Politik

Iran eröffnet Öl-Pipeline zur Umgehung der Straße von Hormus

Der Iran hat eine strategisch wichtige Öl-Pipeline in Betrieb genommen. Dadurch wird es Teheran möglich sein, die Straße von Hormus zu umgehen.
23.07.2021 14:00
Aktualisiert: 23.07.2021 14:06
Lesezeit: 1 min
Iran eröffnet Öl-Pipeline zur Umgehung der Straße von Hormus
Das Goreh-Jask-Pipeline-Projekt umgeht die Straße von Hormuz. (Grafik: Worldoil)

Der Iran hat nach eigenen Angaben sein erstes Ölexportterminal im Golf von Oman eröffnet, damit Teheran die strategische Schifffahrtsroute Straße von Hormus vermeiden kann, die seit langem ein Brennpunkt regionaler Spannungen ist, so Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL). „Heute wird die erste Lieferung von 100 Tonnen Öl außerhalb der Straße von Hormus verladen“, sagte Präsident Hassan Rohani am 22. Juli in einer Fernsehansprache und nannte dies einen „wichtigen Schritt für den Iran“, der „den Fortbestand unserer Öl-Exporte sichern“ werde.

Über das geopolitisch bahnbrechende Goreh-Jask-Pipeline-Projekt hatten in Deutschland zuallererst die Deutschen Wirtschaftsnachrichten berichtet. Am 28. Januar 2021 wurde ausgeführt: „Die Goreh-Jask-Pipeline ist zusammen mit der Entwicklung eines neuen Ölexportterminals in Jask ein strategisches Projekt für den Iran. Mit der neuen Pipeline können täglich bis zu eine Million Barrel Rohöl von Goreh in der Golfstadt Bushehrport zu einem neuen Ölterminal in Jask im Meer von Oman transportiert werden. Es wird dem Iran ermöglichen, die Straße von Hormuz für seine Ölexporte zu umgehen. Die staatliche iranische Petroleum Engineering and Development Company (PEDEC) setzt das Projekt im Rahmen eines BOT-Vertrags (Build-Operate-Transfer) mit ihrer Muttergesellschaft National Iranian Oil Company (NIOC) um. Das Eigentum an dem Projekt wird auf NIOC übertragen nach 18 Betriebsjahren. Das Ölpipeline- und Terminalprojekt wird in zwei Phasen mit einer geschätzten Investition von 1,8 Milliarden US-Dollar entwickelt, die auch 750 Millionen US-Dollar für den Bau eines Ölexportterminals auf Jack Island umfasst.“

Ölminister Zanganeh sagte am 22. Juli 2021, dass „82 Prozent dieses Projekts abgeschlossen sind und bisher mehr als 1,2 Milliarden Dollar dafür ausgegeben wurden“.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Die Ökonomie der App-Stores: Welche Branchen das größte Wachstum im mobilen Sektor verzeichnen

Das rasante Wachstum mobiler Apps ist eines der prägenden Merkmale der heutigen digitalen Wirtschaft. Menschen kaufen darüber ein,...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Panorama
Panorama Hitzefalle Spielplatz: Wie Städte für mehr Schatten sorgen wollen
26.07.2026

Die Sommer werden heißer, und viele Spielplätze geraten an ihre Grenzen. Fehlender Schatten und aufgeheizte Flächen erschweren das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Britische Wirtschaft: Die Heimat des Kapitalismus steckt in der Wachstumsfalle
26.07.2026

Großbritannien wechselt seine Regierungschefs, doch die Wirtschaft bleibt stehen. Seit der Finanzkrise wächst die Heimat des Kapitalismus...

DWN
Politik
Politik Russische Atomtechnik in Deutschland: Was hinter der umstrittenen Kooperation in Lingen steckt
25.07.2026

Die Genehmigung für eine Brennelementefertigung mit russischer Technologie in Niedersachsen wirft weitreichende Fragen auf. Während...

DWN
Finanzen
Finanzen KI und Geldpolitik: Warum die Fed vor einem Zinsdilemma steht
25.07.2026

Künstliche Intelligenz soll die Produktivität steigern und die Inflation bremsen. Doch ausgerechnet der milliardenschwere KI-Boom könnte...

DWN
Politik
Politik Milliardäre besteuern: Die Buchwert-Falle
25.07.2026

Berlin streitet über das Erbe und das Geld der Reichsten. Doch die vermeintliche Lösung des Fiskus entpuppt sich als Sprengsatz für die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Renault Clio im Test: Fast nicht wiederzuerkennen, aber deutlich teurer
25.07.2026

Der neue Clio ist größer, eleganter, technologisch fortschrittlicher und auch teurer als früher. In der bestausgestatteten Version...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Dieselknappheit: Der Welt geht der Treibstoff aus
25.07.2026

Nicht nur Rohöl wird zum geopolitischen Druckmittel. Zerstörte Raffinerien, leere Lager und neue Drohungen der Huthi gefährden zunehmend...

DWN
Finanzen
Finanzen Kreditkarten vor dem Aus: Mastercard plant den radikalen Umbau
25.07.2026

Kreditkartennummern könnten beim Onlinekauf schon bald der Vergangenheit angehören. Mastercard will Europas digitale Zahlungen bis 2030...