Deutschland

Himmler wird neuer ZDF-Intendant

Der Chefposten beim ZDF wird im kommenden Frühjahr neu besetzt. Mit Norbert Himmler kommt ein Mann an die Spitze, der in dem Sender eine Karriere bis ganz nach oben gemacht hat. Letztlich machte seine Gegenkandidatin den Weg für ihn frei.
03.07.2021 11:31
Aktualisiert: 03.07.2021 11:31
Lesezeit: 1 min

Norbert Himmler wird der nächste ZDF-Intendant. Der Fernsehrat des öffentlich-rechtlichen Senders wählte den 50-Jährigen am Freitag in Mainz im dritten Wahlgang zum Nachfolger von Thomas Bellut (66), der nicht mehr für eine weitere Amtszeit kandidiert hatte. Himmler ist beim Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) bisher als Programmchef tätig. Er wird ab März 2022 an der Senderspitze stehen. Das ZDF ist seit Jahren der quotenstärkste Sender in Deutschland.

Himmlers einzige Gegenkandidatin, ARD-Hauptstadtstudioleiterin Tina Hassel, zog nach zwei Wahlgängen am Freitag ohne Entscheidung ihre Bewerbung zurück. Die 57-Jährige bat die Fernsehräte, für Himmler zu stimmen und machte damit den Weg für ihn frei.

Hassel betonte: «Ich möchte im Sinne des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und eines starken ZDFs, dass aus einer kleinen Mehrheit eine große Mehrheit wird.» Hassel bekam für ihre Entscheidung langanhaltenden Applaus der Fernsehratsmitglieder.

Für die Wahl zum Intendanten war eine Mehrheit von drei Fünfteln im 60-köpfigen ZDF-Fernsehrat erforderlich, das entspricht mindestens 36 Stimmen. Auf diese Mehrheit waren zuvor in zwei Anläufen weder Himmler noch Hassel gekommen. Im dritten Wahlgang ohne Gegenkandidaten verbuchte Himmler in der geheimen Abstimmung 57 Ja-Stimmen, außerdem gab es eine Nein-Stimme und zwei Enthaltungen.

Er freue sich darauf, Verantwortung zu übernehmen, gehe die Aufgabe aber auch mit Respekt an, sagte Himmler nach seiner Wahl. «Es war ein toller Wettstreit um Konzepte.» Hassel und er hatten zuvor im Fernsehrat ihre Ideen für das ZDF vorgestellt und sich Fragen gestellt.

Himmler hat sein gesamtes Berufsleben lang in unterschiedlichen Funktionen beim ZDF gearbeitet und kennt das Haus gut. Als Programmdirektor besetzte er in den vergangenen Jahren eine Schlüsselposition bei der Entwicklung des öffentlichen-rechtlichen Senders.

«Ich habe jetzt nicht darauf hingearbeitet, seit ich Volontär bin, Intendant des ZDF zu werden», sagte Himmler. «Mir haben sich immer viele Chancen geboten, ich habe immer Verantwortung übernehmen können.» Himmler wird der sechste Intendant seit Gründung des Senders Anfang der 1960er Jahre.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Euribor auf höchstem Stand seit fast zwei Jahren, der Markt erwartet weiteren Anstieg
18.08.2026

Der sechsmonatige Euribor ist auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren gestiegen. Für Kreditnehmer mit variabler Verzinsung und neue...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ferrari Luce: Erst verspottet, jetzt reißen sich Käufer um den Elektro-Ferrari
18.08.2026

Der Ferrari Luce provozierte Fans, verunsicherte Anleger und ließ Zweifel an Ferraris Elektrostrategie wachsen. Nun ist das Verkaufsziel...

DWN
Immobilien
Immobilien Wohnungsbau legt zu: Stärkster Halbjahresanstieg seit 2016
18.08.2026

Die Baugenehmigungen steigen so stark wie seit Jahren nicht mehr – doch vom Ende der Wohnungsnot kann keine Rede sein. Warum der...

DWN
Finanzen
Finanzen Echtzeit-Bezahldienst Wero: Gelingt Europas Angriff auf PayPal & Co.?
18.08.2026

Jahrelang haben US-Konzerne den digitalen Zahlungsverkehr in Europa geprägt – jetzt wollen Europas Banken die Kontrolle zurückgewinnen,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Dürre ohne Panik: Warum Trockenheit kein Freibrief für allgemeine Preissteigerungen ist
18.08.2026

Fünf Gründe, warum niedrige Flüsse und trockene Felder nicht zu einem neuen Inflationsschock werden dürfen.

DWN
Technologie
Technologie "Operation Blue Skies": Mit KI Kondensstreifen verhindern
18.08.2026

Google und Forschungspartner testen erstmals, wie Künstliche Intelligenz die Bildung klimaschädlicher Kondensstreifen im Luftverkehr...

DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeld-Vergleich (08/2026): Diese Banken bieten die besten Tagesgeld-Zinsen
18.08.2026

Ein Tagesgeld-Konto gilt als sichere und flexible Geldanlage. Doch hinter manchem Spitzenangebot verbergen sich nicht selten Bedingungen,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Firmensterben so ausgeprägt wie seit fast 20 Jahren nicht
18.08.2026

Deutschlands Wirtschaft verliert immer mehr Unternehmen: 187.744 Firmen gaben im vergangenen Jahr auf, so viele wie seit fast 20 Jahren...