Unternehmen

Tesla-Aktie: Trotz Zahlen-Schock soll Aktienkurs um 680 Prozent explodieren

Tesla liefert enttäuschende Quartalszahlen, die Tesla-Aktie steht unter Druck. Doch Ark Invest malt ein ganz anderes Bild: Der Tesla-Aktienkurs soll um 680 Prozent steigen. Wie das gelingen soll – und was das für Anleger bedeutet.
25.07.2025 15:52
Lesezeit: 2 min
Tesla-Aktie: Trotz Zahlen-Schock soll Aktienkurs um 680 Prozent explodieren
Tesla setzt trotz rückläufiger Zahlen auf die Zukunft autonomer Fahrzeuge – Investoren wie Ark Invest wittern bereits Milliardenpotenzial. (Foto: dpa) Foto: Marijan Murat

Tesla-Aktie: Zahlen im Rückwärtsgang – und doch Kursphantasie

Teslas Zahlen für das zweite Quartal wiesen auf schwierige Quartale, sinkende Gewinne und einen in Rauch aufgelösten Cashflow hin. Doch darum geht es nicht, argumentiert der Vermögensverwalter Ark Invest. Er geht davon aus, dass der Elektroautohersteller um 680 Prozent zulegen wird.

Im zweiten Quartal in Folge meldete Elon Musks Elektroautohersteller Tesla im Vergleich zum Vorjahr sinkende Verkaufszahlen sowohl bei der Fahrzeuganzahl als auch beim Fahrzeugumsatz. Gleichzeitig verschlechterte sich die Profitabilität. Der Betriebsgewinn sank im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent. Der freie Cashflow des Unternehmens ging fast in Rauch auf und sank um 89 Prozent.

Nach diesem Ergebnis und den Kommentaren von CEO Elon Musk, dass die kommenden Quartale schwierig werden könnten, fallen die Tesla-Aktien im vorbörslichen Handel in New York. Analyst Johan Wendel glaubt, dass die Aktie in einem „normalen Markt“ zweistellig fallen sollte. Er und der Markt sehen sich nun mit Gegenreaktionen des Vermögensverwalters Ark Invest konfrontiert.

Tesla-Aktie vor Kursexplosion: Robotaxis als Wachstumsmaschine?

„Es mag enttäuschend erscheinen, aber es war nicht wirklich überraschend. Viele warteten wahrscheinlich auf das günstigere Auto, das Tesla für Juni angekündigt hatte. Aber das ist eine sehr kurzfristige Perspektive“, schreibt Sam Korus, Chefanalyst für autonome Technologie und Robotik bei Ark Invest, in einer E-Mail. Die Gründerin und Geschäftsführerin des Vermögensverwalters, Cathie Wood, ist eine ausgesprochene Tesla-Enthusiastin und bezeichnete das Unternehmen gegenüber Di bereits als „das am meisten unterbewertete der Welt“. Tesla ist mit einem Wert von knapp über einer Milliarde Dollar nach der Bitcoin- und Kryptobörse Coinbase die drittgrößte Beteiligung des Vermögensverwalters, wie aus den jüngsten Bloomberg-Notierungen vom 31. März dieses Jahres hervorgeht.

„Worauf sich Anleger langfristig wirklich konzentrieren sollten, ist die großflächige Einführung von Robotaxis“, schreibt der Chefanalyst. Ark Invest ist davon überzeugt, dass Tesla das Potenzial hat, noch vor Jahresende Millionen von Robotaxi-Autos auf den Markt zu bringen, und zwar zu einem niedrigeren Preis als Konkurrenten wie Waymo, Uber und Lyft. Der Analyst ist der Ansicht, dass Teslas Lösung mit Kameras und visueller Datenerfassung anstelle von Lidar und Radar eine günstigere Lösung sei. Tesla verfüge über eine anpassungsfähige Fahrzeugflotte und könne bereits heute Fahrzeuge in großem Maßstab produzieren. „Sie können 5.000 Autos pro Tag produzieren, doppelt so viele wie Waymo“, schreibt der Analyst.

Vor diesem Hintergrund geht Ark Invest davon aus, dass die Tesla-Aktie bis 2029 auf 2.600 Dollar steigen wird, rund 680 Prozent über dem Schlusskurs vom Mittwoch von 332 Dollar. Sie gehen davon aus, dass 90 Prozent des Unternehmenswertes dann von den Robotertaxis stammen werden.

Relevanz für Deutschland

Auch für den deutschen Markt könnte diese Vision tiefgreifende Folgen haben. Sollte Tesla seine Robotaxi-Flotte tatsächlich massenhaft auf die Straßen bringen, würde das nicht nur Mobilitätsdienstleister wie Sixt, sondern auch die deutsche Autoindustrie unter Druck setzen – gerade bei Software und Skalierbarkeit autonomer Systeme. Für Anleger eröffnet sich zugleich die Frage: Geht es hier um eine Blase oder um eine fundamentale Transformation?

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kritische Rohstoffe: Europas unterschätzter Machtfaktor
26.05.2026

Lange Zeit galt die Globalisierung als Garant für Wohlstand und Stabilität. In einer vernetzten Welt, so die Theorie, würde der freie...

DWN
Politik
Politik Trump-Strategie zerlegt Amerikas Macht in Echtzeit
26.05.2026

Donald Trump sendet an China ein Signal, das kaum gefährlicher sein könnte. In der Taiwan-Frage rückt er von jener Abschreckung ab, auf...

DWN
Panorama
Panorama Pflegeversichung: Kinderlose sollen höheren Pflegebeitrag zahlen
26.05.2026

Die Finanzlage der Pflegeversicherung spitzt sich dramatisch zu. Jetzt prüft die Bundesregierung höhere Beiträge für Kinderlose – und...

DWN
Finanzen
Finanzen Wenn der EURIBOR steigt, wird die Mathematik weniger freundlich
26.05.2026

Der EURIBOR steigt wieder und signalisiert, dass die Zeit des billigen Geldes nicht zurückkehrt. Für Immobilienkäufer, Unternehmen und...

DWN
Politik
Politik Baltische Luftraumüberwachung wird zum Testfall für Europas Ostflanke
26.05.2026

Eine Drohne dringt in estnischen Luftraum ein, kurz darauf kündigt Polen Kampfjets für Ämari an. Was wie ein regionales Signal wirkt,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Industrie steigert Umsatz und streicht Stellen
26.05.2026

Die deutsche Industrie meldet erstmals seit fast drei Jahren wieder steigende Umsätze – doch gleichzeitig beschleunigt sich der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft SpaceX-Börsengang könnte die gefährlichste Wette des Jahres werden
26.05.2026

SpaceX soll an die Börse, und die Zahlen wirken gigantisch. Doch hinter der möglichen Rekordbewertung stehen Milliardenverluste, enorme...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU Inc.: Europas Tech-Traum droht an Amerika zu zerbrechen
26.05.2026

Europa gründet, forscht und erfindet. Doch wenn aus Ideen Konzerne werden sollen, wandern viele der besten Firmen in Richtung USA. Mit EU...