Politik

„Ich mache mir Sorgen um ihn“: Söder stellt seinen Koalitionspartner als Corona-Irren dar – soll Aiwanger enden wie Gustl Mollath?

Markus Söder geht hart ins Gericht mit dem Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger. Söder wörtlich: „Ich mache mir Sorgen um ihn“. Aiwanger hatte zuvor von einer „Jagd“ auf Ungeimpfte gesprochen. Aiwanger läuft Gefahr, dasselbe Schicksal wie Gustl Mollath zu erleiden.
30.07.2021 18:51
Lesezeit: 1 min

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat seinen Koalitionspartner von den Freien Wählern scharf angegriffen. „Ich mache mir Sorgen um ihn“, sagte der CSU-Chef dem „Spiegel“ über Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger. Auslöser ist die Weigerung des bayerischen Wirtschaftsministers und stellvertretenden Ministerpräsidenten Aiwanger, sich impfen zu lassen. Aiwanger, der mit den Freien Wählern auch bei der Bundestagswahl antritt, sprach zudem von einer „Jagd“ auf Ungeimpfte. „Er wandelt auf einem schmalen Grat“, sagte Söder dazu nun. „Wer glaubt, sich bei rechten Gruppen und Querdenkern anbiedern zu können, verlässt die bürgerliche Mitte und nimmt am Ende selbst Schaden“, fügte er hinzu. „Wer meint, in einem solchen Becken fischen zu können, der riskiert, darin zu ertrinken.“ Aiwanger sollte tatsächlich aufpassen. Denn in Bayern werden Personen, die große Politskandale aufdecken, im Regelfall in Irrenhäuser eingesperrt. (Beispiel: „Das war ein Staatsverbrechen“: So geht es Gustl Mollath heute).

Konsequenzen für die bayerische Landesregierung und das Bündnis mit den Freien Wählern nannte Söder noch nicht. „Die Zusammenarbeit mit den Freien Wählern in Staatsregierung und Parlament ist exzellent, und es herrscht beim Impfen große Einigkeit“, sagte Söder. Hintergrund des Streits ist auch, dass der CSU-Chef selbst als Verfechter einer harten Linie bei Corona auftritt und etwa dafür ist, dass Ungeimpfte künftig Schnelltests selbst zahlen sollen. Die Freien Wähler hatten der CSU Stimmen bei der letzten Landtagswahl abnehmen können und treten nun auch bei der Bundestagswahl an.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Netflix-Aktie hebt ab: Netflix gibt Bieterstreit um Warner Bros verloren – was heißt das für Paramount?
27.02.2026

Die Netflix-Aktie reagiert mit einem Kurssprung auf das Aus im milliardenschweren Bieterstreit um Warner Brothers. Während Paramount zum...

DWN
Finanzen
Finanzen BASF-Aktie: Ludwigshafener Chemiekonzern bleibt für 2026 vorsichtig – BASF-Zahlen überzeugen nicht
27.02.2026

Die endgültigen BASF-Quartalszahlen überzeugen die Anleger nicht. Der weltgrößte Chemiekonzern hat eine vorsichtige Prognose...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Verdi-Warnstreik im Nahverkehr vielerorts gestartet: Busse und Bahnen stehen still – Tarifkonflikt spitzt sich zu
27.02.2026

Der Verdi-Warnstreik legt den Nahverkehr in weiten Teilen Deutschlands lahm und trifft Millionen Pendler. Busse und Bahnen stehen still,...

DWN
Politik
Politik US-Urteil bremst Trumps Zollpolitik: Indien setzt weiterhin auf russisches Öl
27.02.2026

Ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA begrenzt den handelspolitischen Spielraum von Präsident Trump und beeinflusst die Debatte...

DWN
Politik
Politik Zuckersteuer: Mehrheit der Deutschen für Steuer auf zuckerhaltige Getränke
27.02.2026

Eine Umfrage zeigt: 60 Prozent der Menschen in Deutschland befürworten eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke. Besonders hoch ist die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI beschleunigt Stellenabbau: Diese Branchen geraten unter Druck
27.02.2026

Weltweit treiben Unternehmen den Ausbau von Künstlicher Intelligenz voran und richten ihre Investitionsstrategien neu aus. Welche Folgen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Nvidias steiler Kurssturz drückte den Technologiesektor ins Rote
26.02.2026

Trotz der hervorragenden Finanzergebnisse des KI-Riesen Nvidia konnte das Unternehmen die Investoren nicht ausreichend überzeugen. Dies...

DWN
Politik
Politik EU-Klimazoll: CO2-Zoll soll auch für Waschmaschinen und andere Waren kommen
26.02.2026

Künftig sollen 180 Industrieprodukte, darunter auch Haushaltswaren, unter den EU-CO2-Zoll fallen. Was die Kommission damit erreichen will.