Die USA haben Venezuela militärisch angegriffen und Präsident Nicolás Maduro festgesetzt. Donald Trump spricht von einem Erfolg auf...